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Alte oder Neue Rechtschreibung

Verfasst:
Do 17. Jun 2004, 19:35
von Padreic
Ich wollte mal fragen, wer hier alles Neue oder wer noch die Alte Rechtschreibung schreibt.
Ich persönlich schreibe weitesgehend die Neue, aber mit ein paar Anwandlungen der Alten. Die Neue hab ich halt in der Schule gelernt, aber die Alte hat ihre Vorzüge und man liest sie eben noch oft, weshalb ich eben eine Mischform bevorzuge.
Padreic

Verfasst:
Do 17. Jun 2004, 19:51
von Syntax Error
Ich persönlich würde die Neue bevorzugen, da ich sie jobmäßig auch brauche. Natürlich mag ich sie überhaupt nicht.

Verfasst:
Do 17. Jun 2004, 20:04
von Fargo
Ich bemühe mich, die neue Rechtschreibung halbwegs einzuhalten. Manchmal geht sie mir nicht weit genug, dann greife ich ein wenig voraus. Manchmal finde ich ihre Verbesserung abscheulich (=> aufwändig), dann muss ich mich sehr zwingen, der Reform zu folgen. Gelegentlich trotze und bocke ich dabei ein wenig.
Immer wieder rutschen mir alte Formen durch, ohne dass ich das bemerke. Und immer häufiger überkommt mich der Gedanke, dass alle Reformen sowieso sinnlos, weil der Verlust der Schreibfähigkeit bei den Nachwachsenden derart rasant voranschreitet, dass unsere Demokratie noch zu meinen Lebzeiten das Schreiben als offizielle Kulturanforderung wird abschaffen müssen.
Fargo

Verfasst:
Do 17. Jun 2004, 21:00
von Traitor
Da ich diese noch in der Schule gelernt habe, arbeite ich hauptsächlich mit der alten Rechtschreibung. Dabei habe ich einige einzelne Regeln der neuen adaptiert - vor allem die ss-Regel, die nun endlich wirklich logisch ist. Vieles wie die absurde Getrenntschreibung ignoriere ich aber vollkommen.

Verfasst:
Do 17. Jun 2004, 21:50
von Juniregen
ich schreibe eigentlich fast ausschließlich mit der alten, die habe ich gelernt und da fühle ich mich sicher drin - manche wörter in der neuen sehen einfach ZU doof aus, und dann glaube ich immer, es ist falsch geschrieben...
naja. bei unserer matura (aka abitur) war mein jahrgang der letzte, der noch alte rechtschreibung verwenden durfte, ohne daß es als fehler angerechnet werden konnte.

Verfasst:
Fr 18. Jun 2004, 11:20
von Shockk
Ich habe mich mittlerweile an die Neue gewöhnt, da sie mitten in meiner Schullaufbahn plötzlich auftauchte und speziell von einigen Deutschlehrern rigoros verteidigt wurde, inklusive Punktabzügen in Arbeiten in dem Zeitraum, wo eigentlich beide Schreibweisen erlaubt waren.
Einige Wandlungen der Reform halte ich trotzdem für Kapitalverbrechen. Vielleicht kommt "Alptraum" ja eigentlich von "Alb", aber mit "b" ist dieses Wort einfach nur scheusslich. Und vom "Delfin" wollen wir mal gar nicht reden, den schreib ich kosequent nur mit "ph".

Verfasst:
Fr 18. Jun 2004, 13:16
von Trin
Ich schreibe ausschließlich in der neuen Rechtschreibung. Von der Schule her habe ich nur bis zur zweiten Klasse die alten Regeln gelernt, danach wurde die neue Rechtschreibung unterrichtet. Daher kann ich sie auch besser.
Manchmal kommt es aber doch vor, dass ich ein Wort in alter Rechtschreibung schreibe, weil unsere Lehrer sie zum Teil noch benutzen und wir sie deshalb noch ziemlich oft lesen.

Verfasst:
Fr 18. Jun 2004, 15:01
von smart-7
Habe die neue Rechtschreibung in der 12. Klasse gerade noch so abbekommen und glücklicherweise eine Lehrerin gehabt, die sie sogar durchgenommen hat.
Haben zwar leider nur die Änderungen bzgl. ss und ß gelernt aber immerhin.
Schreibe somit eignentlich mehr neue als alte Rechtschreibung..
Aber manchmal ist die neue ja wirklich ziemlich verrückt, wenn ich so manche Wörter lese, auch wenn sie unkomplizierter sein soll. Was man in der Grundschule lernt prägt doch noch am meisten.

Verfasst:
Fr 18. Jun 2004, 21:34
von blobbfish
Mischmasch, die Kommaregelungen sind ziemlich gelungen, da ist Klarheit, das "ss" ist auch sinnvol, wenn man die Anfangsschwierigkeiten überwunden hat. wie shockk schreibe ich Delphin weiterhin mit "ph", ebenso wie Strophe oder Phtalsäureanhydrid, die man streng genommen auch mit "F" schreiben müsste. Ansonsten halte ich mich dadran, habe ja die alte und die neue Schreibung gelernt.
Greets,
blobby

Verfasst:
Sa 19. Jun 2004, 13:39
von Traitor
Naja, die Kommaregeln finde ich auch einen der großen Schwachpunkte - irgendwie gibt es nach der Neuen einfach viel zu wenig Kommas in einem durchschnittlichen Satz. Meinem Empfinden nach sollte ein Komma immer dort stehen, wo ein logischer oder lautlicher Umbruch ist - und da fehlt es nach der Neuen oft einfach, warum auch immer. Dadurch sind teilweise kompliziertere Satzbauten deutlich uneindeutiger.

