Brennende Suche

Brennende Suche
Part I
„Sterbt!“, rief er lachend und warf einen Feuerball in die vor ihm auftretende Wachentruppe. Mehrere Gardisten gingen in Flammen auf und rannten schreiend umher. Wenige Augenblicke später wurden sie von den Schmerzen übermannt und stürzten zu Boden. Auf der harten Straße schrien sich einige die Seele aus dem Leib, während die Flammen sie endgültig verzehrten – andere waren zu diesem Zeitpunkt bereits tot.
Es war amüsant für ihn. Er liebte es. Den Geruch von verbranntem Fleisch, die Angst in ihren Augen – Er mochte es sogar seinem eigenem Lachen zuzuhören.
Mit einem weiteren Feuerball ließ er den Hauptmann dieser Truppe in Flammen aufgehen.
„Hast du es schon gehört? Gestern Nacht war ein neuer Angriff des Feuerteufels!“, erzählte ihr ihre Nachbarin. „Schon wieder? Wo war diesmal der Angriff?“, unterbrach sie sie seufzend.
So ging es schon mehrere Monate. Am Anfang erhielten sie die Nachrichten in längeren Abständen. Heute erhielten sie fast jeden zweiten Tag eine. Doch trotzdem brach jedes Mal aufs neue Panik aus. Ein Feuerteufel – so nannte man ihn – streifte umher und griff wahllos Städte und Dörfer an. Hatten die Attacken anfangs nur kleinen Bauernhöfen gegolten, so zielten sie jetzt schon auf große Zentralstädte. Das einzige, was er hinterließ, war schwarzer Ascheboden. Er griff die Menschen an, tötete die Wachen und verbrannte die gesamte Stadt, so dass noch nicht einmal mehr die Grundmauern standen. Bis jetzt konnten keine Truppen, so zahlreich sie auch waren, ihn aufhalten. Tag für Tag wurden in Erethol schon Wachmannschaften verstärkt und erhöht. Sie fragte sich immer, ob er es wagen würde, selbst die Hauptstadt anzugreifen. Früher wohl kaum, aber heute? Doch konnte sie mit niemandem darüber reden. Alle hatte schon der Mut verlassen.
„Er war diesmal in einer unserer Nachbarstädte!“, sagte ihre Nachbarin mit zitternder Stimme, „was ist, wenn wir die nächsten sind!?“
Ihre Blicke streiften fort von den großen verzierten Häusern des Marktplatzes, weiter über die Häuser der Kaufleute bis hin zur Stadtmauer. Es war eine große und breite Mauer, keine andere im Land sah so königlich aus. Doch ihre Blicken gingen weiter, weiter auf das Land hinter den Mauern. Sie gingen zu den großen Wiesen und dem morgendlichen Dunst über den fernen Wäldern, welcher ihnen oftmals Regen bescherte.
„Mach dir keine Sorgen, keine Stadt ist so gut bewacht wie Erethol! Hier sind wir absolut sicher.“, antwortete sie, immer noch mit ihren Blicken weit am Horizont. „Meinst du wirklich?“, war die Reaktion. Sie sah wieder zu ihrer Nachbarin, lächelte sie an und sagte: „Aber natürlich, wir sind absolut sicher.“
Auch wenn sie es selbst nicht glaubte, musste sie den anderen wenigstens Mut machen. Doch war es sehr anstrengend und erschöpfend.
Waren diese Mauern wirklich groß und stark genug um den Feuerteufel aufzuhalten? Auf der Mauer spazierten mehrere Hundert der besten Bogenschützen ihre Patroulie. Wie sollte ein Mann gegen hunderte Bogenschützen ankommen?
„Was wollt Ihr trinken?“, fragte der Wirt. Der Wanderer bestellte und ließ sich in seine dunkle Ecke zurückfallen. Er beobachtete die Menschen, wie sie lachten, tranken und sich amüsierten. Er wusste genau, dass solche Wanderer hier nicht gerne gesehen wurden, aber genau das machte ihm Spaß. Er wusste, dass sie über ihn redeten. Er blickte sich um. Es war ein großes Gasthaus. Viele Tische standen hier, alle voll besetzt. Auch die Theke schien gut besucht zu sein. Neben ihm prasselte das Feuer des Kamins. Die Flammen warfen Schatten. Man sah große schwarze Stuhlbeine, gestreckte Menschen und breite Tische auf dem Boden. Es machte Spaß Dinge über ihre Schatten zu betrachten. Es verlieh einem eine ganz andere Sicht der Dinge, vielleicht sogar eine klarere?
