Thomas De Münchhausen

Das aktuelle politische Geschehen in Deutschland und der ganzen Welt sowie wichtige Ereignisse der Weltgeschichte.
Maglor
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So 15. Okt 2017, 10:41 - Beitrag #1

Thomas De Münchhausen

Warum produziert eigentlich unser Innenminister am laufenden Band Fakenews?

Der neuste Streich: In Regionen, in denen es viele Muslime gibt, sollten islamische Feiertage eingeführt werden.

Aha. In welcher Region Deutschlands gibt denn bitte viele Muslime?

Traitor
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Mi 15. Nov 2017, 23:30 - Beitrag #2

War das nicht schon immer die Aufgabe dieses Amtes? Zudem könnte die CSU ihn ja bald von dieser schweren Verantwortung erlösen.

In welcher Region Deutschlands gibt denn bitte viele Muslime?
Nunja, hängt davon ab, ob du absolut oder relativ rechnen willst, welche Subkonfessionen man aufaddiert, und welcher Fake-Stats-Agentur man glaubt. Halbwegs solide dürfte aber eine größere Gesamtbevölkerung als die von Katar, beispielsweise, zusammenkommen. ;)

Eine einfache Lösung wäre doch, in der Gesamtbevölkerung Wünsche nach neuen Themenfeiertagen (egal, ob muslimisch, kommunistisch oder violett) abzufragen. Dann die Gesamtbevölkerung eine Klausur über die aktuell existierenden christlichen Feiertage schreiben lassen. Jeder Feiertag, von dem weniger % erklären können, was sein Anlass ist, als es % Wünsche für einen Alternativtag gibt, wird ersetzt.

Und um die komplizierte regionale Statistik zu vermeiden: Feiertage gehören für mich eh zu den vielen Dingen, die bundesweit vereinheitlicht werden sollten, wenn auch nicht zu den wichtigeren davon.

Maglor
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Do 16. Nov 2017, 20:41 - Beitrag #3

Es handelt sich um eine doppelte Trottelei des ungläubigen Thomas oder sollte man besser von Trollerei reden?
Erst ein paar Tage zuvor hatte Union die seltsame Parole "Deutschland muss Deutschland bleiben" verbreitet. Das plötzliche Hervorpreschen des Innenministers steht somit natürlich der Parteilinie entgegen, aber das hat eigentlich schon wieder Tradition. Er ist wahrscheinlich der einzige Minister außerhalb der CSU, der eigentlich Opposition angehört.

Den Feiertagsvorschlag an sich, finde ich nicht schlimm, im Gegenteil - es kann nie genug gesetzliche Feiertage geben. :crazy:

Das Problem ist, dass der Vorschlag des Innenminister als linksversifftes Multikulti-Ding erkannt wurde, dabei ist das genaue Gegenteil der Fall. De Münchhausen bediente das rechte Konstrukt der Umvolkung, Islamisierung usw. Der Untergang des Abendlandes steht also unmittelbar bevor.

In Wirklichkeit gibt es in fast allen Regionen Deutschlands nicht mal genug Protestanten für protestantische Feiertage. Wer hat denn an Buß- und Bettag frei?
Sinnvoller wäre es in Regionen mit vielen Nazis ein paar Nazi-Feiertage einzuführen. :o

Zitat von Traitor:Halbwegs solide dürfte aber eine größere Gesamtbevölkerung als die von Katar, beispielsweise, zusammenkommen. ;)

Ich verstehe deinen Vergleich nicht. Die Bevölkerung des Emirat besteht mehrheitlich aus Zuwanderern. In Katar gibt es mehr Inder als Kataris. Nur eine Minderheit gehört der Staatsrelgion wahabitischer Islam an.
Katar ist ein gutes Beispiel dafür wie eine Elite Migranten im Status von Untermenschen hält.

Lykurg
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Do 16. Nov 2017, 22:48 - Beitrag #4

Wer hat denn an Buß- und Bettag frei?
Sinnvoller wäre es in Regionen mit vielen Nazis ein paar Nazi-Feiertage einzuführen. :o
Ich! - Und ja, mit einem Protestantenanteil von nominell knapp über 20 Prozent liegt man hier jedenfalls weit unter den letzten AfD-Ergebnissen; in manchen Landkreisen würden Nazifeiertage sicherlich auf breiteste Zustimmung stoßen (islamische wohl eher weniger). In anderen Ecken der Republik dagegen...

Aber ja, ein seltsamer Slogan. Hätte man es nicht bei "Brautkleid bleibt Brautkleid und Blaukraut bleibt Blaukraut" belassen können?

Ipsissimus
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Fr 17. Nov 2017, 10:15 - Beitrag #5

Zitat von Maglor:In welcher Region Deutschlands gibt denn bitte viele Muslime?


