Welches Buch lest Ihr gerade?

Die Faszination des geschriebenen Wortes - Romane, Stories, Gedichte und Dramatisches. Auch mit Platz für Selbstverfasstes.
Baloth
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Sa 26. Nov 2005, 23:15 - Beitrag #1441

Hab Illuminati jetzt durch... Hab jetzt mal wieder mit "Im Herzen des Chaos" aus der Battletech-Serie angefangen, bin bisher noch nicht über die ersten 100 Seiten hinweggekommen...

Cloud
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Sa 26. Nov 2005, 23:39 - Beitrag #1442

Also ich lese zurzeit Harry Potter IV.
Ist ganz interessant, aber nicht so sehr wie die Teile zuvor.

Jatrix
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Mi 30. Nov 2005, 22:13 - Beitrag #1443

Habe vor kurzem (endlich!) Clockwork Orange fertiggelesen. Ich finds toll :D .
Kennt ihr vielleicht noch mehr Bücher dieser Art? Also Fahrenheit, 1984, Schöne neue Welt (usw) hab ich gelesen, aber Utopien dieser Art find ich einfach interessant. Hat da vielleicht jemand nen Tipp?

Noriko
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Mi 30. Nov 2005, 22:19 - Beitrag #1444

Nein, schon alleine weils keien Utopien sind, sondern Dystopien ;)

Ich lese derzeit Alice in Wonderland, endlich mal.

Lykurg
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Mi 30. Nov 2005, 23:38 - Beitrag #1445

Heiner Müller: Germania Tod in Berlin.
(auch schon vor kurzem gelesen)

Ein ziemlich bizarres Drama voller Szenen aus der deutschen (/preußischen) und der DDR-Geschichte. Er stelllt regelmäßig zwei Szenen einander gegenüber, die sich gewissermaßen gegenseitig beleuchten oder ineinander spiegeln. Letztlich drückt er damit aus, daß die Geschichte sich unablässig wiederholt (und meistens blutig). Besonders makaber sind die Nibelungenszene und die 'heilige Familie' im Führerbunker. Die schonungslose Behandlung des Stalinismus ("Krebsgeschwür") und der Niederschlagung des Aufstands 1953 ("Er meinte, im Rasseln der Panzerketten den Klang der 'Internationale' zu vernehmen") ist durchaus bemerkenswert für DDR-Literatur...

Müller orientiert sich in weiten Teilen deutlich an Brecht. Aber im Gegensatz zu diesem zeigt er keine positiven Perspektiven, wenn er es irgendwie umgehen kann...^^ Außerdem hat er mehrere Szenen als 'Textfläche' gearbeitet, also ein Prosatext ohne Sprecher, zu dem der Regisseur sich mehr oder weniger ausdenken kann, was er daraus macht.

Aydee
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Do 1. Dez 2005, 01:36 - Beitrag #1446

F. Kafka (egal welches..)

Ich glaub den "schenk" ich zurück; ich bin kurz davor das Buch in die Ecke zu pfeffern - ich verlier ständig den "Faden"; Joyce liest sich angenehmer als F.K. *grummel*

Maurice
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Do 1. Dez 2005, 13:56 - Beitrag #1447

Aydee meinst du mit "F. Kafka" den guten Franz? Wenn ja dann solltest du dich nicht darüber aufregen, wenn du den "Faden" verlierst... denn imo gibt es bei den Storys meist gar keinen Faden. Dafür sind sie aber herrlich skurril. ^^

Ich lese im Moment den zweiten Band von "Die Bibel - dargestellt für die Gebildeten unter ihren Verächtern" von Erwin Leibfried. Das ist ein Germanistik-Prof (Bereich Litraturwissenschaft) auf meiner Uni, bei dem ich dieses Semester eine Vorlesung über Schiller besuche. Ich mag seine Sprüche in seinen Vorlesungen, weshalb ich mir den zweiten Band dieser Bibel-Serie günstig besorgt habe. Ich bin im Moment auf Seite 92 und das Buch gefällt mir ziehmlich gut. Die Sprüche des Profs lockern die vielen Bibel-Zitate so gut auf, dass es sich für mich wie Butter liest. Ohne seine Sprüche wäre dieser Unsinn aber nur schwer zu ertragen. Seine Kommentare sind ironisch, z.T. bissig, aber nicht polemisch oder gar eine Kampfansage alla Nietzsche. Auf diese Weise bekomme ich die Bibel zusammengefasst und aufgelockert präsentiert und muss mich nicht direkt mit dem meistverkauftesten Märchenbuch aller Zeit abgeben.

e-noon
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Do 1. Dez 2005, 18:43 - Beitrag #1448

@Noriko: Wann ist es für dich eine Utopie und wann eine Dystopie? Meinst du, wenn es vom Autor als Uto/Dystopie gemeint ist, sollte man es so bezeichnen? Denn wenn nicht, ist diese Meinung (die Bücher seien keine Utopien) ja nicht allgemein gültig.

