Jules Verne

Die Faszination des geschriebenen Wortes - Romane, Stories, Gedichte und Dramatisches. Auch mit Platz für Selbstverfasstes.
Traitor
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Di 15. Jan 2002, 21:27 - Beitrag #1

Jules Verne

Er gehört zu den ersten großen Autoren von Unterhaltungsliteratur und gilt als der Vater der Science Fiction.
Wie findet ihr die Bücher dieses meiner Meinung nach großen Schriftstellers?

Für mich ist er nach JRR Tolkien der beste. Seine Bücher haben selbst heute noch einen schönen Stil, sind unglaublich fantasievoll ausgedacht und geben den Geist seiner Zeit wunderbar wieder.
Meine Lieblingsbücher von ihm sind "Die geheimnisvolle Insel", "20000 Meilen unter dem Meer", "Mathias Sandorf" und "Von der Erde zum Mond".

Monoceros
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Di 15. Jan 2002, 23:03 - Beitrag #2

Das Werk von Jules Vernes hat mich durchaus faszinieren können, z.B. "20000 Meilen unter dem Meer" oder die "Reise zum Mittelpunkt der Erde" u.a.. Die Bücher haben meiner Ansicht nach einen hohen Unterhaltungswert und darüber hinaus ist es in manchen Büchern immer wieder überraschend, wieviele der von ihm vorausgesagten Entwicklungen tatsächlich so oder in ähnlicher Form eingetreten sind. Bei einem gewissen Teil mag es sich fast um selbsterfüllende Prophezeiungen handeln, aber der Schriftsteller scheint durchaus ein Mann mit Weitblick gewesen zu sein, der die Entwicklungen seiner Zeit auf logische Art und Weise fortzusetzen vermochte.

Mit freundlichen Grüßen
Monoceros

Traitor
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Di 15. Jan 2002, 23:08 - Beitrag #3

Das stimmt. Seine Ideen haben wirklich schon fast etwas prophetisches. Und teilweise kommt sogar ein bisschen schwarzer Humor in Bezug auf die Technik hinein, wie in "Kein Durcheinander", dem Nachfolger zu "Von der Erde zum Mond", wo der Artilleristenclub mit einer Riesenkanone die Erdachse verändern will, damit es alle menschen gleich warm haben, und damit fast einen Weltkrieg auslöst.

Traitor
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Mi 18. Dez 2002, 22:42 - Beitrag #4

Da ich ja bereits im Literatur-Quiz etwas dazu geschrieben habe, mal noch etwas zu politischen Inhalten bei Verne, von dem ja oft nur die Bedeutung für Abenteuerromane und SF gesehen wird.
Mehrere seiner Bücher, vor allem "20.000 Meilen unter dem Meer" und "Mathias Sandorf" beschäftigen sich mit dem Freiheitskampf unterdrückter Völker. Kapitän Nemo und Graf Sandorf sind beides Männer, die ihre großen Mittel dazu einsetzen, diesen zu mehr Freiheit zu verhelfen. Verne schien in diesem Bereich sehr engagiert zu sein und verarbeitete das in seinen Büchern.
Ebenfalls häufig zu sehen ist die Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen mit Adels-/Bürgerschicht und armer Bevölkrung, am besten erkennbar an den diversen Herr-Diener-Beziehungen (der legendäre "Passepartout" als Beispiel). Auch Schwarze kommen in einigen Büchern vor und werden ebenfalls als "vollwertige Menschen" gesehen, entgegen vieler Ansichten dieser Zeit.
Desweiteren ist, wie im alten Post geschrieben, Verne rückblickend oft vorgeworfen worden, den Fortschritt zu glorifizieren. In vielen Büchern sieht man aber auch die negativen Seiten dieser Entwicklung, wie im erwähnten "Kein Durcheinander" und am allerstärksten in "Die Erfindung des Verderbens". Dieses Buch handelt von einem Erfinder, der eine extrem starke neue Waffe entwickelt hat, eine Art Raketensystem. Kein Land der Welt will diese bezahlen, dafür steckt man ihn in eine Nervenheilanstalt, um ihm das Geheimnis abzupressen. Von dort entführen ihn Verbrecher, um mit dieser Technik die Welt zu terrorisieren. Hier sieht man ganz klar die Auseinandersetzung mit den kriegerischen Folgen der Wissenschaft, und es würde mich nicht wundern, wenn Dürrenmatts "Physiker" hier stark inspiriert wurden.
Das mal, um den Blick auf diesen Autor nochmals zu schärfen :)

