Welcher Science-Fiction-Film ist der beste?

Literatur und Medien, die die Grenzen der bekannten Welt sprengen - die Zukunft der Menschheit und ihre Abenteuer in fantastischen Welten.
Balanceistin
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Sa 27. Aug 2016, 02:10 - Beitrag #1

Welcher Science-Fiction-Film ist der beste?

Welcher Science-Fiction-Film ist der besten? Ich finde den Film "Avatar – Aufbruch nach Pandora" gut.

Feuerkopf
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Sa 27. Aug 2016, 13:15 - Beitrag #2

Warum findest du diesen Film besonders gut?

Ipsissimus
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Sa 27. Aug 2016, 21:18 - Beitrag #3

Ich glaube nicht, dass es "beste" Filme gibt. Es gibt Klassiker, oder Filme, die es in Zukunft sein werden. Bei Avatar bin ich mir noch nicht sicher, die Geschichte ist doch ein bisschen zu sehr auf Popcorn-Kino angelegt.

Feuerkopf
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Mo 29. Aug 2016, 13:58 - Beitrag #4

"Lautlos im Weltall" fand ich besonders poetisch. "Soylent Green" erschreckend. Kommt darauf an, ob man Weltraum-Opern mag oder gesellschaftliche Zukunftsvisionen schätzt. "Gattaca" halte ich z. B. für echt visionär. Mein Allzeit-Liebling ist "Blade Runner", der hat irgendwie beides. Und Harrison Ford. :cool:

Maglor
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Mo 29. Aug 2016, 15:37 - Beitrag #5

Science Fiction ist ein stark heterogenes Genre. Einige Sci-Fi-Filme sind gute Horrorfilme, Actionfilme, andere nur auf eine Metaebene akzeptabele Komödien bis hin zu absichtlichen Trash.

Bei manchen Filmen ist der Sciene Fiction nur ein imgrunde unwichtiges Detail, wenn man die gleiche Geschichte auch als Fantasy oder Abenteuerfilm erzählen könnte. Ganz anschaulich ist es bei den Superhelden. Vielfach dienen naturwissenschaftliche oder besser pseudowissenschaftliche Erklärungen (d.h. Science Fiction) als Erklärung für die Superkräfte, z. B. Mutationen (X-Men, Spiderman usw.), technische Geräte (Ironman, Batman usw.) oder aber außerirdische Herkunft (Superman). Diese Geschichte funktionieren aber auch mit esoterischen Erklärungsmuster wie z.B. bei Hellboy oder Thor.

Manche Filme überzeugen durch Action, Humor, Spezialeffekte etc. sind aber eigentlich keine gute Science-Fiction-Filme, weil die Kernthemen des Science-Fiction nur oberflächlich streifen. Gute Science Fiction dreht sich um die science und verläuft sich gleichzeitig nicht so tief in der fiction verlaufen, dass sie nur von Nerds verstanden kann. Gerade das letzere ist ein großes Problem in den zahlreichen Serien und Fortsetzungen, insbesondere Star Trek und Star Wars.

Die von Feuerkopf handelt es sich um stark gesellschaftkritische, ja politische Science-Fiction. Gleichzeitig steht bei den genannten Filmen die Auseinandersetzung mit phantastischer Technologie im Mittelpunkt der Handlung.
Ich mag auch eher die alten Filme. Sie haben meist eine stärkere Handlung und es wird mehr wert auf Dialoge als auf Feuerwerk gesetzt. Wahrscheinlich ist auch ein Problem, dass Science-Fiction seit vielen Jahren nicht mehr als B-Movie, sondern als Popcorn-Kino vermarktet - für die ganze Familie usw. Gerade der Science-Fiction der 60er und 70er hat seine Stärke, wobei solche langatmigen Filme wie "Lautlos im Weltall" oder "2001 Odyssee im Weltall" für den moderne Zuschauer, der an schnelle Schnitte gewöhnt, nur schwer zu ertragen sind.

