Trump

Das aktuelle politische Geschehen in Deutschland und der ganzen Welt sowie wichtige Ereignisse der Weltgeschichte.
Feuerkopf
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Mi 9. Nov 2016, 16:02 - Beitrag #1

Trump

Donald Trump ist Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.


God bless America.

Abgetrennt aus Dem Kurzen Kommentar - Traitor

aleanjre
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Mi 9. Nov 2016, 17:47 - Beitrag #2

In Europe and America, there's a growing feeling of hysteria... > Sting hat es perfekt ausgedrückt, auch wenn Russland nur ein Teil des Gesamtproblems ist.
https://www.youtube.com/watch?v=ygXPudX2rhE

Traitor
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Di 15. Nov 2016, 00:57 - Beitrag #3

Feuerkopf, ich spendiere dir mal die Ehre, rückwirkend diesen dringend nötigen Thread eröffnet zu haben.

Trump... allen Ernstes, Trump... :wand: Ich würde ja gerne sagen: ich hätte das nie für möglich gehalten, ich kann es immer noch nicht glauben etc.
Aber da ich vor ein paar Monaten durch das tiefste Hinterland von Pennsylvania (einen der Staaten, die jetzt mit knappem "Mehrheit"swechsel wahlentscheidend waren) gefahren bin und dabei längere Zeit nur genau zwei Radiosender empfangen konnte, beide christlich-rechte Propaganda mit nahezu durchgehendem Obama-Bashing, wundert es mich ehrlich gesagt kaum... Es wurde ja immer wieder geschrieben, dass die demographische Entwicklung die Republikaner abgehängt hätte und es (egal ob mit Trump oder einem normalen Kandidaten) klar wäre, wie die nächsten paar Wahlen ausgehen. Aber deren sicheres Wählerreservoir ist immer noch stabiler als das der Demokraten, und wenn dann die Stamm-Demos durch die Sanders-Niederlage und Clintons übermäßige Wirtschaftsnähe enttäuscht sind und es dazu einen Mobilisierungsunterschied in der Mitte zwischen nach scharf-rechts Aufgeputschten und den eigentlich [strike]links[/strike] blau Tendierenden, aber durch "die Wahl ist eh längst für Clinton eingetütet" Eingelullten, gibt, dann passiert sowas halt. Letztlich in dieser Iteration zwar nur durch die Absurditäten des dortigen Wahlunrechts, aber mit einem minimal weniger ekligen, jedoch durchaus auch gleich radikalen Kandidaten könnte sowas auch mit echter Mehrheit passieren.

Nicht, dass Clinton eine tolle Präsidentin geworden wäre, oder auch nur eine genauso mittelmäßige, wie Obama es am Ende dann leider einer war... aber selbst wenn sie zu wenig Fortschritt bei Menschen- und Arbeitnehmerrechten, Sozial- und Klimapolitik gebracht hätte, außenpolitisch weiter gezündelt hätte, wenigstens wäre mit ihr ziemlich sicher nichts Schlimmeres passiert als das, was in/mit den USA halt eh Standard ist.

Trump hingegen - im unwahrscheinlichsten allerbesten Fall war er doch soviel mehr Lautsprecher als Mann der Tat und haut ihm seine Partei doch mehr auf die Finger, als sie sich das bisher traute, und er wird nur genauso schlimm wie Bush Jr. Im schlimmsten Fall setzt er auf lupenreinen Faschismus und nach 4 Jahren sind die USA auf einem ähnlichen Weg wie Russland, Ungarn oder die Türkei. Am wahrscheinlichen kommt ein gutes Bush-Grundniveau an Idiotie, Menschenverachtung und verschärftem Leid für alle Kleinbürger und Randgruppen heraus, mit seltenen bis häufigen Irrlichtereien noch schlimmerer Idiotie.

Entscheidend wird wohl sein, wie gleichgeschaltet die Parlamente sich geben, und ob sich ihm die Gelegenheit zu nicht nur einer, sondern zwei Supreme-Court-Ernennungen ergibt - wenn letzteres, dann auf ein Jahrzehnt gute Nacht für jegliche soziale Entwicklungen dort drüben.

