Paulo Coelho

Die Faszination des geschriebenen Wortes - Romane, Stories, Gedichte und Dramatisches. Auch mit Platz für Selbstverfasstes.
Elbereth
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Di 23. Aug 2005, 16:52 - Beitrag #1

Paulo Coelho

Ich habe im Urlaub 5 Bücher von Paulo Coelho durchgelesen und wollte deswegen hier etwas dazu schreiben.

Im allgemeinen sind die Bücher von Coelho ziemlich mystisch-psychologisch-philosophisch, teilweise märchenhaft, er schreibt über Menschen und den Sinn des Lebens anhand von Geschichte bestimmter Menschen. Was mir nicht gefällt ist, dass er (für meinen atheistischen Geschmack ;) ) zu religiös ist, und Gott kommt eigentlich in jedem seinen Buch irgwendwie vor, allerdings kann man das (meistens) "ignorieren" bzw. anders interpretieren. Also für mich ergeben seine Bücher Sinn auch wenn ich nicht an Gott glaube.

Der Alchimist: Das ist wohl sein bekanntestes Buch. In Form der Geschichte eines Hirten erzählt Coelho über das Schicksal und den Lebensweg der jedem Menschen vorgegeben ist. Er versucht einem klar zu machen, dass man sich seinen Lebenstraum erfüllen kann, wenn es nur stark genug will und risikobereit ist. Ansonsten ist die Geschichte für meinen Geschmack zu abstrakt.

Der Zahir: Sein neuestes Buch. Es geht um einen erfolgreichen Schriftsteller, dessen Frau ohne Erklärungen verschwindet. Er stellt fest, dass er in letzer Zeit sich immer weiter von seiner Frau entfernt hat und versucht herauszufinden, was sie in dieser Zeit beschäftigt hat. Er analysiert sein eigenes Leben und die Gesellschaft in der er lebt, um sich von seinem festgefahrenem "Ich" zu lösen, und zu verstehen warum seine Frau weggegangen ist und um sie schliesslich wiederzufinden. Mir hat dieses Buch ziemlich gut gefallen (obwohl der Anfang einige Längen hat), denn obwohl manche Aspekte mich gar nicht angesprochen haben, gab es zahlreiche Ideen, denen ich wirklich sofort zustimmen könnte bzw. die mich zum Nachdenken gebracht haben.

Der Dämon und das Fräulein Prym: Von den 5 hat mir dieses am meisten gefallen. Es geht darum ob Menschen Gut oder Böse sind, bzw. welche Seite die Überhand hat. Ein geheimnisvoller Mann kommt in ein kleines Dorf und bietet den Einwohnern Gold für den Mord an einem von ihnen. Erinert etwas an Dürrenmatt. Das Ende ist etwas schwach, aber die ganze Entwicklung ist doch recht interessant.


Elf Minuten: Es geht um eine junge brasilianische Frau, die in die Schweiz kommt und dort ein Jahr lang als Prostituierte arbeitet (allerdings fühlt sie sich dadurch keineswegs erniedrigt). Eigentlich geht es um Liebe, aber auch sehr viel um Sex


Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte: Für sehr gottablehnende Atheisten nicht zu empfehlen, denn zur Hälfte ist das Buch Gott (bzw. Göttin) gewidmet. Wenn man von dieser Hälfte absieht, handelt es um eine Studentin mit einem geregeltem Leben, die plötzlich ihre Jugendliebe wiedertrifft, und eine Woche lang mit ihm reist, und diese Woche bringt ihr Leben vollkommen durcheinander, besonders da er dabei ist Priester zu werden. Die Liebesgeschichte die hier erzählt wird ist wirklich (kitschig-)schön (nur leider geht es wie gesagt hauptsächlich um religion)

Vielleicht kennt jemand ja diese Bücher, dann könnte man über sie diskutieren (denn sie liefern genug Diskussionstoff), oder vielleicht habe ich jemandes Interesse für diesen Autor geweckt (wobei mir manches in seinen Büchern nicht gefällt, also nicht schimpfen wenn jemand jetzt etwas von ihm liest und es doof findet :D )

Milena
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Mi 31. Aug 2005, 10:40 - Beitrag #2

den Coelo kenne ich leider nicht, ich schwirre eher bei den Toten (Autoren)herum, heisst aber nicht, dass ich nicht für aktuelles aufgeschlossen wäre:) ..
Elbereth, Du hast wirklich Appetit gemacht auf diesen Autor,
also heute müsste ich sowieso in die Bücherei.....kann etwas dauern bis ich über den Zahir mit Dir diskutieren kann;) ....

Ipsissimus
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Mi 31. Aug 2005, 11:22 - Beitrag #3

"Elf Minuten" habe ich nicht mehr gelesen, die anderen schon.

Meine Lieblingsbücher von Coelho sind "An den Ufern des Rio Piedra ...", das zwar eine etwas abseitige Thematik aufweist, die allerdings auf sehr persönliche Bezüge bei mir trifft und außerdem das Thema "Liebe" in einer Weise behandelt, die mir äußerst sympathisch ist.

Und dann natürlich "Veronika beschließt zu sterben", für mich der Höhepunkt seines bisherigen Schaffens. Eine junge Frau begeht anscheinend grundlos Selbstmord, wird gerettet und kommt in eine geschlossene Anstalt, die allerdings von einem Anstaltsleiter geleitet wird, der sehr viel mit einem Zenmeister gemeinsam hat. Äußerst witzig geschrieben und dabei die eigentliche Thematik (üer die ich hier nichts verraten möchte^^) in einer Tiefe abhandelnd, die mich sehr erstaunt hat.

Insgesamt habe ich mich von Coelho aber wieder abgewandt. Bei aller schriftstellerischen Brillianz und Unterschiedlichkeit in der expliziten Thematik seiner Bücher weist er für meinen Geschmack zu wenig Entwicklung in der impliziten Thematik auf, die sich im wesentlichen seid der "Pilgerreise" nicht mehr weiterentwickelt hat. Deswegen habe ich nach dem "Dämon" aufgehört, weitere Bücher von ihm zu lesen.

Milena
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Mi 31. Aug 2005, 17:29 - Beitrag #4

in der Stadtbücherei gewesen, vergriffen, vergriffen, und das andere von Coelo auch vergriffen, aber die Veronika halte ich in den Händen und nicht mehr loslassend, ehe ich es durchhab^^.....

Milena
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Sa 24. Sep 2005, 14:42 - Beitrag #5

..ja, jetzt habe sie durchgelesen die Veronika beschliesst zu sterben....
und mir ist als könnte ich gerade wieder von vorne damit beginnen..
sehr weise Lebenszitate eingebettet in einem spritzigen Humor, dass ich
manchmal nicht recht wusste, ob ich darüber lachen oder weinen sollte....
" Sei wie der überfliessende Brunnen und nicht wie die Schale,
die immer gleich viel Wasser enthält..."...und das Risiko eines Abenteuers
ist mehr wert als tausend Tage Wohlleben und Bequemlichkeit.....


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