Ich lese gerade "The Great Gatsby" by Fitzgerald und "Parzival" von Wolfram von Eschenbach.

Jatrix
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Do 1. Dez 2005, 19:19 - Beitrag #1449

[quote="Noriko"]Nein, schon alleine weils keien Utopien sind, sondern Dystopien ]

Danke, ich werds mir merken und weiterhin Utopie nennen, aber für die, dies ganz korrekt haben wollen frag ich noch mal: Kennt hier irgendwer noch lesenswerte Dystopien oder ganz eventuell auch Utopien? Soll ja alles seine Richtigkeit hier haben ;) .

Traitor
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Do 1. Dez 2005, 19:36 - Beitrag #1450

@Jatrix: Als wichtige Dystopie wird oft noch "Wir" von Jewgeni Iwanowitsch Samjatin genannt, das wohl 1984 sehr beeinflusst haben soll. Gelesen habe ich das aber noch nicht. Aus eigener Leseerfahrung kenne ich H.G. Wells' "When the Sleeper wakes" und Stanislaw Lems "Der futurologische Kongress" (wenn auch nur im Teil dystopisch, siehe meinen Kommentar dazu vor ein paar Seiten).
Züge von Dystopien, auch wenn dies weder Hauptthema noch typische Genreeinordnung der Werke ist, tragen auch Frank Herberts "Dune" und William Gibsons "Neuromancer". Manche Philipp-K-Dick-Werke/-Kurzgeschichten (etwa die Vorlage zu Bladerunner) dürften auch drunter fallen.
Utopie im engeren Sinne wäre natürlich Thomas Mores "Utopia".
Durchwühl auch mal das SF-Forum, da dürfte es diverse Utopie-/Dystopie-Threads geben.

Lykurg
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Do 1. Dez 2005, 21:49 - Beitrag #1451

e-noon, die Zusammenstellung ist ja allerliebst! :) Beides im Original?
Was hast du bisher für Parallelen entdeckt?

Spontan:
Der in die Welt geworfene Held muß sich in einer fremden Machtstruktur selbst finden. Diese Strukturen (Gatsbys Gesellschaften bzw. der Artushof) sind nur scheinbar perfekt, das wird aber erst allmählich sichtbar.

In beiden Texten spielt Unwissenheit eine große Rolle, Unkenntnis der eigenen Person und der anderen.

Die Farbsymbolik trägt einen Teil der Ideale des Buches! (Das grüne Licht der Hoffnung jenseits der Bucht; die Blutstropfen im Schnee, die Parzivals Minneverzauberung bewirken...)

Jatrix
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Fr 2. Dez 2005, 17:16 - Beitrag #1452

@Traitor: Danke, "Wir" hab ich mir doch gleich mal bestellt :) .
Und an "Träumen Androiden von elektrischen Schafen?" hab ich gar nicht mehr gedacht, das Buch ist es schon wegen des Titels wert, gelesen zu werden.
Neuromancer hatte ich schon gelesen, fand ich gut.

Cloud
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Fr 2. Dez 2005, 21:09 - Beitrag #1453

Also ich habe Harry Potter aufgegeben und lese wieder die Unendliche Geschichte. Sehr Spannend.

Die Maschine
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Sa 3. Dez 2005, 15:11 - Beitrag #1454

Also ich lese z. Zt. "Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung" in einer Miniaturausgabe von 1972---

Ich muss sagen, als jemand der Geschichte-LK hat ist das Werk doch höchst interessant, nur es zeigt uns auch, dass wie im Sozialismus in der praktizierten Form sich die Theorie (hier: Die Mao Bibel) doch sehr von der Praxis entfernt (hat).

Ich hoffe ja auch darauf, dass ich zu Weihnachten Harry Potter VI geschenkt bekomme... abwarten...

Lykurg
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Sa 3. Dez 2005, 17:50 - Beitrag #1455

Martin Luther: Vom unfreien Willen ("de servo arbitrio", 1525)

Eine Erwiderung gegen die Schrift "Vom freien Willen" des Erasmus von Rotterdam, in der Luther, wie der Titel schon andeutet, die Willensfreiheit weitestgehend negiert. Ich bin erst etwa bei der Hälfte, komme auch nur recht langsam voran, weil der Text zum Nachdenken zwingt. Ich habe zudem große Schwierigkeiten mit den Positionen Luthers, neige stellenweise trotz der Polemik und rhetorischen Brillianz Luthers eher zu den Ansichten des Erasmus, ohne seinen Text gelesen zu haben (was ich vielleicht nachholen muß).

