Tarzan, Herr des Dschungels

Die Faszination des geschriebenen Wortes - Romane, Stories, Gedichte und Dramatisches. Auch mit Platz für Selbstverfasstes.
Fargo
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Di 23. Mär 2004, 09:13 - Beitrag #1

Tarzan, Herr des Dschungels

Gibt es einen Menschen, der mit dem Namen nichts verbinden kann? Tarzan, der Spross britischen Adels, der im tiefsten Dschungel Afrikas von großen Menschenaffen aufgezogen wird, war ein Multimediastar, bevor dieser Begriff aufkam. Er war Held von Abenteuerheftchen, Romanen, Kinofilmen, Fernsehserien, von Animationsfilmen- und –serien natürlich auch.

Vielleicht hätten viele einen Thread über ihn sogar eher im Film- und Fernsehbereich erwartet. Aber erfunden hat Tarzan der Autor Edgar Rice Burroughs, der 1912 „Tarzan The Ape Man“ an eines der damals florierenden Abenteuermagazine verkaufen konnte. 1914 erschien diese Geschichte dann als Roman. 1918 gab’s den ersten Stummfilm-Tarzan. Tarzan hat also nicht nur Anspruch auf das Erbe von Lord Greystoke und den Respekt aller Dschungelbewohner, sondern auch aufs Literaturforum. :)

Aber obwohl die meisten von uns sofort ein Bild im Kopf haben, wenn der Name Tarzan fällt – das eines Typen im Lendenschurz, der an einer Liane von Baum zu Baum schwingt, vermutlich – frage ich mich, ob Tarzans gute, symbolkräftige Zeiten nicht vorbei sind. Ob er in Zeiten der Dschungelshows im Privat-TV, der Ekelsafaris von abgehalfterten Möchtegernstars zu Spinnen, Schlangen und Blutegeln nicht ausgedient hat als Platzhalter für unsere Wildnisträume.

Also, könnt Ihr noch was anfangen mit Tarzan? Wie und wann habt Ihr ihn kennen gelernt? Findet Ihr ihn kindisch oder antiquiert oder zeitlos oder wie oder was?

Fargo, Herr des Kühlschranks

Maglor
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So 28. Mär 2004, 01:48 - Beitrag #2

Kennen gelernt hab ich natürlich Tarzan durch das ernsehen. Früher als jahrezehntealte Billigproduktionen ohne Kultstatus noch regelmäßig im Fernsehen liefen. Ich fand das naja ziemlich schlecht. Zu meist Tiger, Löwen und Känguru im gleichen Dschungel lebten und manche Filmen anzumerken war das die Tierszenen aus Dokumentarfilmen rausgeschnitten waren und zum Teil in einer völlig anderen Landschaft auf genommen waren. Der neue Film also der wahrscheinlich auch etwas mehr mit dem Buch zu tun hatte "Greystoke-Die Legende von Tarzan" hat mir ganz gut gefallen. Aber es ist schon seltsam mit dem Tarzan, auf ihm beruhen Sprichwörter und seine name ist bekannte Betaffer. Ob mit Tarzan immer der "Tarzan" gemeint ist, ist zu bezweifeln, der Spargeltarzan hat wohl wenig mit Filmen und Büchern zu tun, sondern ist gemeinhin Bezeichnung für eine Schmächtigkeit. Tarzan hat wohl das gleiche Schicksal wie Frankenstein, KingKong und all die anderen Gestalten.
MfG Maglor

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So 28. Mär 2004, 23:04 - Beitrag #3

Bei tarzan muss ich eigendlich an 3 dinge denken....

1. die verfilmungen mit Johnny Weismüller
2. Tarzan Comics die ich als kind hatte
3. die deutsche Ausgabe der romane die mein onkel hatte.

Ich finde auch gerade das phantastische Element was bei tarzan mit spielt ganz gut. dieses wurde nur nie , soweit ich weiss, in den Filmen umgesetzt.

<>< Torsten

Maglor
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So 28. Mär 2004, 23:10 - Beitrag #4

Die Tatsache, dass Tarzan mit Tieren zumeist mit Schimpansen spricht, ist durchaus phantastisch. Auch in den Filmen tut er das, ob wohl der Schwerpunkt dort eher auf dem Zerlegen von Löwen mit bloßen Händen liegt.
MfG Maglor

GenomInc
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So 28. Mär 2004, 23:39 - Beitrag #5

nein ich meinte das auf was anderes bezogen zb:

Edgar Rice Burroughs:
Tarzan am Mittelpunkt der Erde
(Kranichborn Verlag Leipzig)

Der Tarzan in diesem Buch ist nun eine eigenartige Mischung aus kultiviertem Engländer und dem Affenmenschen, und er lebt wieder im Dschungel. Dort wird er von einem gewissen Jason Gridley aufgesucht, der ihn bittet, an einer Expedition ins Innere der Erde teilzunehmen.