Man nennt es gefühlte Wirklichkeit, und es ist als Wirklichkeitsmodell so gut wie jedes andere, das Wirklichkeit frei permutierbar macht^^

Maglor
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Fr 17. Nov 2017, 11:35 - Beitrag #6

So einfach ist nun auch wieder nicht. Wenn besorgte Bürger den Innenminister beim Wort nehmen, sind sie nicht den eigenen subjektiven Eindrücken erlegen, sondern der schlichten Falle des Innenministers erlegen.
Beim Herrn Innenminister stellt sich natürlich noch die Frage, ob er das wirklich fühlt oder bewusst lügt. Besonders peinlich war es jedenfalls nicht, als er zugeben musste, dass er seine Statisken frei erfunden hat.
Die Münchhausen-Nummer läuft schon ziemlich lange. Zusammen mit Schäuble hat die sogenannten Gefährder und Integrationsverweigerer erfunden. Nach jahrelanger Vorbereitung kann er endlich ernten.

Zitat von ZEIT:Minister Pengpeng
Der Weg des Ministers, Politik zu gestalten, geht so: Scheinrealitäten inszenieren, Prosa erfinden, Gesetzesverschärfungen einführen. Er ist damit sehr erfolgreich. Und deshalb gibt es gar keinen Grund von dieser Methode abzulassen, die natürlich immer so aussieht, als sei Thomas de Maizière extrem busy, extrem geschäftig, extrem im Thema.


Die Erwartungshaltung an den Innenminister ist, dass er nicht groben Unfug erzählt. Wir sind nicht Burka, ist auch kein selbstverständlicher Teil einer Leitkultur, sondern schlicht eine ungrammatische Parole. Für den Innenminister erfolgt viel mehr eine Objektivierung rechte Narrative, deren Kritik durch die Presse wirkungslos erscheint.

Für die Zukunft bleibt natürlich die Hoffnung, dass der Posten demnächst von einem CSU-Pappkameraden übernommen wird. Einem Angehörigen dieser Partei kann man solchen groben Unfug schlicht nicht übel nehmen, da er Teil des CSU-Ehrenkodexes ist.

Ipsissimus
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Fr 17. Nov 2017, 18:41 - Beitrag #7

Zitat von Maglor:So einfach ist nun auch wieder nicht. Wenn besorgte Bürger den Innenminister beim Wort nehmen, sind sie nicht den eigenen subjektiven Eindrücken erlegen, sondern der schlichten Falle des Innenministers erlegen.


Was sehen zwei Spiegel, die einander gegenüber stehen? Projektionsflächen.

Oder anders gesagt, klassischer Fall von halb zog sie ihn, halb sank er hin.

Traitor
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Fr 17. Nov 2017, 20:41 - Beitrag #8

Zitat von Maglor:"Deutschland muss Deutschland bleiben"
Und ich hatte immer gehofft, Deutschland würde eines Tages Deutschland werden.

Zitat von Maglor:Das Problem ist, dass der Vorschlag des Innenminister als linksversifftes Multikulti-Ding erkannt wurde, dabei ist das genaue Gegenteil der Fall. De Münchhausen bediente das rechte Konstrukt der Umvolkung, Islamisierung usw. Der Untergang des Abendlandes steht also unmittelbar bevor.
Klar, das ist das doppelte Spiel dabei, und dass es so durchsichtig ist, schadet seiner Wirksamkeit leider nicht.

Ich verstehe deinen Vergleich nicht. Die Bevölkerung des Emirat besteht mehrheitlich aus Zuwanderern. In Katar gibt es mehr Inder als Kataris. Nur eine Minderheit gehört der Staatsrelgion wahabitischer Islam an.
Katar ist ein gutes Beispiel dafür wie eine Elite Migranten im Status von Untermenschen hält.
Tja, die Statistik macht das aber nur noch eindeutiger. In Sachen Motivkritik sind wir uns einig, "Muslime sind statistisch vernachlässigbar" ist aber keine sinnvolle Konterstrategie - weder korrekt, noch sollte derartige ablenkende Besänftigung die Antwort auf "Bedenkenträger" sein.

Besonders peinlich war es jedenfalls nicht, als er zugeben musste, dass er seine Statisken frei erfunden hat.
Oh, gibt es da explizite Zitate?

Die Erwartungshaltung an den Innenminister ist, dass er nicht groben Unfug erzählt.
Die Erwartung hatte ich noch nie, der Posten stellte sich mir, seit ich Politik bewusst wahrnehme, immer schon als Fascho vom Dienst dar. Jede Regierung spielt eine "good cop, bad cop"-Nummer, bei der die Hardliner (insbesondere der InnMi) grenzwertige oder klar grenzüberschreitende Vorschläge machen, damit Parlament und Kanzlerin dann so tun können, als hätten sie im Vergleich viel harmlosere Alternativen durchgesetzt.