Scarlett
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So 29. Dez 2002, 16:20 - Beitrag #5

Kann man sich da wirklich ran trauen? Ich meine, ich hab "In 80 Tagen um die Welt" gelesen, fand es echt gut und auch sehr phantasievoll, aber dennoch etwas langatmig!

Monoceros
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So 29. Dez 2002, 16:29 - Beitrag #6

Nun, warum sollte man sich nicht trauen, Jules Vernes zu lesen? "In 80 Tagen um die Welt" halte ich nicht unbedingt für seinen besten Roman, auch wenn er durchaus seinen Reiz hat, aber Bücher wie "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" haben mir schon sehr gut gefallen.

Monoceros

Traitor
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Mo 30. Dez 2002, 16:37 - Beitrag #7

Langatmig stimmt manchmal, er ist zB oft in geographische BEschreibungen vernarrt. Aber wenn du das Buch doch wie gesagt trotzdem für gut hältst, ist das doch kein Lesehinderungsgrund. Tolkien zB kann man auch problemlos als langatmig bezeichnen, trotzdem gehört er zu den meistgelesenen Autoren.

Scarlett
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Mo 30. Dez 2002, 17:09 - Beitrag #8

Ja, aber ich möchte mich nicht durch ein Buch durchquälen, nur weil ein anderes von demselben Autor gut war.:s4:

Traitor
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Mo 30. Dez 2002, 17:18 - Beitrag #9

Wie Monoceros sagte, viele andere sind wohl noch besser, also besteht das Risiko nicht ;) Was interessiert dich mehr, Abenteuerromane oder die, die in Richtung SF gehen? Dann kann ich dir ein paar Empfehlungen geben.

Scarlett
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Mo 30. Dez 2002, 17:31 - Beitrag #10

SF wenn ich ehrlich bin!:s1:

Traitor
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Mo 30. Dez 2002, 17:34 - Beitrag #11

Dann ist zuallererst "20.000 Meilen unter dem Meer" (oder hieß es "unter den Meeren" oder "unter der See" oder so, das bringe ich immer durcheinander) zu empfehlen, sein wohl bekanntestes Werk. Weiterhin "Von der Erde zum Mond" / "REise um den Mond" und die eher unbekannte Fortsetzung "Kein Durcheinander".

Scarlett
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Mo 30. Dez 2002, 17:38 - Beitrag #12

Danke, werd mal gucken was billig her geht...:D

Poldi
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Do 15. Jul 2004, 15:29 - Beitrag #13

Hallo, das ist ja genau mein Thema! :D
Dann werde ich diesen alten Thread mal wieder hochholen...
Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit Jules Verne, habe eine Homepage, die sich mit Hörspielen / Hörbüchern, Comics und seinen Filmen befasst. Zur Zeit versuche ich, sein Werk in möglichst chronologischer Reihenfolge zu lesen. Und ungekürzt. Momentan ist das "Von der Erde zum Mond".
Zum Vorwurf der Langatmigkeit: Kann ich bestätigen... Verne nutzt sein Wissen über die unterschiedlichsten Themen an jeder Stelle eines Romanes aus, um absatzweise darüber zu berichten. Aber auf keine langweilige Art & Weise! Oft muß man die ersten Kapitel "überstehen", aber dann geht's los...
Zum Thema SciFi gibt's u. a. noch folgende Werke: Reise durch die Sonnenwelt, Robur der Sieger & Der Herr der Welt, Reise zum Mittelpunkt der Erde.

So, und jetzt mal schauen, ob's noch ein paar Antworten gibt... :s126:

Traitor
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So 18. Jul 2004, 01:36 - Beitrag #14

Kürzlich habe ich mal angefangen, "Les Cinq-Cents Millions de la Bégum" im Original zu lesen. Bis über das erste Kapitel bin ich aber noch nicht herausgekommen...

