@Genominc: Scheibenwelt ist da ein ganz anderer Fall. Pratchett selbst benutzt ja Fußnoten als Stilmittel, und zwar als definitiv geniales, das eine gehörige Portion des typischen Humors ausmacht. Wenn der Übersetzer hier ein paar eigene, gut durchdachte einstreut, schadet das dann nicht, sondern nützt. Aber es sind ja eben humoristische, keine pseudo-erklärenden Fußnoten.
Der versprochene Rest zu Fargo:
Leider scheine ich da mit dem Massengeschmack quer zu stehen... gerade diese Erkennbarkeit des "Gemachten" finde ich oft faszinierend. In Tolkiens Werken etwa gibt es ja massenhaft Vorwörter, die einen entscheidenden Teil zur Atmosphäre der Bücher und zur Faszination des Autors beitragen.
Interessant finde ich auch, dass Vorwörter im englischen Sprachraum generell deutlich verbreiterter zu sein scheinen. Dort gibt es zumindest von Klassikern kaum eine Edition ohne ein oder mehrere Vorwörter mit Autorenbiographie, Kommentar eines (manchmal auch eher semi-)bekannten anderen Autors über die Bedeutung des Werks und ähnlichem. Soetwas fehlt bei deutschen Verlagen meist. Anscheinend stellt der Markt dort andere Ansprüche?
Mit den Redewendungen meinte ich eigentlich etwas anderes. Nicht dieses direkte Übernehmen von Konstruktionen (die ich, wie in diversen Anglizismus-Threads geschrieben, nichtmal so schlimm finde, da etwa "etwas macht Sinn" dank der sinngemäß ausreichenden Synonymität von "machen" und "ergeben" durchaus eine korrekte deutsche Konstruktion ist, nur eben eine früher unübliche), sondern eher ungewollt komische Metaphernumdichtungen.
Die Frage des Übersetzens der Sprachebenen ist ja bekanntlich eine sehr grundlegende des gesamten Literaturbetriebs. Auch innerhalb einer Sprache - es gibt ja Fraktionen, die behaupten, Shakespeare in Originalform zu belassen, würde seine Wirkung völlig verzerren, da seine Sprache damals seiner Zeit sogar voraus war und heutzutage im Gegenteil altmodisch wirkt, was eine Bedeutungsänderung bewirkte.
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