Interessant ist, daß Luther selbst den Text als seine einzige Schrift von bleibendem Wert neben dem Katechismus einschätzte und später einmal wünschte, alle seine Schriften außer diesen beiden sollten verschlungen werden (iSv verschwinden^^). - Und der Theologe Hans Joachim Iwand: "Wer diese Schrift nicht aus der Hand legt mit der Erkenntnis, daß die evangelische Theologie mit dieser Lehre vom unfreien Willen steht und fällt, der hat sie umsonst gelesen." Daß die Frage entscheidend ist, war mir von der ersten Seite an klar; was meine endgültige Position dazu sein wird, noch nicht.

Ich wundere mich aber sehr darüber, daß weder in meinem Konfirmandenunterricht noch im schulischen Religionsunterricht Luthers Determinismus überhaupt erwähnt wurde. Im Text greift Luther Erasmus heftig für dessen Standpunkt an, es gebe Bibelstellen, über die man nicht diskutieren dürfe, um das Volk nicht zu beunruhigen - Luther meint dagegen, "daß es das immerwährende Los des Wortes Gottes ist, daß seinetwegen die Welt in Unruhe versetzt wird." Hat sich insofern Erasmus durchgesetzt? Ich werde vielleicht einmal meinen Pastor darauf ansprechen.

Maurice
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Sa 3. Dez 2005, 18:58 - Beitrag #1456

Lykurg wann in unserer Sozialisation wurde uns jemals nahegelegt, wir seien determiniert? Stattdessen haben wir alle schon x-mal gehört, dass wir willensfrei seien. Die weitverbreitete Meinung, dass der Mensch einen freien Willen besitzt resultiert erstmal nicht aus eigener Überlegung, sondern ist eine anerzogene Meinung, die sich, wie erstmal alle Meinungen die verinnerlicht wurden, sich zur Wehr setzt, stellt man sie in Frage. Und diese instinktive Abwehrreaktion nennen manche dann "innere Gewissheit". :rolleyes:

e-noon
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Sa 3. Dez 2005, 19:14 - Beitrag #1457

@Jatrix: "The Giver", zu Deutsch "Hüter der Erinnerung", ist auch eine Utopie/Dystopie... Also meiner Meinung nach Utopie ;) Unter geringfügigen Änderungen, natürlich.

@Lykurg: Nur The GG im Original, den Parzival auf Neuhochdeutsch, aber in Versen, mit gelegentlichen Einschüben des Originaltextes (im Deutschunterricht). Beides angenehme Pflichtlektüre :)

Über Parallelen hab ich mir bisher wenig Gedanken gemacht, aber ebenso spontan zusätzlich zu dem von dir gesagten (wozu ich auch noch etwas anmerken werde) fiel mir der starke innere Drang ein, der sowohl Gatsby als auch Parzival zu Höchstleistungen anspornt, und der aus der eigenen Persönlichkeit entspringende Aufbruch aus der zunächst ärmlichen, beschränkten Kindheit (sumgebung) in die weite Welt.
Sowohl Parzival als auch Gatsby "verlieren" dabei ihre Eltern, die in keinem der Werke im weiteren Verlauf eine große Rolle spielen.
Der große Unterschied ist natürlich, dass die Grundaussage Pazivals eine positive, die des GG eine negative ist, wie ich finde. Auch die Intentionen, Aufzeigen eines Ideals, Erziehung, Verherrlichung der höfischen Gesellschaft versus vermutlich einfach von der Seele schreiben und die tatsächliche Gesellschaft und deren Atmosphäre darzustellen, sind imo grundverschieden.

Ich finde übrigens, dass die Farben nicht sooo wichtig sind; sicher, das grüne Licht und die Blutstropfen im Schnee sind wichtige Motive, aber vergleichbare Werke enthalten nicht mehr oder weniger Farben, soweit ich weiß.

Auf jeden Fall machen beide Bücher Spaß, abgesehen vermutlich von der Kursarbeit darüber ^^

aleanjre
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So 4. Dez 2005, 12:37 - Beitrag #1458

Ich habe "Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafón angefangen.

"Als der junge Daniel den geheimnisvollen "Friedhof der vergessenen Bücher" betritt, ahnt er nicht, dass sein Leben eine dramatische Wende nehmen wird. Der Schatten des Windes, das Buch, das er für sich auswählen darf, wird ihn nicht mehr loslassen. Immer mehr taucht Daniel in die faszinierende Handlung des Romans ein, und auch sein eigenes Leben scheint sich den Gesetzen dieser Geschichte zu unterwerfen..."