Durch die feiernden Menschen ging der kräftig gebaute Wirt, welcher sich sehr selbstsicher seinen Weg durch die Menge bahnte. Er hatte das Getränk des Wanderers auf dem Tablett und ging mit festem Schritt auf diesen zu. Er stellte es auf seinen Tisch ab, wartete kurz auf eine Reaktion und als diese ausfiel, ging er weiter.
Nachdem der Wirt ihm den Rücken zugedreht hatte, nahm der Wanderer sein Glas und kostete. „Hey.“, rief er diesem hinterher. Doch der Wirt reagierte nicht. „HEY!“, schrie der Wanderer lauter. Einige Besucher des Gasthauses blickten auf. Der Wirt blieb stehen und drehte sich langsam um: „Stimmt etwas nicht?“ „Ja, dein Gesöff hier schmeckt scheußlich!“, brüllte der Wanderer ihm zu. „Hast du etwa etwas gegen meine Getränke!?“, antwortete der Wirt leicht erzürnt „Das ist der beste Gasthof in der ganzen Stadt!“, fügte er hinzu. „Es schmeckt trotzdem scheußlich“, wiederholte der Wanderer, stand auf und warf das Glas zu Boden. Es zersprang mit einem lauten Klirren und der Inhalt lief über den Holzboden. Jetzt war der Wirt sichtlich erzürnt. Er stürzte zu dem Wanderer und hob ihn an seinem Mantel in die Luft empor. „Was ist dein Problem, Bürschchen?“
Die Menschen schienen so primitiv. War es nicht offensichtlich, dass er ihn provozieren wollte? Und jedes Mal aufs neue fielen sie darauf herein. Es konnte sein, wer wollte. Bestimmt wäre es selbst beim König nicht anders gewesen.
Er kostete es noch einen Moment aus. Er sah zu, wie die Stühle leer wurden, da alle aufstanden um besser sehen zu können. Er hörte, wie sich eine Stille ausbreitete – eine angespannte Stille. Man hätte in dem Moment eine Stecknadel fallen hören können, alle wollten wissen, was der Wanderer sagen würde. Die Menge starrte mit großen Augen auf die beiden Männer. Wie würde der Wirt reagieren?
„Mein Problem?“, flüsterte er leise. „Du fragst mich, was mein Problem ist!?“, sprach er jetzt deutlich lauter, so dass jeder es hören konnte. Dann war es kurz still. „Ihr seid mein Problem“, lachte er. Alle sahen ihn verwundert an. Auch war sein Lachen sehr ungewöhnlich für einen Menschen, es klang so tief und dunkel. „Sag mal Bürschchen, ich glaube, du hast eine Abreibung verdient!“, rief der Wirt laut. „Versuchs doch!“, war die trockene Antwort.
Grade in diesem Moment fing die Luft an zu kochen. Die Kleidung des Wanderers begann zu brennen. Seine ganze Haut brannte. Er brannte. Der Wanderer wurde zu purem Feuer. Schreiend vor Schmerz ließ der Wirt ihn los. Er sackte auf die Knie und sah erschrocken auf seine verbrannten Hände. „Der Feuerteufel!“, schrie die Menge in plötzlicher Panik. Alle versuchten zum Ausgang zu rennen. Es gab eine Massenhysterie. Der Wirt hingegen sackte nur noch weiter zu Boden. Er konnte wegen seinen Verletzungen nicht mehr anders handeln. „Und jetzt sterbt...“, flüsterte der Feuerteufel. Mit einer Handbewegung brannte die ganze Gaststätte. Kaum einer schaffte es zum Ausgang. Sie starben alle den grausamen Tod des Feuers. Der hölzerne Fußboden, die hölzernen Tische und Stühle, es stand alles in Flammen. Es dauerte nicht lange, bis der rote Tod auch auf die Decke überschlug. „Lebt wohl“, sagte er mit einem Grinsen auf dem Gesicht und verließ die brennende Hölle.
