Welches Buch lest Ihr gerade?

Die Faszination des geschriebenen Wortes - Romane, Stories, Gedichte und Dramatisches. Auch mit Platz für Selbstverfasstes.
Ipsissimus
Dämmerung
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Mi 11. Jan 2006, 10:23 - Beitrag #1481

Trevanian: Shibumi oder der lautlose Tod

(letzte mir bekannte deutsche Ausgabe im Moewig-Verlag, derzeit vergriffen)

"Trevanian" ist das Pseudonym wahrscheinlich eines us-amerikanischen Literaturprofessors, der aber nicht enttarnt wurde. Relativ bekannt ist sein Roman "Im Auftrag des Drachen" durch die Verfilmung mit Clint Eastwood in der Hauptrolle.

"Shibumi oder der lautlose Tod" hat für mich Kultstatus, seit ich vor 25 Jahren zum ersten Mal damit konfrontiert wurde.

Es ist die Geschichte des Nicolai Hel, des staatenlosen Sohnes eines Russen und einer Engländerin, der in Japan erzogen wurde, aus Ehre zum Killer wurde und nach dem zweiten Weltkrieg aus Abscheu vor dem um sich greifenden Ehrverlust der japanischen Gesellschaft ins Baskenland kam, weil dort eine ähnliche Ehrenstruktur wie die ehemalige japanische noch funktionierte.

Rabenschwarze Beschreibungen des Milieus von Geheimdiensten und ihre Interdependenzen mit Wirtschaftsorganisationen und Terrorismus, bei denen am Ende klar ist, daß der Killer, der sich über alle Ordnung stellt und sie alle tötet, der eigentlich ethische Mensch ist, und vielleicht die einzige Chance, welche die Menschheit hat.

Nicht eigentlich spannend (obwohl das Buch jede Menge spannende Momente hat), aber abgründig und rabenschwarz. Die Hoffnung auf persönlichen Frieden , die am Ende durchschimmert, hat nichts mit einem Happy End zu tun, sondern ist Resultat aus der Todesbereitschaft eines Menschen, der die GANZE Geschichte durchschaut und voller Ekel beschließt, Selbstmord zu begehen, sobald die Gesellschaft der Ehrlosen jemals seine Integrität anzutasten vermag.

Anaeyon
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Mi 11. Jan 2006, 22:43 - Beitrag #1482

Eine Menge E-Books.

- Die Zen-Lehre
- Anna Freud - Das Ich und die Abwehrmechanismen
- Stephen Hawking -The nature of space and time
- Sartre - Die Fliegen
- How to control your brain at will.pdf Bild
- Einstein - Die spezielle Relativitästheorie

Da das alles am Pc gelesen werden muss dauer es wohl noch Jahre bis ich was davon fertig hab, aber es sollte sich lohnen. Angefangen habe ich jetzt mal mit Sartre, hab von ner Freundin gehört das es sehr gut sein soll.

Lykurg
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Do 12. Jan 2006, 00:21 - Beitrag #1483

Andreas Gryphius: Horribilicribifax teutsch (1663)

Eine Komödie in gewisser geistiger Verwandtschaft zum Simplicissimus, nur daß die beiden hier dargestellten Soldaten, Horribilicribifax und sein Kamerad Daradiridatumtarides, unglaubliche Aufschneider sind, die in ziemlich komplizierte Liebesgeschichten verstrickt sind. Seinen eigentlichen Reiz gewinnt der Text aber aus seiner sprachlichen Vielfalt:

Gryphius hat sich darum bemüht, die Personen durch ihre Sprache individuell zu kennzeichnen - Stand, Beruf etc., es fliegen daher Bröckchen aus Italienisch, Französisch, Latein, und hebräisch durchsetztem Jiddisch durch die Gegend, das Deutsche zum Teil schlesisch-mundartlich geprägt, ziemlich farbenprächtiges Schauspiel.^^

----

Ipsissimus, das klingt faszinierend. Vielleicht irgendwann im Sommer? :rolleyes:

Anaeyon, was für ein bunter Strauß! Und so manches dabei, was ich mir gar nicht erst vornehmen würde... angefangen mit Zen^^

Traitor
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Do 12. Jan 2006, 01:02 - Beitrag #1484

@Lykurg: Lässt es sich aushalten, diese Namen immer wieder zu lesen? ;)

Habe gestern die paar liegengebliebenden Kapitel von "Prince Caspian" erledigt. Gegen Ende ward's dann stellenweise doch etwas allegorisch überfrachtet und die Handlung wirkte arg zusammengestutzt, um das ~100-Seiten-Format nicht zu sprengen. Das erste Mal, dass ich einen Narnia-Band leicht enttäuscht beende.