Ipsissimus
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Di 15. Nov 2016, 01:51 - Beitrag #4

Wir dürften uns einig darin sein, dass Trump nicht satisfaktionsfähig ist. Mich wundert allerdings, dass Clinton offenbar für satisfaktionsfähig gehalten wird. Sie ist in meinen Augen nicht das kleinere Übel, sondern eines von zwei gleichgroßen. Bei ihr wäre die Erosion der Menschlichkeit ohne großartige Schlagzeilen im Stillen weitergeführt worden; mag sein, dass Trump diesbezüglich für gelegentliche Schlagzeilen sorgen wird - letzten Endes sind beide keine Kandidaten, die menschliches Elend als Aufgabe oder Auftrag verstehen, die Lage der Elenden zu verbessern.

Maglor
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Di 15. Nov 2016, 20:38 - Beitrag #5

Von der Trumpmanie bin ich nur mäßig beeindruckt.
Ich erinnere mich noch gut an die Proteste gegen die Amtseinführung von George Bush II. Alsbald wurde der neue Präsident von den Medien als Trottel und Wahlbetrüger vorgeführt. Später trat er dann als Retter der freien Welt oder alternativ als deren Vernichter auf. In der Sache haben diese Inszenierungen nichts geändert außer vielleicht die Stimmung. Auch die Inszenierung von Obama als Weltverbesserer und Humanisten hat nichts an der echten Politik geändert - zumindest aus meiner bescheidenen Außenpersepektive. De facto hat Obama mehr Kriege zu verantworten als George W. Bush und ihn auch in der Qualität der Supermachthybris weit übertroffen.

Trump-Kritiker und Anhänger sind schwer zu unterscheiden, weil sie sich der selben Parolen bedienen. Trump-Gegner (Kritiker wäre ein Euphemismus) greifen sehr oft selbst auf die Trump-Methode zurückgreifen. Kritik, besser Polemik gegen die Person, die Familie oder die sexuellen Vorlieben eines Kandidaten oder sein angebliches kriminelles Verhalten bestimmen die Debatte. Politische Programme und Maßnahmenkataloge interessieren niemanden mehr. (Wenn es um die Programme gehen würden, müssen doch jetzt die betrogenen Trump-Wähler auf die Straße gehen, weil Trump Obama-Care erhalten will und nicht mehr alle Mexikaner aus dem Land werfen will. Stattdessen rebellieren jetzt die Trump-Gegner, obwohl Trump offenbar die Obama-Politik fortsetzen will.) Besonders verstörend wirken auf mich rassistische Deutungsmuster, nach denen dumme weiße Männer für den Aufstieg Trumps die Verantwortung tragen.
Clinton und Trump sind sich wahrscheinlich ähnlicher, als die meisten wahrhaben wollen. Sehr deutlich wird dies zum Beispiel daran, dass Trump nun seine Familienmitglieder an Schlüsselpositionen setzt. Die Trumps könnten die neuen Clintons oder Bushs werden.
Aufgrund der starken Polarisierung, die auf beiden Seiten schnell in Hass und Verachtung abgleitet, muss Trump natürlich aufpasse, dass er nicht zum neuen Kennedy wird. Die Voraussetzungen für Attentäte und Lynchmorde wie in den 1960ern sind vorhanden: Irre Amerikaner mit Schusswaffen. Ein einziger reicht völlig aus.

Vielleicht hilft auf ein Blick zurück in die Geschichte. In der Verklärung wurde John F. Kennedy schon zu Lebzeiten zum Hoffnungsträger für Friede, Freude, Eierkuchen. In Wirklichkeit verdankt die USA ihm den Einstieg in den Vietnamkrieg. Einen 3. Weltkrieg um Kuba hat er sich wenigstens gewünscht. Dass Kennedy als Politiker im wesentlich vom eigenen Vater protegiert wurde und Teil einer extrem korrupten elitären Familie war, wird kaum beachtet. Er ist der Gute.
Das alte vulkanische Sprichwort besagt jedoch, dass nur Nixon nach China gehen konnte. Er trat als Hardliner und Falke an und musste sich als Taube beweisen.
So besteht zumindest bei Trump die Hoffnung, dass auch er im Amt zur Taube wird ... oder wenigstens genauso erträglich wird wie Berlusconi. :crazy:

Traitor
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Do 17. Nov 2016, 23:53 - Beitrag #6