Ich habe mich schon als Jugendlicher für die Reihe "Planet der Affen" aus den 1960ern begeistert. Im Grunde haben ich die zahlreichen Anspielungen auf poltische Debatten und Wirklichkeiten der 1960er erst Jahre später verstanden und genau das macht gute Science Fiction aus. Ich will jetzt nicht behaupten, dass Planet der Affen (1968) der besten Science-Fiction-Film aller Zeit ist, aber ich will behaupten, dass er ein guter Science-Fiction-Film ist.

Die Handlung von Avatar - Aufbruch nach Pandora fand ich eher flach und es hätte genau so gut als Indianerfilm umgesetzt werden können. Mir fehlt insbesondere die kritische Auseinandersetzung mit der gruseligen Schlüsseltechnologie (Avatare = irgendwie geklonte Zweikörper). Das Design ist hingegen bahnbrechend.

Ipsissimus
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Mo 29. Aug 2016, 15:53 - Beitrag #6

Meine Lieblings-SF-Filme sind "Solaris", die Tarkowski-Verfilmung von 1972 (die Sodherberg-Verfilmung von 2002 halte ich für nicht satisfaktionsfähig) und "Stalker", 1979, ebenfalls Tarkowski, gefolgt von "Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein", 1990, Regie Peter Fleischmann (keine Ahnung, warum ich so auf Strugatzki-Verfilmungen stehe, die entsprechenden Bücher finde ich langweilig^^). Die von dir genannten Filme, Feuerkopf, schätze ich allerdings auch sehr, vielleicht mit Ausnahme von "Soylent Green", das ich für überbewertet halte, weil der darin vermittelte Schrecken doch zu plakativ daher kommt (und weil ich Charlton Heston verabscheue^^)

Traitor
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Sa 10. Nov 2018, 23:59 - Beitrag #7

Holla, es kommen gleich zwei selten Ereignisse zusammen:
1) Ich bin in der Matrix aktiv.
2) Die Seite, die ich zum Katalogisieren meiner gesehenen Filme nutze, ist nicht offline und/oder kaputt.
Also kann ich tatsächlich mal was in diesen alten Thread schreiben. ;)

Ersteinmal zu Maglor:
Zitat von Maglor:Science Fiction ist ein stark heterogenes Genre. Einige Sci-Fi-Filme sind gute Horrorfilme, Actionfilme, andere nur auf eine Metaebene akzeptabele Komödien bis hin zu absichtlichen Trash.
Der Begriff "Genre" an sich ist halt leider sehr matschig. Mal meint er "Modus", mal meint er "Setting", mal beides.

Shortlist für "der Beste": 2001, Dune (der von 1984), 1984 (auch von 1984 ;)), Blade Runner, Star Wars 4-6.

Shortlist für "nimmt den Science-Aspekt halbwegs ernst": 2010 (nicht 2001), Lautlos im Weltraum, Contact, Gravity, Interstellar, Der Marsianer, Arrival

Erweiterte Liste meines Erachtens guter bis zumindest ganz brauchbarer Genre-Vertreter, in breiter Genre-Interpretation von Modus oder Setting, auf gewisser Seite per Strg+F nach "Sci" gesucht, kann einige wichtige aber fehlkategorisierte Vertreter übersehen haben:

Klassiker: Metropolis (1927), Der Tag an dem die Erde stillstand (1952), Kampf der Welten (1953), Fahrenheit 451 (1966), Die Phantastische Reise (1966), 2001 (1968), Das Millionenspiel (1970), Lautlos im Weltraum (1971), Solaris (1973), Rollerball (1975), Logan's Run (1976), Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977), Futureworld (1977), Star Wars 4-6 (1977-1983), Unternehmen Capricorn (1978), Mad Max (1979), Blade Runner (1982), ET (1982), Star Trek 2+4+6 (1982-1992), War Games (1983), The Day After (1983), 1984 (1984), Dune (1984), 2010 (1984), Zurück in die Zukunft (1985), The Quiet Earth (1985), 12 Monkeys (1995), Das 5. Element (1997), Starship Troopers (1997), Contact (1997), Gattaca (1997), Matrix (1999),

(Ich frage mich, ob die 1985-1995-Lücke historisch signifikant ist, oder nur persönliche Bildungslücke.)

