Lyrik-Zitatquiz

Die Faszination des geschriebenen Wortes - Romane, Stories, Gedichte und Dramatisches. Auch mit Platz für Selbstverfasstes.
Milena
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Sa 18. Mär 2006, 17:24 - Beitrag #101

..dann versuche ich es mit dem dritten Friedrich...den Schiller....

Anaeyon
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Mo 20. Mär 2006, 20:23 - Beitrag #102

Hups, völlig übersehen das hier geantwortet wurde. Scheint aber in letzter Zeit öfter zu passieren Bild

Milena, mit den Friedrichs waren wir ja schon durch, der Schiller ists nicht.

Itzt will ich euch aber einen Tipp geben: Versuchts mit B und C. Bild

Lykurg
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Mo 20. Mär 2006, 21:14 - Beitrag #103

Brentano also, aber was? :confused: *wühl* Hab gerade so einige Gedichte von ihm gelesen, die ich noch nicht kannte; aber das hier war nicht dabei.

Anaeyon
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Mi 22. Mär 2006, 07:48 - Beitrag #104

(*grml*,es wurde schon wieder nicht in der Liste neuer Beiträge angezeigt)
Ja, Brentano. Ich lös es mal auf. Es müsste "Sprich aus der Ferne" sein.
Sprich aus der Ferne
Heimliche Welt,
Die sich so gerne
Zu mir gesellt!

Lykurg, mach du mal ruhig weiter, du hast ja noch am meisten rausbekommen Bild.

Lykurg
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Mi 22. Mär 2006, 09:54 - Beitrag #105

Deins hat ja einen wirklich schönen Schluß, Anaeyon:
Alles ist freundlich wohlwollend verbunden,
Bietet sich tröstend und traurend die Hand,
Sind durch die Nächte die Lichter gewunden,
Alles ist ewig im Innern verwandt.
- was für eine beneidenswerte Zeit, die noch so ein positives Weltbild hervorbringen konnte...

So, mal wieder ein Klassiker, den hoffentlich^^ mehrere Leute ohne weitere Tips lösen können:
Die »Schwalbe« fliegt über den Eriesee,
Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee;
Von Detroit fliegt sie nach Buffalo -
Die Herzen aber sind frei und froh

Padreic
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Mi 22. Mär 2006, 13:58 - Beitrag #106

"John Maynard war unser Steuermann,
Aushielt er, bis er das Ufer gewann,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron,
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard."

Also John Maynard von unserem alten Fontane. Hat allgemein ein paar ganz schöne Balladen geschrieben...

Wo wir gerade bei Balladen sind:
Und sie traten zur Kammer hinein,
Da lag sie in einem schwarzen Schrein.

Der erste, der schlug den Schleier zurück
Und schaute sie an mit traurigem Blick:

"Ach! lebtest du noch, du schöne Maid!
Ich würde dich lieben von dieser Zeit."

Lykurg
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Mi 22. Mär 2006, 14:18 - Beitrag #107

Ludwig Uhland "Der Wirtin Töchterlein" - geht weiter und endet mit:
Der zweite deckte den Schleier zu
Und kehrte sich ab und weinte dazu:

„Ach! daß du liegst auf der Totenbahr!
Ich hab dich geliebet so manches Jahr."

Der dritte hub ihn wieder sogleich
Und küßte sie an den Mund so bleich:

„Dich liebt ich immer, dich lieb ich noch heut
BildUnd werde dich lieben in Ewigkeit."


Das nächste, diesmal keine Ballade, ist sehr bekannt, daher soll erst einmal eine Zeile reichen:
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Ceitlyn
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Do 23. Mär 2006, 13:28 - Beitrag #108

Jakob v. Hoddis
Weltende

dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut
in allen Lüften hallt es wie Geschrei
dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
und an den Küsten - liest man - steigt die Flut.

der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
an Land, um dicke Dämme zu zerdrücken
die meisten Menschen haben einen Schnupfen
die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Lykurg
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Do 23. Mär 2006, 15:54 - Beitrag #109

Ja! :) Du bist dran! (und dabei hatte ich doch extra die 'normalste' Zeile des Gedichts genommen^^)

Ceitlyn
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Do 23. Mär 2006, 16:12 - Beitrag #110

Schwarzes Gewitter droht
über dem Hügel.
Das alte Lied der Grille
erstirbt im Feld.




Ceitlyn
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Mo 27. Mär 2006, 09:19 - Beitrag #111

Ich lös mal auf:
"Sommer" von Georg Trakl:

Am Abend schweigt die Klage
des Kuckucks im Wald.
Tiefer neigt sich das Korn,
der rote Mohn.

Schwarzes Gewitter droht
über dem Hügel.
Das alte Lied der Grille
erstirbt im Feld.

Nimmer regt sich das Laub
der Kastanie,
auf der Wendeltreppe
rauscht dein Kleid.