Der "Gefährder" scheint übrigens sogar noch aus rot-grüner Zeit zu stammen, wenn auch eher aus dem Tiefen Staat; WP zitiert dieses Bundestags-Dokument von 2006 mit Verweis auf eine "AG der Leiter der Landeskriminalämter und des Bundeskriminalamts" von 2004.

Hm, und wenn wir uns in einem Thema über muslimische Feiertage innerhalb von 6 Beiträgen zum Thema "Gefährder" bringen lassen, dann haben SIE wohl schon gewonnen.

Maglor
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Fr 17. Nov 2017, 22:15 - Beitrag #9

Zitat von Traitor:
Besonders peinlich war es jedenfalls nicht, als er zugeben musste, dass er seine Statisken frei erfunden hat.
Oh, gibt es da explizite Zitate?

Dass er seinen Fehler wirklich eingesehen hat, war leider nur meine Wunschphantasie.

In einem der vielen Gespräche, die er zum Thema Abschiebehindernisse geführt habe, habe man ihm "auch von einer Quote von 70 Prozent der Männer unter 40 Jahren berichtet, die vor einer Abschiebung für krank und nicht transportfähig erklärt werden", sagte de Maizière der Deutschen Presse-Agentur. "Dass ich durch meine Antwort in einem Interview den Eindruck erweckt habe, dass die Zahl von 70 Prozent eine allgemeingültige, statistisch belegbare Größe ist und eben nicht nur ein Erfahrungswert, war nicht meine Absicht."
zitiert nach Tagesspiegel

Wer hätte den ahnen können, dass die Leute 70 % für eine statistische Größe halten? :rolleyes:

Traitor
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Sa 18. Nov 2017, 11:14 - Beitrag #10

Ah, klar, das Zitat. Ich dachte, explizit eines zu regionalen Mehrheitsverhältnissen. Dass ein "Erfahrungswert" eine Statistik ersetzen kann, ist natürlich das Grundprinzip "alternativer Fakten".

Maglor
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Sa 17. Mär 2018, 10:17 - Beitrag #11

Wer hätte gedacht, dass ich den ungläubigen Thomas so schnell vermissen werde. Noch mehr werde ich demnächst wohl meine Bürgerrechte vermissen. ;)
Wie lange dauert es wohl, bis mich der braune Horst als abstrakte Gefahr identifiziert?
Zum Glück bin ich weder Muslim noch Ausländer und wenigstens vor den schlimmsten Angriffen sicher.

Traitor
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Mo 21. Mai 2018, 20:39 - Beitrag #12

Dass er so geräuschlos in der Versenkung verschwunden ist, hat mich sehr überrascht. Sitzt er wirklich nur noch die Hinterbank platt, oder hat er irgendwelche größeren Verschwörungen am laufen?

Ob der Heimathorst schlimmer oder harmloser ist, bin ich mir nicht sicher. Einerseits ist er noch dreister, andererseits aber auch leichter zu durchschauen, während TdM durchaus das Potential hatte, auch intelligente Bürger zu verführen.

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Di 22. Mai 2018, 07:43 - Beitrag #13

Zitat von Maglor:Wer hätte gedacht, dass ich den ungläubigen Thomas so schnell vermissen werde.

Ich fühle mit dir :shy:

Zitat von Maglor: Noch mehr werde ich demnächst wohl meine Bürgerrechte vermissen. ;)

Sieh es positiv, was rar ist ist meist auch kostbar. Dass heißt im Endeffekt, dass nun erkannt wurde das deine Bürgerrechte kostbar sind und nun versucht wird, es angemessen wertstabil zuhalten ;) :wzg:

Zitat von Maglor:Wie lange dauert es wohl, bis mich der braune Horst als abstrakte Gefahr identifiziert?

Hat er schon. ..... (Du hast eine eigene Meinung, bist im Internet unterwehst, auch Politisch,....... .) ..... Du Atmest, deswegen bist du eine Gefahr und nicht nur abstrakt.
Jeder der Atmet ist eine Gefahr! :para:

Zitat von Maglor:Zum Glück bin ich weder Muslim noch Ausländer und wenigstens vor den schlimmsten Angriffen sicher.