Die Grenze, was ein Klassiker und was "neuer" ist, ziehe ich mal ganz subjektiv an dem Punkt, an dem ich die ersten Listeneinträge bei oder kurz nach Ersterscheinung gesehen habe. ;)

Neuere interessante Exemplare, @Maglor auch durchaus einige handlungs- und dialog-lastige und popcorn-ferne dabei:

Serenity (2005), V wie Vendetta (2006), Children of Men (2006), Renaissance (2006), A Scanner Darkly (2007), Avatar (2009), District 9 (2009), Moon (2009), Watchmen (2009), Metropia (2009), Inception (2010), Another Earth (2011), Alles was wir geben mussten (2011), Looper (2012), Hunger Games (2012+), Gravity (2013), Her (2013), Snowpiercer (2013), Oblivion (2013), Interstellar (2014), Ex Machina (2015), Star Wars 7 (2015), Tomorrowland (2015), Der Marsianer (2015), Arrival (2016)

Ipsissimus
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So 11. Nov 2018, 20:20 - Beitrag #8

"The Expanse" ist zwar eine Serie, mit bislang zwei Staffeln, aber sie halten sich sehr nah an den Romanen von James Corey, und das sind die besten neuen SF-Romane, die mir in den letzten zwei, drei Jahren untergekommen sind (die drei Altered Carbon Romane von Richard Morgan erreichen vergleichbares Niveau, aber da ist die Verfilmung eine Katastrophe). Jede Staffel verfilmt bisher einen Roman, und auch die Verfilmungen sind brilliant. Nachdem die Serie bei Netflix nicht so gut gelaufen ist, hat Amazon sie gekauft, man kann sie in Amazon Prime kaufen, leider nicht ganz billig. Dafür hat Bezos persönlich versprochen, mit der gleichen Crew die weiteren Staffeln zu drehen, der ist Fan der Romane und der Filme^^

und wenn dir "Ex machina" gefallen hat, Traitor, solltest du dir dringend "The machine" antun^^

eine Mischung aus SF und Horror, aber irre gut, ist "The Girl with all the Gifts". Die Horrorelemente fallen moderat aus und stehen jederzeit im Dienst der Handlung, und die hat es in sich. Bei Amazon

"Annihilation", deutsch "Auslöschung" ist die Netflixverfilmung des 1 Bands der Southern-Reach-Trilogie von Jeff VanderMeer. Nichts für Action-Liebhaber, aber wer Solaris mochte, wird hier einen geistesverwandten Film finden, auch wenn er am Ende leider zugunsten einer Art "Happy End" vom Romen abweicht, etwas, das "The Girl with all the Gifts" nicht macht.

Traitor
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Fr 16. Nov 2018, 00:43 - Beitrag #9

Von "The Expanse" habe ich schon allseits viel Gutes gehört, ist gerade auch unter Physikern ziemlicher Kult. Müsste ich mir wirklich, wirklich mal antun.

"The Machine (film), a 2013 British science fiction film"? Vermutlich nicht 2017 Bollywood? ;)

"Ex Machina" fiel für mich eher unter "ganz brauchbar" als wirklich "einer der besten"; gut produziert und gespielt, eigentlich keine echten Fehler, aber irgendwie enthielt der Film zu genau das, was ich erwartet hatte, und nichts irgendwie wirklich überraschendes oder beeindruckendes.

Ipsissimus
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Fr 16. Nov 2018, 09:56 - Beitrag #10

Ja, gemeint ist der britische SF-Film^^ er hat mir auch deutlich besser gefallen als Ex Machina, den ich ungefähr wie du einschätze, als ganz nett^^

und ja, The Expanse solltest du dir mittlerweile wirklich, wirklich mal antun^^ allein schon die realistische Physik müsste es dir eigentlich antun^^ und die Bücher sind auch echt gut^^

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Fr 30. Nov 2018, 12:19 - Beitrag #11

Ich fand den letzten von Stargate gut, den mit den falschen Göttern. Mir fällt der Name nicht mehr ein. Irgendwas mit O.

Ipsissimus
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Sa 1. Dez 2018, 15:51 - Beitrag #12

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