Normalerweise wäre ich an diesem Buch achtlos vorübergegangen, aber die Buchhändlerin hat es mir so warm empfohlen, es lag da so herrenlos und einsam, da hab ich es eben "adoptiert". Bis jetzt lässt die Geschichte sich langsam, atmosphärisch freundlich und mäßig spannend an. Mal abwarten.

janw
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So 4. Dez 2005, 14:32 - Beitrag #1459

Lykurg, mir scheint die Differenz von Luther zu Erasmus auf die grundsätzliche Differenz zwischen Gläubigem und "Aufgeklärtem" hinaus zu laufen, klar, daß für den Gläubigen die eigenen Freiheit ihre Grenzen in der begrenzenden Wirkmacht Gottes findet.
Insofern ist auch die Äußerung Iwands für mich verwunderlich, da sie eigentlich auf den Christen allgemein abzielen müßte.
Das Werk Luthers bestand für mich darin, den Menschen den Bereich des freien Willensspielraumes aufgezeigt zu haben, den er tatsächlich hat.

Wieso Erasmus für die Indiskutabilität mancher Bibelstellen eintritt...seltsam. Sein Bibelbild wird noch das der lateinischen Bibel gewesen sein, die den Menschen in der Breite nur durch die Predigt des Priesters zugänglich wurde. Vielleicht meinte er, daß diese so geprägten Menschen noch nicht reif seien für die kritische infragestellung der Bibel. Das wäre für mich aus der da,aligen Perspektive plausibel, denn die Wahrheit kann geistig niederschmetternd wirken.

Lykurg
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So 4. Dez 2005, 16:46 - Beitrag #1460

Die weitverbreitete Meinung, dass der Mensch einen freien Willen besitzt resultiert erstmal nicht aus eigener Überlegung, sondern ist eine anerzogene Meinung, die sich, wie erstmal alle Meinungen die verinnerlicht wurden, sich zur Wehr setzt, stellt man sie in Frage. Und diese instinktive Abwehrreaktion nennen manche dann "innere Gewissheit".
Maurice, damit hast du sicherlich nicht unrecht, um so erstaunlicher scheint mir aber, daß eine Person von so extremer Wirkungsmacht wie Luther es nicht geschafft hat, diesen für ihn so entscheidenden Grundsatz des unfreien Willens hinsichtlich der Erlösung zumindest in der immerhin nach ihm benannten und sich täglich auf ihn berufenden Glaubensgemeinschaft fest zu verankern und ins allgemeine Bewußtsein zu prägen.

e-noon, ja, schöne Beobachtungen, wobei ich aber den Gatsby weit mehr als eine Geschichte Nicks gelesen habe... das ist sicher eine Frage des Standpunktes, aber ich fand seine charakterliche Reifung (soweit man sie sehen kann) mindestens so interessant wie die Darstellung Gatsbys. Demenstsprechend neigte ich auch mehr dazu, Parzival mit Nick zu parallelisieren (und Gatsby mit Artus? oder doch eher mit Anfortas? Der paßt mE besser... spannend. Aber das wird sich im schulischen Rahmen wohl kaum nutzen lassen). - Henry Gatz, Gatsbys Vater, kommt am Ende des Buches doch vor.

Allgemein scheinen mir Tom und Keye in mehrfacher Hinsicht recht ähnlich: Keye ist trotz seiner charakterlichen Mängel (vgl. auch Erec und Iwein) ein anerkanntes Mitglied des Artushofs, dessen Faulheit aber bei entsprechendem Anlaß ebenso scharf gerügt wird wie seine unmaze. In einigen Situationen will er kämpfen - und blamiert sich restlos. (Allerdings ist, soweit ich mich erinnere, Wolframs Keye-Bild nicht so ausgeprägt negativ). Tom ist ebenfalls ein untätiger Lebemann, gelegentlich grob bis gewalttätig und letztlich achtlos gegenüber seiner Umgebung. Die entscheidende Parallele ist aber zwischen dem Ende des zweiten Kapitels GG, als Tom Myrtles Nase bricht, und der Stelle im 3. Buch, als Keye Cunneware schlägt.

aleanjre, den fand ich gar nicht mal schlecht, vor allem die Atmosphäre kam sehr gut rüber. Außerdem mag ich Romane im Roman (fast) immer. Eine gute Buchhändlerin ist wichtig. :)

janw, natürlich war Erasmus' Bibelbild ein griechisches. :cool: Ich weiß aber nicht, inwieweit er eine charakterliche Entwicklung des Menschen erwartete, die zur Lektüre "in späteren Zeiten" befähigen würde - das ist mE eigentlich ein sehr moderner Ansatz.

Den Gegensatz zwischen Luther und Erasmus sieht Luther als den zwischen Gläubigem und Skeptiker, aus heutiger Sicht ist es wohl eher der zwischen dem Theologen und dem Humanisten. (Die Gänsefüßchen hättest du schon fettsetzen müssen.^^)

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