Ipsissimus, ich weiß, "nicht satisfaktionsfähig" ist dein liebstes Rundumschlagsargument, aber hier finde ich das Wort gerade recht passend, um einen Unterschied zwischen den beiden aufzuzeigen. Mit und über Clinton kann man sich vernünftig innerhalb des etablierten politischen Debattenrahmens und rationaler Bezugspunkte auseinandersetzen. Mit Trump nicht. Mit Clinton mag man inhaltliche Uneinigkeiten haben, ich selbst auch schon so einige und du vermutlich mehr, als hier aufzuzählen realistisch ist; aber es sind diskussionswürdige Themen, bei denen beide Seiten Argumente haben und sich auf halbwegs festem Boden bewegen. Trump dagegen ist nicht nur krawallig, er ignoriert und demontiert allgemeine Übereinkünfte und eigentlich unverhandelbare Grundrechte seiner Gegner und Ziele.

Maglor, Dubya war ja auch ein Trottel und ein Wahlbetrüger. Trump ist nicht ganz so trottelig und damit (zumindest als Einzelperson) gefährlicher; und er hatte keinen derart offensichtlichen Betrug nötig, da Glück und legale Wahlrechtsfehler schon auf seiner Seite waren. Und das Ausmaß der Hysterie und Proteste gegen Trump erreichte die Bush-Verachtung damals nicht, denn er war halt einfach nur ein weiterer unfähiger Republikaner, der sich im Verlauf seiner Regierungszeit dann aber sogar eher als schlimmer als erwartet herausstellte. (Bzw. es war unterschätzt worden, wieviel ein abgrundtief boshaftes Beraterteam anstellen kann, wenn es eine trottelige Marionette zur Hand hat.)

Und daraus, dass die Stilverrohung auch auf der Gegenseite erschreckend weit fortgeschritten ist, zu folgern, es gäbe auch inhaltlich keinen qualitativen Unterschied, ist zu einfach. Es war sehr klar, wer den Tonfall setzte, und wer sich nur dazu hinreißen ließ. Und es gibt sehr viele äußerst feinsinnige und vernünftige Amerikaner, auch durchaus selbst nach hiesigen Kriterien Linke, die sich in der Schlussphase stark für Clinton engagierten, weil sie eben ein gutes Gespür dafür haben, wie massiv die angeblich kaum zu erkennenden Unterschiede zwischen "zwei gleich großen Übeln" doch noch sein können.

Sehr deutlich wird dies zum Beispiel daran, dass Trump nun seine Familienmitglieder an Schlüsselpositionen setzt. Die Trumps könnten die neuen Clintons oder Bushs werden.
So offen wie er hat das bisher wohl noch niemand versucht, andere Dynastien hatten meist darauf geachtet, dass ihre Mitglieder entweder nur nacheinander oder, wenn parallel, dann zumindest formell unabhängig voneinander an ihre Ämter kamen. Aber an sich ist das tatsächlich eine Sache, bei der er sich letztich nur graduell vom Usus absetzt, und die ihm vor allem aufgrund seines ansonsten schon völlig (und verdient) ramponierten Rufes so stark vorgehalten wird.

Die Voraussetzungen für Attentäte und Lynchmorde wie in den 1960ern sind vorhanden: Irre Amerikaner mit Schusswaffen. Ein einziger reicht völlig aus.
Die Waffen konzentrieren sich natürlich deutlich stärker auf seiner Unterstützer- als Hasserseite; ein Einzeltäter auch gegen ihn ist natürlich nicht auszuschließen, das Risiko schätze ich aber als eher geringer ein, als es für Obama war.

Das alte vulkanische Sprichwort besagt jedoch, dass nur Nixon nach China gehen konnte.
Und die Umkehr ist halt leider, dass nur ein Kennedy in Vietnam eingreifen, ein Obama den NSA-Skandal völlig ignorieren oder ein Schröder Hartz4 einführen konnte. Nixons Gesamtbilanz dürfte Spock aber auch nicht sonderlich gefallen haben.

oder wenigstens genauso erträglich wird wie Berlusconi. :crazy:
Das wäre irgendwo zwischen meinem "optimistischen" und mittleren Szenario, mit Betonung des Nebenaspektes, dass er zwar vielleicht nicht so viel praktisch Schlimmes umsetzt, wie derzeit zu befürchten steht, aber die politische und Medienkultur noch auf lange Zeit hinaus noch mehr ruiniert.