Als er aus der Tür schritt, standen sofort hunderte Wachen vor ihm. „Oh, ihr seid aber wirklich schnell.“, rief er ihnen zu. Er hob den Arm und öffnete die Hand. Über seinem brennenden Körper erschien eine rote Kugel, welche sehr schnell zu einem gigantischen Feuerball heranwuchs. Er drehte sich mit großer Geschwindigkeit um und warf diese mit einem lauten Schrei in das lodernde Haus. Es gab viel Lärm und das Gebäude stürzte in sich zusammen. „Pfeile!!!“, hörte er hinter sich schreien.
„Es kitzelt jedes Mal aufs neue...“, dachte er sich, als mindestens hundert Pfeile auf seinen Rücken trafen und sofort verbrannten. Der Feuerteufel drehte sich wieder um: „Ihr Narren! Glaubt ihr, ihr könnt einen Feuerteufel töten, in dem ihr ihm Brennholz gebt!?“ Doch die einzige Antwort, die er bekam, war der Befehl für die Schwertkämpfer.
Part I
„Sterbt!“, rief er lachend und warf einen Feuerball in die vor ihm auftretende Wachentruppe. Mehrere Gardisten gingen in Flammen auf und rannten schreiend umher. Wenige Augenblicke später wurden sie von den Schmerzen übermannt und stürzten zu Boden. Auf der harten Straße schrien sich einige die Seele aus dem Leib, während die Flammen sie endgültig verzehrten – andere waren zu diesem Zeitpunkt bereits tot.
Es war amüsant für ihn. Er liebte es. Den Geruch von verbranntem Fleisch, die Angst in ihren Augen – Er mochte es sogar seinem eigenem Lachen zuzuhören.
Mit einem weiteren Feuerball ließ er den Hauptmann dieser Truppe in Flammen aufgehen.
„Hast du es schon gehört? Gestern Nacht war ein neuer Angriff des Feuerteufels!“, erzählte ihr ihre Nachbarin. „Schon wieder? Wo war diesmal der Angriff?“, unterbrach sie sie seufzend.
So ging es schon mehrere Monate. Am Anfang erhielten sie die Nachrichten in längeren Abständen. Heute erhielten sie fast jeden zweiten Tag eine. Doch trotzdem brach jedes Mal aufs neue Panik aus. Ein Feuerteufel – so nannte man ihn – streifte umher und griff wahllos Städte und Dörfer an. Hatten die Attacken anfangs nur kleinen Bauernhöfen gegolten, so zielten sie jetzt schon auf große Zentralstädte. Das einzige, was er hinterließ, war schwarzer Ascheboden. Er griff die Menschen an, tötete die Wachen und verbrannte die gesamte Stadt, so dass noch nicht einmal mehr die Grundmauern standen. Bis jetzt konnten keine Truppen, so zahlreich sie auch waren, ihn aufhalten. Tag für Tag wurden in Erethol schon Wachmannschaften verstärkt und erhöht. Sie fragte sich immer, ob er es wagen würde, selbst die Hauptstadt anzugreifen. Früher wohl kaum, aber heute? Doch konnte sie mit niemandem darüber reden. Alle hatte schon der Mut verlassen.
„Er war diesmal in einer unserer Nachbarstädte!“, sagte ihre Nachbarin mit zitternder Stimme, „was ist, wenn wir die nächsten sind!?“
Ihre Blicke streiften fort von den großen verzierten Häusern des Marktplatzes, weiter über die Häuser der Kaufleute bis hin zur Stadtmauer. Es war eine große und breite Mauer, keine andere im Land sah so königlich aus. Doch ihre Blicken gingen weiter, weiter auf das Land hinter den Mauern. Sie gingen zu den großen Wiesen und dem morgendlichen Dunst über den fernen Wäldern, welcher ihnen oftmals Regen bescherte.
„Mach dir keine Sorgen, keine Stadt ist so gut bewacht wie Erethol! Hier sind wir absolut sicher.“, antwortete sie, immer noch mit ihren Blicken weit am Horizont. „Meinst du wirklich?“, war die Reaktion. Sie sah wieder zu ihrer Nachbarin, lächelte sie an und sagte: „Aber natürlich, wir sind absolut sicher.“
Auch wenn sie es selbst nicht glaubte, musste sie den anderen wenigstens Mut machen. Doch war es sehr anstrengend und erschöpfend.