Mit einem Luftschiff, das schnell aus einem eben mal neu entdeckten Superleichtmetall gebaut und zwecks Auftrieb mit Vakuum statt Helium versehen wird, fliegen Tarzan, Jason und etliche andere an den Nordpol, wo sie auch bald den Eingang nach Pellucidar entdecken. Erst nach der ersten Landung am Rande des Dschungels im Inneren der Erde beginnen die Probleme - und die sind wirklich haarsträubend! Da die Zentralsonne im Inneren der Erde immer im Zenit steht, ist eine Orientierung nach ihr unmöglich. Bald verirren sich Besatzungsmitglieder und sogar Tarzan im Wald, Jason Gridley stürzt mit einem Erkundungsflugzeug ab.
Hauptsächlich geht es nun darum, wie sich Tarzan durchschlägt, verschiedene Ureinwohner trifft und sich mit ihnen anfreundet, diverse Ungeheuer trifft und sie erledigt. Aber auch Jason hat eine Hauptrolle. Nach seinem Absturz begegnet er einer schönen Eingeborenen, die auf der Flucht vor ein paar Typen aus den Sümpfen ist, die sie traditionellerweise entführen wollen.


das meinte ich zb....

http://www.deutsche-sf.de/sxe/sx075/7509.html

<>< Torsten

+Luinalda+
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Mi 31. Mär 2004, 16:12 - Beitrag #6

Ich kenn Tarzan seit ich "Greystoke - Die Legende von Tarzan" das erste Mal im Fernsehn gesehen hab , vorher dachte ich immer , der wäre sowas wie Mowgli *g* Ich finde die Idee voll gut und bin begeistert wie jemand auf sowas kommen kann !

Amy
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Mo 5. Apr 2004, 20:52 - Beitrag #7

Ich kenne Tarzan von Comics und Büchern her. Nach "George, der aus dem Dschungel kam" habe ich jegliche Interesse verloren. Was Filme so alles anstellen können.. :s4:

Fargo
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Mi 5. Mai 2004, 20:44 - Beitrag #8

Original geschrieben von +Luinalda+
vorher dachte ich immer , der wäre sowas wie Mowgli *g*


So falsch ist das gar nicht: Rudyard Kiplings "Dschungelbuch" stand Pate bei Tarzan, so wie die Legenden von Wolfskindern und die großen Afrikaexpeditionsberichte des neunzehnten Jahrhunderts. Die Suche nach den Quellen des Nils war damals das, was später die Mondlandung wurde - oder was für uns heute eine bemannte Expedition zum Mars wäre. Man kann sogar argumentieren, dass die Expeditionen ins Innere Afrika damals exotischer waren als es heute die Raumfahrt ist.



Original geschrieben von GenomInc
Ich finde auch gerade das phantastische Element was bei tarzan mit spielt ganz gut. dieses wurde nur nie , soweit ich weiss, in den Filmen umgesetzt.




Genau das nährt meinen Verdacht, dass Hollywoods Produzenten demnächst Tarzan wieder entdecken könnten. Die Fantasy-Seite der Tarzanwelt ist noch nie konsequent auf die Leinwand gebracht worden - was früher auch an Budget- und Technikproblemen lag. Aber für die CGI von heute sind Burroughs' wildere Entwürfe wie gemacht.

Und am 2.Juni steht der 100.Geburtstag von Johnny Weissmuller, dem beeindruckendsten aller Tarzandarsteller, im Kalender. Dazu erscheinen zumindest in USA die sechs Tarzan-Filme der MGM aus den 30ern und 40ern auf DVD. Die werden vielleicht das Interesse der Themenscouts wecken.

Wäre ein schöner Stoff für Peter Jackson. Aber der hat mit "King Kong" und "Der kleine Hobbit" vorerst alle Hände voll zu tun.

Wobei Burroughs' Romane sich auch deshalb so gut zur Verfilmung eignen, weil sie mehrheitlich so schlecht sind. Die Szenerien sind interessant, aber die Plots bestehen aus einem müden, einfallslosen Aneinanderstöpseln von Entführungen, Beinahe-Vergewaltigungen und Rettungen in letzter Minute. Die Drehbuchautoren haben also freie Bahn für eigene Ideen.

Nachdem ich jetzt einige der Burroughs-Schwarten gelesen habe, wage ich zu behaupten: Jane ist die meistentführte Frau der Popkulturgeschichte. :P

Fargo


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