Nun wende ich mich Robert Rankins "The Antipope" zu. Von ihm bereits gelesen habe ich "Warten auf Oho" (miserable Übersetzung von "Waiting for Godalming", dafür in der deutschen Ausgabe mit Titelbild zum Selbstkleben), nicht auf DNA- oder Pratchett-Niveau, aber zumindest grob vergleichbar und dank seiner Abstrusität lesenswert. Das jetzige Projekt ist Teil seiner "Brentford-Trilogie" (derzeit 8 Bände, davon mehrere nicht eindeutig identifizierbar, dazu ÜBerschneidungen mit anderen Trilogien...) und hoffentlich noch etwas besser, sodass ich RR in den Abstruser-Englischer-Humor-Kanon aufnehmen kann.

Baloth
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Mo 23. Jan 2006, 01:21 - Beitrag #1485

Dan Browns Sakrileg! SUPERGENIAL

Danach werde ich mir Meteor von meiner Schwester leihen :D

Lykurg
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Mo 23. Jan 2006, 01:42 - Beitrag #1486

Elfriede Jelinek: Gier

Die Geschichte eines Dorfgendarmen, der sich durch Beziehungen zu älteren Frauen Erbschaften (Häuser, um es genauer zu sagen) erschleichen will, und der nebenbei Minderjährige schändet und ermordet, wäre eigentlich deutlich knapper erzählt.^^

Elfriede Jelinek bringt ihre persönliche Sicht zu den Fragen, die sie gerade anschneidet, ihre Überlegungen, warum sie das gerade geschrieben hat, was der Leser vielleicht dabei denken mag (insbesondere Selbstkritik ihrer oft etwas billigen Kalauer) und was in der Entstehungszeit des Buches gerade so an politischen Ereignissen eine Rolle spielte, so gehäuft und so sprunghaft ein, daß das Lesen unglaublich anstrengend wird. Der Untertitel ist "Ein Unterhaltungsroman", aber auch die seitenlangen Passagen von Ekelpornographie machen es nicht gerade unterhaltsamer oder fesselnder.

Dazwischen finden sich immer mal wieder Idyllen, Abschnitte, die humorvoll und in ihren Assoziationsketten wirklich faszinierend sind (insofern ein bißchen Spender² ;)).

Ipsissimus
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Mo 23. Jan 2006, 13:04 - Beitrag #1487

seid langem mal wieder "Nachdenken über Christa. T." von Christa Wolf

"Was ist das: Dieses Zu-sich-selber-Kommen des Menschen?" Dieses Zitat von Johannes R. Becher wählte Christa Wolf als Motto ihres Romans "Nachdenken über Christa T."

Christa T. stirbt 1963 im Alter von 35 Jahren an Leukämie und wird auf einem Dorffriedhof in Mecklenburg begraben.

Die Autorin befreundete sich mit der Lehrertochter gegen Ende des Zweiten Weltkrieges auf dem Gymnasium. 1945 setzte sich Christa T. nach Westen ab, arbeitete schließlich drei Jahre lang als Lehrerin und begann dann Germanistik zu studieren. Sieben Jahre lang hörte die Autorin nichts von ihr, dann traf sie Christa T. an der Universität in Leipzig wieder.

Jetzt, nach dem Tod ihrer Freundin, erinnert sich die Autorin an Christa T. und versucht, sie an Hand von hinterlassenen Aufzeichnungen zu verstehen, stellt sich verschiedene Situationen vor und malt sich aus, was andere über sie sagen würden.


ich bin fasziniert von diesem Buch; es ist für mich weniger die Schilderung eines Lebens unter den Bedingungen des realen Sozialismus, als die Lebensgeschichte einer Fremden - fremd in ihrer Welt - und damit trifft es den Nerv meines eigenen Empfindens.

Maurice
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Mo 23. Jan 2006, 15:03 - Beitrag #1488

Habe letztens die ersten beiden Kapitel von Nietzsches "Genealogie der Moral" gelesen. Das dritte Kapitel werde ich bei Zeiten lesen. Bisher etwas anstrengend zu lesen. Nicht gerade Nietzsche in Bestform imo.
Habe deshalb ein Buch über Nietzsche von Michael Tanner dazwischen geschoben. Lässt sich gut lesen. Leider ist es nicht sehr gehaltvoll und es ist bisher nicht viel hängen geblieben. Also weniger zu empfehlen.

Padreic
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Mo 23. Jan 2006, 21:47 - Beitrag #1489

@Maurice: Da liest du gerad das einzige, was ich bisher von Nietzsche komplett gelesen hab ;). Ich fand die "Genealogie der Moral" nicht direkt anstrengend zu lesen (zumindest die ersten beiden Teile), sondern eher rauschhaft. Mit einigen wirklich interessanten Gedanken garniert.