Hast aber Kontakt zueinen. Somit Bist du und wahrscheinlich alle anderen mit dem du Kontakt hast im Visier.
Ich denke so in 10 bis 15 Jahren ist jeder der mit einem Muslim oder Ausländer Kontakt hat, bis auf 2-3 Sprünge vom ""Gefahrenherd" gesehen eine Gefahr darstellt und strengsten überwacht wir.
Na ja, wenn bis dahin die (Bundesregierung) Bayrischeregierung herausfindet was dass Internet ist, und wie leicht mann damit läute überwachen kann.
Dann würde aber der Breitbandausbau eine noch nie gesehene hohe Dynamik erreichen. Und soweit Subventioniert würde, dass sogar der Obdachlose in einem Dorf mit 50 Familien, mit LTE und wirklichen Internet Flatrate Surfen und Telefonieren würde. Ein Dach über den Kopf hätte er immer noch nicht, aber dafür Internet. Ist eindeutig mehr Lebensqualität. :stupid:

Zitat von Traitor:Dass er so geräuschlos in der Versenkung verschwunden ist, hat mich sehr überrascht. Sitzt er wirklich nur noch die Hinterbank platt, oder hat er irgendwelche größeren Verschwörungen am laufen?

Ob der Heimathorst schlimmer oder harmloser ist, bin ich mir nicht sicher. Einerseits ist er noch dreister, andererseits aber auch leichter zu durchschauen, während TdM durchaus das Potential hatte, auch intelligente Bürger zu verführen.


Mal schauen wie sich das ganze entwickeln wird.
Über den Thomas mach ich mir aktuell wenig sorgen. Seine einzige größere Verschwörungen ist es nicht im Politischen Abgrund des versessenst zu landen.
Aktuell mach ich mir am meisten sorgen wegen dem Heiko Maas (er kennt den unterschied zwischen "aus-" und "in-" nicht) und danach um denn Heimathorst. Bei ihm werden wir erst nach den Wahlen in Bayern sehen, wie viel schaden er in Berlin wirklich anrichtet.

Maglor
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Sa 9. Feb 2019, 11:03 - Beitrag #14

Der arme Thomas fühlt sich jetzt durch den Horst in seiner Ehre verletzt.
Thomas: "Diese Formulierung überschreitet die politisch zulässige Grenze einer streitbaren Debatte unter Koalitionspartnern. Wenn sich ein Minister nach langen Diskussionen einer Rechtsauffassung anschließt und eine Entscheidung trifft, die er für rechtmäßig hält, die im Nachhinein aber manchen nicht gefällt, dann ist der Vorwurf eines Rechtsbruchs ehrabschneidend."
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Traitor
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So 10. Feb 2019, 11:45 - Beitrag #15

Im inhaltlichen Rückblick auf die Grenzfrage stimme ich Maiziere da ja durchaus zu. (Eine seiner wenigen "liberalen" Aktionen.) Aber das von Maglor gebrachte Zitat ist erschreckend: "die er für rechtmäßig hält" ergibt also, dass es kein "Rechtsbruch" gewesen sein kann. Ein Minister kann also per Definition kein Recht brechen, denn nicht Parlament oder Gerichte entscheiden, was "Recht" ist, sondern allein seine eigene Meinung. Außer "ich will Diktator auf Lebenszeit werden" fällt mir kaum ein Satz ein, mit dem man sich selbst klarer "verfassungsfeindliche Gesinnung" auf die Stirn stempeln könnte. Man kann nur hoffen, dass er nie wieder ein Exekutivamt bekleidet.

Maglor
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So 10. Feb 2019, 13:00 - Beitrag #16

Ich halte die gesamte Argumentation für zutiefst antiliberal und schmittistisch. Es ist vielsagend, dass Menschenrechte für ihn gar kein Argument sind.
Das passt natürlich bestens zu den rechtsradikalen Aphorismen des Carl Schmitt: "Der Führer schützt das Recht vor dem schlimmsten Missbrauch, wenn er im Augenblick der Gefahr kraft seines Führertums als oberster Gerichtsherr unmittelbar Recht schafft."

De Maizaires Entscheidung sei vor allem politisch gewesen. Also: Politik ist wichtiger als die Rechtsmäßigkeit bzw. die Politik bestimmt die Rechtsmäßigkeit.
Sein Argument für die Aufnahme von Flüchtlinge ist im Grunde nur ein ästhetisches Geschmacksurteil: "nur möglich unter Inkaufnahme von seh hässlichen Bildern"
Dieses Geschmacksurteil wird dadurch rechtens, dass es der Innenminister trifft.

De Maizaires Kritik an Seehofers lässt natürlich auf eine schmittistische Freund-Feind-Bestimmung reduzieren. Sachliche oder juristische Argumentation spielen da gar keine Rolle.

Seehofers Argumentation ist natürlich ebenfalls schmittistisch und antiliberal. Beide verfolgten das Ideal der Staatsallmacht.


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