Automatisierter Gemäldevergleich

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Traitor
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Mo 17. Nov 2014, 13:32 - Beitrag #1

Automatisierter Gemäldevergleich

In dieser Veröffentlichung (und einem ganz nett zusammenfassenden, wenn auch wie üblich die Eindeutigkeit und Nützlichkeit der Befunde übertreibenden Medium-Artikel) wird die Anwendung diverser Machine-Learning-Algorithmen auf Klassifikation und Vergleich von Gemälden beschrieben. Den Schritt von "Ähnlichkeit" zu "Einfluss" wirklich zwingend zu machen, würde wohl, sehr euphemistisch ausgedrückt, "noch einiger Tiefenanalyse bedürfen", aber zumindest schonmal eine ganz nette Spielerei.

"After browsing through many publications and websites, we conclude that this comparison has not been made by an art historian before." ist dabei eine großartige, fast Wikipedia-würdige Quellenangabe!

Lustig auch die Maler-Clustering-Diagramme (Figures 12-13, Seiten 24-25), die Mondrian als multidimensional einzigartig zu zeigen scheinen, während seine Konkurrenten, namentlich Rothko, Okeeffe und unser Freund Malevich, je nach Dimensionswahl dann doch nicht mehr so besonders sind... ;)

Lykurg
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Mo 17. Nov 2014, 17:16 - Beitrag #2

Tatsächlich eine gute Mischung aus spaßig, spannend und sonderbar. Die Alleinstellung von Mondrian hätte man mit ein paar De Stijl-Kollegen, v.a. Theo van Doesburg, sicher beheben können; so gesehen einfach eine Frage der Vorauswahl. Das ist aber sicher auch innerhalb der ausgewählten Gruppe nicht unproblematisch, denn wieviele Werke werden sie zur Grundlage für "den" Stil des jeweiligen Künstlers herangezogen haben? Steht das Pünktchen, mit dem sie Picasso abbilden, für die Blaue -, die Rosa Periode, seine kubistische oder seine surrealistische Phase - oder für alle zusammen? Ist der Algorithmus vielleicht schon fein genug, sein Spät- und sein Frühwerk demselben Künstler zuzuordnen und es dennoch etwa von einem Braque klar zu unterscheiden? Das würde mich schon ziemlich beeindrucken.^^

Traitor
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Sa 22. Nov 2014, 13:01 - Beitrag #3

Ja, die Stichprobe ist nicht berauschend - dabei ist das ja eigentlich der Aspekt einer solchen Analyse, der sich am trivialsten verbessern lässt. Aber vermutlich wollten sie sich einen billigen Folgeartikel offenhalten. ;)
Das Picasso-Beispiel wird für Kubismus verwendet. Künstlerzuordnung scheint nicht eingebaut zu sein. Ich bin auch nicht sicher, ob der Bildelemente-Vergleichs-Ansatz dazu taugen würde, denn der Algorithmus scheint ja relativ gut darin zu sein, ähnliche Motive in verschiedenen Stilen zu finden, womit es eher überraschend wäre, auch gleiche Stile mit verschiedenen Motiven abhandeln zu können.


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