Verfasst:
Sa 19. Jun 2004, 13:43
von Amy
Ich bevorzuge auch die Neue, ok, muss ich ja, wenn ich in der Schule die Alte benutze, wird das ja als Fehler angezeichnet.
Was mich am Meisten nervt, ist das mit dem ß und nicht ß. Kann ich immer noch nicht auseinanderhalten.

Verfasst:
Sa 19. Jun 2004, 14:06
von Traitor
Ganz einfach: wenn der Vokal davor kurz ist, ein ss; wenn er lang ist, ein ß. Also Fuuuß, aber Fluss.

Verfasst:
Sa 19. Jun 2004, 19:25
von blobbfish
Nein, man kann nach wie vor sätze mit vielen Kommas sehr eindeutig konstruieren, denn im Prinzip wurde bei der Kommaregelung nicht die Regelung, sondern nur die Regeln geändert, sozusagen eine andre Formulierung. Die Kommaregeln sind klar, präzise und lassen auch Freiräume, man kann Kommas setzten, wo es nicht nötig ist.

Verfasst:
So 20. Jun 2004, 23:58
von Maglor
Ich bevorzuge eideutig die neue Rechtschreibung. Sie ist logischer, doch manche alte Regel kann ich mir leider nicht aus dem Kopf brennen, immer wieder kommt noch mal ein "muß" statt "muss" durch. Wenn man Deutsch auf Lehramt studiert, sollte man das ändern.
Fantasie und Graf (für Phantasie und Graph) ist jedoch Frevel!
MfG Maglor

Verfasst:
Mo 21. Jun 2004, 21:22
von blobbfish
Ach was maglor, unser Deutschreferendar hatte auch einige Rechtschreibfehler an der Tafel gemacht, also alles halb so wild. Und du ahst ja auch noch ein wenig Zeit, so dass du das "Muß" nicht durch sofort durch das "Muss" ersetzten musst.

Verfasst:
Sa 4. Mär 2006, 22:52
von Lykurg
Ich schreibe privat nach wie vor 'klassisch', auch wenn ich bald für universitäre Zwecke endgültig umsteigen muß (noch läßt man uns); bemühe mich daher, die beiden Schreibsysteme möglichst gut seperat zu verinnerlichen.
Über die diversen Schwächen, Inkonsequenzen und Widersinnigkeiten brauche ich mich wohl kaum auszulassen. Mich schmerzt es, wenn ich fürs Studium einen Klassiker in neuer Ausgabe kaufen muß.

Verfasst:
Sa 4. Mär 2006, 23:03
von Traitor
Dass an den Schulen (der meisten Bundesländer) mittlerweile die Neue durchgeknüppelt wird, ist mir bekannt. Aber an den liberal und dezentral organisierten Universitäten sollte das doch von den persönlichen Vorlieben der Dozenten/Korrektoren abhängen, und müssten von denen nicht die überwältigende Mehrheit Anhänger der Alten sein?

Verfasst:
Sa 4. Mär 2006, 23:57
von Lykurg
Schon, aber die haben zu einem erheblichen Anteil keine besondere Lust auf Korrektur in zwei verschiedenen Modi (und da bei uns ja auch Lehrämtler und Kleine^^ dazwischensitzen, kann man Neuschreib nicht einfach unterdrücken). Sicher habe ich (gerade unter den Linguisten^^) bis jetzt keinen Befürworter von Neuschreib kennengelernt, nehme aber dennoch stark an, daß in den nächsten Jahren die Anzahl der Dozenten, die in Hausarbeiten und Klausuren kein Neuschreib erwarten, deutlich abnehmen wird. (Das ist natürlich kein Durchfallkriterium, dürfte sich aber negativ auswirken.)

Verfasst:
So 5. Mär 2006, 14:21
von nils.ri
Ich habe die neue gelernt und schreibe auch ausschließlich die neue.
Manchmal bin ich mir bei Zusammen-/Getrenntschreibung nicht so sicher, aber insgesamt finde ich die Neuerungen der Reform doch recht logisch.
Zumindest ist die neue Rechtschreibung nicht unlogischer als die alte.

Verfasst:
So 5. Mär 2006, 14:59
von C.G.B. Spender
Mir hat die neue Rechtschreibung zu wenig Scharm.

Aus den Augen eines Filosofisches betrachtet, ist mir die Brühe der Regeln zu trüb geworden. Einige Wortvarianten finde ich einfach nur abartig und eine echte Verhuntzung der deutschen Sprache.
Ich versuche einige neue Regeln einzuhalten, wie das Doppel-S beim "dass", aber trotzdem schreibe ich ein "das" immer noch da, wo ein welches, jenes oder dieses, möglich ist.
Von Logik bei Sprachen zu reden, davon würde ich sowieso absehen. Die Mathematik ist da wohl die einzige logische Sprache.
Die neue Kommasetzung finde ich hingegen klasse. Vorher gab es zuviele Zusatzregeln, an die sich kaum jemand wirklich hielt.