Gekommen war ich damals gerade auf diesen Nietzsche gerade wegen dem Tanner ;). Den hab ich nämlich auch gelesen und fand ihn gar nicht mal schlecht; aber du hast ja auch schon manches von Nietzsche gelesen. Es wendet sich wohl eher an die Einsteiger.

Meine momentane Lektüre beschränkt sich hauptsächlich auf Fachliteratur, zum Spaß höchstens ausschnittsweises Lesen, momentan. Obwohl Fachliteratur natürlich auch Spaß machen kann ;).

Feuerkopf
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Di 24. Jan 2006, 10:19 - Beitrag #1490

Habe mich an mein Wichtelbuch gemacht. "Ein gutes Omen" von Pratchett/Gaiman.
Diese Geschichte beschreiben zu wollen, übersteigt fast meine Fähigkeiten, so lustig ist sie. Ich habe schon mehrfach laut gelacht beim Lesen.
Danke, Noriko! :kiss:

Maurice
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Di 24. Jan 2006, 12:34 - Beitrag #1491

@Padreic: Klar die Genealogie ist nicht uninteressant und für sich betrachtet auch nicht schwierig zu lesen. Nietzsche ist hier vergleichweise geordnet und eindeutig. Verglichen aber mit dem was ich bisher von Nietzsche gelesen hatte (Morgenröte, Also sprach Z. und z.T. Antichrist) ist die Genealogie eben nicht der Nietzsche, den ich gewohnt bin. Zwar philosophiert Nietzsche auch in der Genealogie mit dem Hammer, aber nicht so frenetisch, wie in den anderen mir bekannten Werken. Und gerade dieses Philosophieren mit dem Hammer ist es, was mich an Nietzsche reizt. Inhaltlich und formal überzeugt er mich nämlich nicht. Es ist seine ungewöhnliche Art und seine harten (aber leider oft uneindeutigen) Aussagen, die mich faszinieren. ^^

Wie wäre es eigentlich mal mit einem Nietzsche-Thread?


@Topic: Nachdem ich den Tanner gelesen habe, habe ich doch noch nicht das dritte Kapitel der Genealogie angefangen, sondern Sun Tzus "Die Kunst des Krieges". Trotz seiner 150 Seiten ist das Buch sehr kurz, da es sehr groß geschrieben ist. Seit dem einen Zitat in Alpha Centauri aus diesem Buch wollte ich dieses mal lesen. Leider bin ich bisher etwas enttäuscht. Die Aussagen sind eben sehr allgemein gehalten und nicht so griffig wie das schon vorher bekannte Zitat. Naja aber als kleines Intermezzo ists ok.

Padreic
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Di 24. Jan 2006, 22:54 - Beitrag #1492

Ich kenne mich mit Nietzsche selbst nicht so sehr aus. Aber wenn er nur an Nietzsche angelehnt ist, warum nicht.

Ich glaube, Nietzsche hat nicht nur fantastisch geschrieben, sondern einiges auch wirklich scharfsinnig gesehen. Und das kommt in der Genealogie der Moral auch rüber. Ecce Homo ist natürlich noch schöner rauschhaft...und der Antichrist noch härter drauf. Beides hab ich aber bisher nur in Auszügen gelesen.

Kalessin
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Mi 25. Jan 2006, 00:32 - Beitrag #1493

Ich lese, wie Feuerkopf, Good Omens (auf Englisch).
Ich werde immer komisch angeguckt, wenn ich im Bus lese und dann laut lachen muss.. Es ist einfach nur genial! (Wie so schön auf dem Cover steht "The Apocalipse has never been funnier.")

Lykurg
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Do 26. Jan 2006, 01:03 - Beitrag #1494

Joseph Franz Ratschky: Melchior Striegel (1795)

Das „heroischepische Gedicht für Freunde der Freyheit und Gleichheit“ Melchior Striegel, entstanden 1793-95, setzt sich indirekt mit der französischen Revolution auseinander. Geschildert wird in gereimter Form die burleske Geschichte der Republik von Schöpsenheim, gegründet durch den revolutionären Studenten Melchior Striegel und seine Freunde. Die in Knittelversen abgefaßte Epenparodie ist untrennbar verbunden mit einem fiktiven Kommentar, der die vermeintliche Literarizität des Werkes in den Himmel preist (etwa, indem er in den Schwächen des Textes besondere Stärken, etwa Anspielungen auf Klassiker, die ähnliche 'Kunstgriffe' angewandt hätten, zu erkennen meint) und die satirische Wirkung damit unterstreicht. Zudem lehnen sich einige Ereignisse der 'Striegeliade' eng an die französische Revolution an, werden dementsprechend mit ihr verglichen, vorgeblich, um sie zu erhöhen, tatsächlich geraten dadurch beide Republiken ins Lächerliche. Zudem vereint der Kommentar eine skurrile Mischung aus Begeisterung für die Ideale der französischen Revolution und tiefem Obskurantismus (also Ablehnung der aufklärerischen Ideen); er bringt insofern die Jakobiner in enge Verbindung mit der Unvernunft.