Ipsissimus
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Fr 18. Nov 2016, 00:05 - Beitrag #7

Zitat von Traitor:Ipsissimus, ich weiß, "nicht satisfaktionsfähig" ist dein liebstes Rundumschlagsargument

Die Satisfaktionsfähigkeit ist überhaupt kein Argument, sondern eine Wertung^^

Clinton hat als Außenministerin der Obama-Regierung den Einsatz von Drohnen und die Tötung von angeblichen oder tatsächlichen Terroristen ohne richterliche Beschlüsse mitgetragen. Da ist m.E. nichts zu diskutieren über mögliche Sinnfälligkeit^^ wenn der ICC sein Geld wert und kein Instrument des Neokolonialismus wäre, müsste sie genauso wie Obama und weitere MitgliederInnen seiner Regierung vor den Richtern in Den Haag erscheinen. Und verurteilt werden wegen billigender Teilnahme und Unterstützung von Massenmord.

Schaun wir mal, was Trump in den nächsten Jahren so anrichten wird. Wahrscheinlich werde ich in vier Jahren von ihm dassselbe sagen. Frühestens mit dem ersten von ihm zu verantwortenden Toten.

Maglor
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Fr 18. Nov 2016, 00:33 - Beitrag #8

Zitat von Traitor:Trump ist nicht ganz so trottelig und damit (zumindest als Einzelperson) gefährlicher;

Welche Gefahr geht denn Trump aus?
Wird den Konflikt mit Russland verweigern? Ganz schlimm.
Wird die USA den europäischen Wünschen nach militärischen Interventionen nicht mehr nachkommen? Schade, dann muss Europa demnächst die eigene Jugend opfern, wenn sie sich Regimewechsel oder Grenzveränderung südlich von Sarajevo wünscht.

Ein wichtiger Teil des propagandistisches Trump-Maßnahmenkatalogs: "Ich baue eine Mauer um Mexiko."
Oft wird so getan, als wäre dies technisch oder menschlich unmöglich. Diese Sichtweise wird aber schon dadurch negiert, dass der Grenzzaun zu Mexiko längst Realität ist. Die Festung Amerika gibt es schon, ebenso ihre Opfer. Trumps Forderung nach der Mauer ist kein Unsinn, sondern schlicht unnötig.

Zuletzt konnte man überall lesen, dass sich die Trump-Söhne bei einer Großwildjagd mit einem toten Leoparden ablichten ließen. Das ist so eine typische Anti-Trump-Meldung dieser Tage. Boulevard, unnötige, dumme Nachrichten.
Aber was ist mit Hillary Clinton? Von ihr gibt es Posing-Fotos von der Live-Exekution Osama bin Ladens. Wen interessiert den sowas? Gut, man hat Clinton dafür kritisiert, dass sie dabei nicht gelächelt hat. Was läuft in Amerika eigentlich richtig?

Traitor
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Fr 18. Nov 2016, 00:37 - Beitrag #9

Zitat von Ipsissimus:Die Satisfaktionsfähigkeit ist überhaupt kein Argument, sondern eine Wertung^^
Ich gebe zu, bei politischen Diskussionen habe ich es weitgehend aufgegeben, zwischen diesen beiden Kategorien zu unterscheiden. ;) Ich erkenne aber an, dass du einer der wenigen Diskussionsopponenten bist, bei denen es sich doch noch lohnt, darauf zu achten.

Zitat von Ipsissimus:wenn der ICC sein Geld wert und kein Instrument des Neokolonialismus wäre, müsste sie genauso wie Obama und weitere MitgliederInnen seiner Regierung vor den Richtern in Den Haag erscheinen. Und verurteilt werden wegen billigender Teilnahme und Unterstützung von Massenmord.
Den Begriff "Massenmord" würde man juristisch gesehen wohl selbst bei einem geldwerten Gerichtshof nicht durchbringen, für mehrfachen Mord in zig Fällen würde ich die ganze Truppe aber auch sehr gerne verurteilt sehen wollen.

Das Problem ist aber, dass das grundsätzliche Missachten von Menschen-, Staats- und Völkerrechten auf der Außenbühne eine derartige Konstante der US-Außenpolitik ist, dass es einfach nicht als Bewertungskriterium für einzelne Kandidaten taugt.