Verne nutzt sein Wissen über die unterschiedlichsten Themen an jeder Stelle eines Romanes aus, um absatzweise darüber zu berichten.
In gewisser Weise kann man sicher auch sagen, dass Verne, obwohl als Romantiker klassifiziert, noch stark in der Tradition aufklärerischer Authoren steht - auch er will in manchen Teilen offen belehren, Moral aufbauen, durch Aufzeigen von Chancen und Risiken die Menschheit verbessern.

Fargo
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So 18. Jul 2004, 01:50 - Beitrag #15

Die Mischung aus Aufklärerethos sowie Vertrauen in Naturwissenschaft und Technik einerseits und eingefleischtem Pessimismus, sprich Misstrauen in die Natur des Menschen, andererseits, hat dazu geführt, dass Jules Vernes Texte durch die ganz anders gestrickten Bücher eines deutschen Außenseiter-Autors geistern, durch die von Arno Schmidt.

Fargo

Poldi
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So 18. Jul 2004, 13:33 - Beitrag #16

Original geschrieben von Traitor
Kürzlich habe ich mal angefangen, "Les Cinq-Cents Millions de la Bégum" im Original zu lesen. Bis über das erste Kapitel bin ich aber noch nicht herausgekommen...

In gewisser Weise kann man sicher auch sagen, dass Verne, obwohl als Romantiker klassifiziert, noch stark in der Tradition aufklärerischer Authoren steht - auch er will in manchen Teilen offen belehren, Moral aufbauen, durch Aufzeigen von Chancen und Risiken die Menschheit verbessern.

Arno Schmidt hat z. B. Motive aus Vernes Roman "Die Propellerinsel" in seinem Roman "Die Gelehrtenrepublik" verarbeitet.

Und: Respekt! für den Versuch, Verne im Original zu lesen! :s1:

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Mo 19. Jul 2004, 00:19 - Beitrag #17

Original geschrieben von Poldi

Arno Schmidt hat z. B. Motive aus Vernes Roman "Die Propellerinsel" in seinem Roman "Die Gelehrtenrepublik" verarbeitet.


Verweise finden sich auch sonst immer wieder. Schmidts Spätwerk "Die Schule der Atheisten" spielt mit Vernes "Die Schule der Robinsons". Und auch in Schmidts Kraftanstrengung "Zettels Traum" ist Verne präsent. Denn in diesem Roman geht es auch um Person und Werk von Edgar Allen Poe, und Poe wiederum hat Verne immens beeinflusst.

Faro

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Di 20. Jul 2004, 07:39 - Beitrag #18

Dazu kenne ich Arno Schmidt zu wenig, aber ein interessanter Hinweis!

Poe hat Verne sicherlich beeinflusst: Er gehörte zu seinen Lieblingsautoren. Jules Verne hat sogar eine Biografie über Edgar Allan Poe geschrieben, die gibt es aber leider nicht auf deutsch.

Fargo
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Fr 23. Jul 2004, 00:46 - Beitrag #19

Und Verne hat mindestens eine Fortsetzung zu einem Poe-Text geschrieben. "Die Eissphinx" - "Le Sphinx Des Glaces", auch unter anderen Titeln eingedeutscht - schließt an "The Narrative Of Arthur Gordon Pym Of Nantucket" an. Gibt es vielleicht noch mehr solcher Poe-Anknüpfungen bei ihm?

Fargo

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    Fr 23. Jul 2004, 07:29 - Beitrag #20

    Original geschrieben von Fargo
    Und Verne hat mindestens eine Fortsetzung zu einem Poe-Text geschrieben. "Die Eissphinx" - "Le Sphinx Des Glaces", auch unter anderen Titeln eingedeutscht - schließt an "The Narrative Of Arthur Gordon Pym Of Nantucket" an. Gibt es vielleicht noch mehr solcher Poe-Anknüpfungen bei ihm?

    Fargo

      Direkte Fortsetzungen nicht. Allerdings gibt es Geschichten, bei denen man denken kann, sie wären von Poe geschrieben. "Meister Zacharius" ist so ein Beispiel.

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