Auch dieser Text wirft mit einer Masse von Antikenbezügen und sonstigen Anspielungen um sich, die ohne den alten und einen neuen Kommentar der Ausgabe zum Teil nicht mehr verständlich wären... - Ratschky setzte sich mit diesem Epos erfolgreich zur Wehr gegen den für seine Beamtenlaufbahn ziemlich gefährlichen Vorwurf, er sei selbst ein Jakobiner.

Feuerkopf
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Do 26. Jan 2006, 01:39 - Beitrag #1495

Anmerkung zu "Ein gutes Omen":
Die Autoren haben ihren Stephen King gelesen! ;) Die Beschreibung der Kinder-Gang hat sehr viel Charme und erinnert an "Es".
Habe aber einen leichten Überfütterungseffekt. Nach 20 Seiten Wahnsinn muss ich das Buch immer für ein paar Stunden beiseite legen. :cool:

Maurice
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Do 26. Jan 2006, 13:30 - Beitrag #1496

@Pad: Ich hoffe es nimmt uns niemand übel, wenn wir hier noch ein wenig über Nietzsche plaubern. ^^

Ich glaube auch, dass Nietzsche einiges scharfsinnig gesehen hat. Leider hat er es imo nicht mit derselben Scharfsinnigkeit niedergeschrieben. Ein Stil ist (im Vergleich zu anderen Autoren) recht chaotisch.

Traitor
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Mi 1. Feb 2006, 00:10 - Beitrag #1497

Daniel Kehlmann: "Die Vermessung der Welt". Seit einiger Zeit an der Spitze der Bestsellerliste, mir ward's zu Weihnachten geschenkt. Inhalt: semi-fiktionale Schilderung der Leben Gauß' und Humboldts (Alexander) sowie eines Zusammentreffens der beiden in hohem Alter.
Bisheriger Eindruck:
Positiv: Sehr energiereich geschrieben; eine Atmosphäre geistiger Größe, wenn andauernd im Hintergrund Goethe, Schiller oder Kant auftauchen.
Negativ: teils zu übertrieben groteske Charakterisierungen, direkte Rede ohne Anführungszeichen.

@Feuerkopf: Interessant, dass du Parallelen zu King entdeckst. Das APF interpretiert:
- [p. 79/46] The scenes of Adam growing up in Tadfield are an affectionate parody of the Just William books by Richmal Crompton.

They are a series of books about William Brown (age 11) and his gang of Outlaws: Ginger, Douglas and Henry. The Johnsonites in Good Omens parallel the Laneites in Just William, Hubert Lane being a similarly lugubrious podgy kid.

Shockk
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Fr 3. Feb 2006, 00:11 - Beitrag #1498

Tad Williams' "Memory, Sorrow & Thorn". Aktuell Buch Nr. 2. Sehr fesselnde Fantasy ... endlich wieder eine Welt zum Abtauchen.

Baloth
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Fr 3. Feb 2006, 01:34 - Beitrag #1499

Dan Browns "Meteor"

Hab "Sakrileg" jetzt durch. Geniales Buch, nur weiterzuempfehlen!!!

Lykurg
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Mi 8. Feb 2006, 13:24 - Beitrag #1500

Cees Nooteboom: die folgende Geschichte (1991)

Die Geschichte eines Lateinlehrers, der unter merkwürdigen Umständen in Lissabon aufwacht, nachdem er in Amsterdam eingeschlafen war. Das Rätsel bleibt mehr oder weniger ungelöst; er befindet sich auf der Suche nach seiner Vergangenheit, dem Leben, das er (nicht) geführt hat. Dazu kommen zunehmend Überlegungen zum Tod. Der zweite Teil des Buches beschreibt eine Schiffsreise von Lissabon nach Brasilien; allmählich stellt sich heraus, daß seine Reisegefährten, mit denen er sich unterhält, unter verschiedenen Umständen gestorben sind (mehr oder weniger eindeutig); und auch für ihn gibt es diesbezügliche Anzeichen.

Das Buch endet mit dem Satz "Und dann erzählte ich ihr, erzählte ich dir die folgende Geschichte", was mich an den offenen Schluß von Peter Handkes Wunschloses Unglück (s.o.) erinnert. Deutlich sind aber auch die Parallelen zu meinem Lieblingsbuch des vorletzten Jahres, Pascal Merciers Nachtzug nach Lissabon, in dem ebenfalls ein Altphilologe aus seinem Leben ausbricht und sich auf eine Suche in diese Stadt begibt (allerdings weniger sein Leben sucht als das eines Anderen). Übrigens ist letzteres ein Buch, das ich auch philosophisch interessierten Lesern empfehle; nebenbei schön erzählt.

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