Zitat von Maglor:Zuletzt konnte man überall lesen, dass sich die Trump-Söhne bei einer Großwildjagd mit einem toten Leoparden ablichten ließen.
Beste Qualifikation für die Familie, nach Spanien auszuwandern und dort die Monarchie zu übernehmen.

Was läuft in Amerika eigentlich richtig?
Wenig, sehr sehr wenig.

Bei der Mauer geht es vermutlich darum, dass das Maurergewerbe ein größeres Stimmenkontingent anzubieten hatte als das Maschendrahtzaunknüpfergewerbe. Und eine Mauer um Mexiko hat selbst Trump nie gefordert, den Zugang zum Meer, Guatemala und Belize will wohl selbst Er ihnen noch lassen. ;)

Ipsissimus
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Fr 18. Nov 2016, 00:58 - Beitrag #10

dass es einfach nicht als Bewertungskriterium für einzelne Kandidaten taugt

dass es als Kriterium nicht durchsetzbar ist, stimmt wohl eher. Eine Mörderin unter 1000 Mördern ist immer noch eine Mörderin

Traitor
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Fr 18. Nov 2016, 01:14 - Beitrag #11

"taugt" = "nützlich ist" = "durchsetzbar ist", akzeptable Synonymkette in diesem Zusammenhang.

Ipsissimus
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Fr 18. Nov 2016, 02:39 - Beitrag #12

Und was besagt die Synonymkette? Dass es keine Alternative zu Clinton gab? Immerhin haben die Demokraten die Vorwahlen massiv zugunsten Clintons auf Kosten von Sanders manipuliert. In der New York Times wurde ein Tweet zitiert, sinngemäß Das ist eben das, was ihr bekommt, wenn ihr eure Wähler betrügt. Nein, Clinton ist nicht das geringere Übel. Es sind gleichgroße, gleich fürchterliche Übel. Die Wahl zwischen Tollwut und Pestsepsis ist keine Wahl; obwohl die Symptome jeweils unterschiedlich aussehen, ist das Ergebnis sehr zuverlässig dasselbe.

Maglor
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Fr 10. Feb 2017, 14:43 - Beitrag #13

In der Freitag gibt es einen spannenden Blog-Beitrag zur Trump-Hysterie in Europa: Doppelte Standards reloaded
Wie die Fixierung auf Trump vom nach wie vor wirksmanen, dunklen Erbe Berlusconis abelenkt.

Lykurg
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So 12. Feb 2017, 21:44 - Beitrag #14

Ich schätze den in US-Foren verbreiteten Titel Cheeto Benito, der die italienische Verbindung nachzieht (nebst der allerliebsten Verbindung aus Cheetah, cheat und Cheeto-orange).

Aber ja, natürlich liegt Ablenkung von eigenen Verfehlungen im europäischen Interesse. Andererseits ist ein jähzorniger Idiot mit faschistoiden Strippenziehern als US-Präsident auch für Europa - vielleicht mit Ausnahme Italiens - schädlicher als Berlusconi es sein konnte. Italien war auch vor ihm nicht eitel Sonnenschein, und das Gewicht ist einfach viel geringer.

Maglor
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Do 17. Aug 2017, 17:38 - Beitrag #15

Horst Seehofer gefangen in der Frisur von Diete Bohlen.
Mit Donald Trump wird Weltpolitik zur Reality-Show.
Selbst andere Irre wird der geliebte Marschall Kim III. können im Schatten des großen Trump noch ein wenig von seiner Verstrahlung erhaschen und neuen Ruhm ernten.
Han Solo hat zuerst geschossen! :crazy:

Feuerkopf
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Fr 24. Nov 2017, 18:51 - Beitrag #16

Ein Jahr Nr. 45.

Es ist wie Reality-TV. Ich sitze jeden Tag vor den Infos aus den USA und denke, dass jeder Drehbuchautor, der sich so einen Quark ausdenken würde, längst gefeuert wäre. Dennoch erliege ich der morbiden Faszination eines unglaublich dreisten und nur um sich selbst kreisenden Präsidenten, dessen Hauptbeschäftigungen Twittern und Golfen nur von höchst erstaunlichen politischen Manövern zur Abschaffung aller Obama'schen Einrichtungen unterbrochen werden.
Ich komme mir vor wie ein Gaffer an einer Unglücksstelle. :rolleyes:

Maglor
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So 26. Nov 2017, 20:41 - Beitrag #17

