Trevanian: Shibumi oder der lautlose Tod
(letzte mir bekannte deutsche Ausgabe im Moewig-Verlag, derzeit vergriffen)
"Trevanian" ist das Pseudonym wahrscheinlich eines us-amerikanischen Literaturprofessors, der aber nicht enttarnt wurde. Relativ bekannt ist sein Roman "Im Auftrag des Drachen" durch die Verfilmung mit Clint Eastwood in der Hauptrolle.
"Shibumi oder der lautlose Tod" hat für mich Kultstatus, seit ich vor 25 Jahren zum ersten Mal damit konfrontiert wurde.
Es ist die Geschichte des Nicolai Hel, des staatenlosen Sohnes eines Russen und einer Engländerin, der in Japan erzogen wurde, aus Ehre zum Killer wurde und nach dem zweiten Weltkrieg aus Abscheu vor dem um sich greifenden Ehrverlust der japanischen Gesellschaft ins Baskenland kam, weil dort eine ähnliche Ehrenstruktur wie die ehemalige japanische noch funktionierte.
Rabenschwarze Beschreibungen des Milieus von Geheimdiensten und ihre Interdependenzen mit Wirtschaftsorganisationen und Terrorismus, bei denen am Ende klar ist, daß der Killer, der sich über alle Ordnung stellt und sie alle tötet, der eigentlich ethische Mensch ist, und vielleicht die einzige Chance, welche die Menschheit hat.
Nicht eigentlich spannend (obwohl das Buch jede Menge spannende Momente hat), aber abgründig und rabenschwarz. Die Hoffnung auf persönlichen Frieden , die am Ende durchschimmert, hat nichts mit einem Happy End zu tun, sondern ist Resultat aus der Todesbereitschaft eines Menschen, der die GANZE Geschichte durchschaut und voller Ekel beschließt, Selbstmord zu begehen, sobald die Gesellschaft der Ehrlosen jemals seine Integrität anzutasten vermag.