Harry Potter steht nur deshalb da, weil irgendwann mal jemand diesen Medien-Hype ausgelöst hat und weil jetzt jeder meint, darüber berichten zu müssen. Deshalb sind die Menschen neugierig und kaufen das Zeugs.
Sorry, ganz falsch, Effendi. So funktioniert's zwar bei Effenberg und Co. Das Besondere und rührend Altmodische bei HaPo war aber, dass es hier noch mal die 'natürliche' Reihenfolge gab. Menschen haben das erste Buch gelesen, es hat ihnen gefallen, sie haben es weiterempfohlen. Allmählich wurde es zum Bestseller, seine Nachfolger starteten mit höheren Auflagen - aber die ganz große globale Medienmaschine ist erst so richtig angelaufen, als Rowling drei (!) Bücher gleichzeitig auf der NY-Times-Bestsellerliste hatte.
Die Medienindustrie wollte also selbst nicht glauben, was sich da abspielte. Auch sie hielt Potter für ein kurzfristiges Phänomen, in das man nicht all zu viel Vertrauen haben sollte. Nee, nee, dieser Zauberlehrling ist auf dem eigenen Besen zum Erfolg geritten.
Nebenbei, ich halte Rowlings Bücher für sehr lesenswert und freue mich, dass sie - als Gegenprogamm zu Effenbergs und Bohlens dummdreist schmieriger Aufschneiderpampe - auf den Bestsellerlisten vertreten sind.
HaPo und Thomas Mann und William Golding, das ist alles Literatur, auf unterschiedlichen Stufen der Raffinesse, aber eben so, wie ein Butterbrot, ein Rehbraten und eine Trüffelkreation alles schmackhafte Nahrungsmittel sind. Im Gegensatz zu einem Stück Hundescheiße, das auf einem Teller, einer Speisekarte oder in einem Mund eigentlich nichts zu suchen hätte.
Und viel von dem, was auf Bestsellerlisten steht bzw. gehievt wird, ist nun mal... naja, ich muss den Gedanken wohl nicht ausformulieren....
Fargo