Beachtlich ist jedenfalls die realpolitische Wirkungslosigkeit des Trumpismus vor dem Hintergrund der Gewaltenteilung.
Parlamente und Gerichte scheinen der Umsetzung des Trumpismus im Wege zu stehen.
Dem Trump-Anhänger bleibt so nur die Show und natürlich der Hass auf den "tiefen Staat" und die Eliten. :|

Traitor
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Mo 27. Nov 2017, 20:31 - Beitrag #18

Zitat von Feuerkopf:Ein Jahr Nr. 45.
Hat mich lange rätseln lassen, erst kurz vorm Klick auf den "confused"-Smiley wurde mir dann klar, dass du Präsidenten-Zählerei betriebst...

Zitat von Feuerkopf :Ich komme mir vor wie ein Gaffer an einer Unglücksstelle. :rolleyes:
Das ist bezüglich der USA nicht unbedingt ein neues Gefühl...

Zitat von Maglor:Beachtlich ist jedenfalls die realpolitische Wirkungslosigkeit des Trumpismus vor dem Hintergrund der Gewaltenteilung.
Parlamente und Gerichte scheinen der Umsetzung des Trumpismus im Wege zu stehen.
Das hat bisher noch halbwegs funktioniert, eine Strategie der kontinuierlichen Erosion und deren allmählicher Erfolg sind aber leider zu beobachten. Die Steuerreform steht wohl derzeit ziemlich knapp auf der Kippe, eine nach der anderen werden sämtliche Umwelt- und Technologie-relevanten Behörden "überwandert" (das werfe ich mal als Neologismus für Gleichschaltung durch Einsetzen eines Antagonisten als Chef in den Raum), selbst der "muslim ban" ist in der xten Iteration immer noch nicht ganz tot.

Feuerkopf
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Di 28. Nov 2017, 06:53 - Beitrag #19

Zudem werden vakante Stellen bei den höchsten Richtern nach und nach durch Gefolgsleute ersetzt, was einen langfristigen Effekt hat, denn die Leute haben ihren Job lebenslang!
Furchtbar finde ich, wie Trump und sein Team viele gesellschaftlichen Errungenschaften schwächen, zuvorderst die Pressefreiheit. Er ist ein Weltmeister im Diskreditieren. Nein, dumm ist dieser Mann nicht. Der weiß ganz genau, was er tut. Bannon wieder zu Breitbart zu schicken, war ein cleverer Schachzug. Sein Geldgeber, Robert Mercer, ist auch nicht von schlechten Eltern.

Traitor, es gibt noch ein paar anschauliche Spitznamen für den POTUS. "Chief-Twittler" finde ich auch schön. ;)

Lykurg
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Do 30. Nov 2017, 19:30 - Beitrag #20

Oh, die Spitznamen sind großartig. Um aus den buchstäblich hunderten im Umlauf ein paar der schönsten zu nennen, die mir bisher begegnet sind: Agent Orange, Cheeto Benito, Dorito Duterte, Conman-in-Chief, Donny Moscow, Gropenfuhrer, Hair Fuhrer, Mango Mussolini, SCROTUS (so-called ruler of the united states), The Dotard, The Fanta Menace, Trumplethinskin, Trumpty Dumpty, President Evil, Putin's Puppet...

Über die Frage, inwieweit dumm, gehen die Meinungen aber auseinander. Ob sein eklatant problematisches Verhältnis zur Wahrheit (siehe die Äußerungen zum Wetter und zur Größe der Menge bei der Amtseinführung) auf Narzißmus, auf zwanghaftes Lügen oder auf eine demenzbedingte eingeschränkte Wahrnehmungsfähigkeit bei Verweilen in der Fox-/Breitbart-Blase zurückzuführen sind, sprich ob und warum er möglicherweise tatsächlich glaubt, was er sagt, ist hitzig umstritten. Und daß er damit massiven Schaden anrichtet, stimmt auch, inwieweit das aber so beabsichtigt ist (ja, die 3D-Schach- bzw. 27D-Tic-Tac-Toe-Theoretiker gibt es sowohl bei seinen Anhängern als auch bei seinen Gegnern), ist unklar. Meines Erachtens ist er zwar sicher nicht abgeneigt, Haß und Chaos zu säen, aber auch schon lange nicht mehr Herr der Lage.

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