Im engeren Sinne ist es ein wichtiges Werk der Klassik der jeweiligen Nationalliteratur, wie beispielsweise in Deutschland die Weimarer Klassik, in England das elisabethanische Zeitalter oder in Spanien das Siglo de Oro.
Wie diese Beispiele zeigen, ist das aber keineswegs erschöpfend. Gerade die Weimarer Klassik beschränkt sich ja nur auf eine gewisse Schaffensperiode zweier Schriftsteller, die, so bedeutend sie auch sind, doch nicht alle Klassiker abdecken können. Schon zeitgleich entstanden Werke von Autoren wie Kleist oder Hölderlin, die man heute unter die Klassiker zählt, obwohl sie epochen-mäßig zu den Anti-Klassikern gehörten.
Ein Ansatz wäre einem Klassiker einen Mindestzeitraum, über den er sich hält, also gelesen wird und/oder von der Literaturkritik anerkannt wird, vorzuschreiben. Trotzdem gibt es Bücher, die trotz eher kleinem Alter schon als Klassiker gelten. Max Frischs 'Homo Faber' ist beispielsweise noch keine fünfzig Jahre alt. Oder noch extremer liegt der Fall bei Umberto Ecos 'Name der Rose', das quasi erst gestern (1980) veröffentlicht wurde, von manchen aber schon als Klassiker gehandelt wird, ist u. a. auch in der SZ-Bibliothek herausgekommen. Einen so kurzen Zeitraum mag man kaum als hinreichend für einen Klassiker annehmen, oder?
So what? Einen wirklichen Ausweg weiß ich auch nicht, bin aber gespannt auf eure Ideen

Padreic