Stille leuchtet die Kerze
im dunkeln Zimmer.
Eine silberne Hand
löschte sie aus.

Windstille, sternlose Nacht.





wunderschön :)

Milena
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Di 28. Mär 2006, 07:51 - Beitrag #112

wunderschön.

leider hat´s keiner gewusst.
mach doch einfach noch mal eines Ceitlyn...^^

Ceitlyn
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Di 28. Mär 2006, 09:31 - Beitrag #113

bleiben wir bei den Jahreszeiten:
dieser Dichter fängt auch mit "T" an, kommt aus östlichen Gefilden ;-)



Das Gras schon welk... schon starr vor Kühle,
Von hellen Schleiern überhaucht.
In mir das Weben der Gefühle,
Das Herz in Bitternis getaucht...

Milena
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Di 28. Mär 2006, 19:03 - Beitrag #114

...Mmh..mit T....

also Tolstoi hat grosse Wälzer geschrieben und Erzählungen...aber Gedichte..Mmh....weiss nicht...
Anton Tschechow eher Richtung Komödien....
bleibt noch
Iwan Turgenjew....siehe Novellen...
aber vielleicht liege ich mit den russischen Dichtern ganz falsch....^^

Lykurg
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Di 28. Mär 2006, 19:51 - Beitrag #115

Wäre dann eine gute Übersetzung... mir fiel nur Tieck ein, aber von dem hab ich grade keine Ausgabe zur Hand...

Tersteegen und Tannhäuser kommen wohl sprachlich nicht infrage^^

Ist es vielleicht der Vorname?

Ceitlyn
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Mi 29. Mär 2006, 09:18 - Beitrag #116

Ist goldrichtig ;-)
Du bist dran, Milena



"Ich lieb den Herbst" von Iwan Turgenjew:

Ich lieb den Herbst, im Blicke Trauer.
In stillen Nebeltagen geh
Ich oft durch Fichtenwald und seh
Vor einem Himmel, bleich wie Schnee,
Durch Wipfel wehen dunkle Schauer.

Ich lieb, ein herbes Blatt zu Brei
Zu kauen, lächeln zu zerstören
Den Traum, dem wir so gern gehören.
Fern des Spechtes scharfer Schrei!

Das Gras schon welk...schon starr vor Kühle,
Von hellen Schleiern überhaucht.
In mir das Weben der Gefühle,
Das Herz in Bitternis getaucht...

Soll ich Vergangenes nicht beschwören?
Soll, was da war, nie wieder sein?
Die Fichten nicken dunkel, hören
Gelassen zu und flüstern Nein.

Und da: ein ungeheures Lärmen,
Ein Ineinanderwehn von Zweigen,
Ein Rauschen wie von Vogelschwärmen,
Die, einem Ruf gehorchend, steigen

Milena
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Mi 29. Mär 2006, 19:34 - Beitrag #117

..boah..yeah..ich hab auch mal richtig geraten...:crazy:

jippiiieee....der Abend ist gerettet....^^
ups, was nehm ich nur:

- Ich tick nicht, was das Arschloch motiviert.
Ich tick es echt nicht.
Und wills echt nicht wissen:
Ich find Sonette unheimlich beschissen.-

Lykurg
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Mi 29. Mär 2006, 20:43 - Beitrag #118

Den hatten wir schon^^
Robert Gernhardt: Kritik der bekanntesten Gedichtform italienischen Ursprungs

Du darfst nochmal :)

PS: Es hat was genützt - den Titel kann ich jetzt schon auswendig ;)

Milena
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Mi 29. Mär 2006, 21:11 - Beitrag #119

...echt? nochmal? auja!

Und Kinder wachsen auf mit tiefen Augen,
die von nichts wissen, wachsen auf und sterben,
und alle Menschen gehen ihre Wege.

Lykurg
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Mi 29. Mär 2006, 22:11 - Beitrag #120

Mit dem hab ich mal intensiver beschäftigt^^
Hugo von Hofmannsthal: Ballade des äußeren Lebens
Es endet mit
Was frommt's, dergleichen viel gesehen haben?
Und dennoch sagt der viel, der "Abend" sagt,
ein Wort, daraus Tiefsinn und Trauer rinnt[size=-1]
wie schwerer Honig aus den hohlen Waben.[/size]
Dazu gibt es eine hübsche Parodie von Ludwig Eichrodt, sie schließt, wenn ich mich richtig erinnere, ungefähr:
Was frommt dies früh gebleichten Knaben?
Und dennoch sagt der viel, der "Pleite" sagt,
ein Wort, daraus Trübsinn und Trauer rinnt
wie schwere Tropfen aus den hohlen Käsen.

---

Aber jetzt wird es mal wieder ganz ernst:
So eine wilde Ratze,
Die fürchtet nicht Hölle, nicht Katze;
Sie hat kein Gut, sie hat kein Geld
Und wünscht aufs neue zu teilen die Welt.

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