Waren diese Mauern wirklich groß und stark genug um den Feuerteufel aufzuhalten? Auf der Mauer spazierten mehrere Hundert der besten Bogenschützen ihre Patroulie. Wie sollte ein Mann gegen hunderte Bogenschützen ankommen?
„Was wollt Ihr trinken?“, fragte der Wirt. Der Wanderer bestellte und ließ sich in seine dunkle Ecke zurückfallen. Er beobachtete die Menschen, wie sie lachten, tranken und sich amüsierten. Er wusste genau, dass solche Wanderer hier nicht gerne gesehen wurden, aber genau das machte ihm Spaß. Er wusste, dass sie über ihn redeten. Er blickte sich um. Es war ein großes Gasthaus. Viele Tische standen hier, alle voll besetzt. Auch die Theke schien gut besucht zu sein. Neben ihm prasselte das Feuer des Kamins. Die Flammen warfen Schatten. Man sah große schwarze Stuhlbeine, gestreckte Menschen und breite Tische auf dem Boden. Es machte Spaß Dinge über ihre Schatten zu betrachten. Es verlieh einem eine ganz andere Sicht der Dinge, vielleicht sogar eine klarere?
Durch die feiernden Menschen ging der kräftig gebaute Wirt, welcher sich sehr selbstsicher seinen Weg durch die Menge bahnte. Er hatte das Getränk des Wanderers auf dem Tablett und ging mit festem Schritt auf diesen zu. Er stellte es auf seinen Tisch ab, wartete kurz auf eine Reaktion und als diese ausfiel, ging er weiter.
Nachdem der Wirt ihm den Rücken zugedreht hatte, nahm der Wanderer sein Glas und kostete. „Hey.“, rief er diesem hinterher. Doch der Wirt reagierte nicht. „HEY!“, schrie der Wanderer lauter. Einige Besucher des Gasthauses blickten auf. Der Wirt blieb stehen und drehte sich langsam um: „Stimmt etwas nicht?“ „Ja, dein Gesöff hier schmeckt scheußlich!“, brüllte der Wanderer ihm zu. „Hast du etwa etwas gegen meine Getränke!?“, antwortete der Wirt leicht erzürnt „Das ist der beste Gasthof in der ganzen Stadt!“, fügte er hinzu. „Es schmeckt trotzdem scheußlich“, wiederholte der Wanderer, stand auf und warf das Glas zu Boden. Es zersprang mit einem lauten Klirren und der Inhalt lief über den Holzboden. Jetzt war der Wirt sichtlich erzürnt. Er stürzte zu dem Wanderer und hob ihn an seinem Mantel in die Luft empor. „Was ist dein Problem, Bürschchen?“
Die Menschen schienen so primitiv. War es nicht offensichtlich, dass er ihn provozieren wollte? Und jedes Mal aufs neue fielen sie darauf herein. Es konnte sein, wer wollte. Bestimmt wäre es selbst beim König nicht anders gewesen.
Er kostete es noch einen Moment aus. Er sah zu, wie die Stühle leer wurden, da alle aufstanden um besser sehen zu können. Er hörte, wie sich eine Stille ausbreitete – eine angespannte Stille. Man hätte in dem Moment eine Stecknadel fallen hören können, alle wollten wissen, was der Wanderer sagen würde. Die Menge starrte mit großen Augen auf die beiden Männer. Wie würde der Wirt reagieren?
„Mein Problem?“, flüsterte er leise. „Du fragst mich, was mein Problem ist!?“, sprach er jetzt deutlich lauter, so dass jeder es hören konnte. Dann war es kurz still. „Ihr seid mein Problem“, lachte er. Alle sahen ihn verwundert an. Auch war sein Lachen sehr ungewöhnlich für einen Menschen, es klang so tief und dunkel. „Sag mal Bürschchen, ich glaube, du hast eine Abreibung verdient!“, rief der Wirt laut. „Versuchs doch!“, war die trockene Antwort.
Grade in diesem Moment fing die Luft an zu kochen. Die Kleidung des Wanderers begann zu brennen. Seine ganze Haut brannte. Er brannte. Der Wanderer wurde zu purem Feuer. Schreiend vor Schmerz ließ der Wirt ihn los. Er sackte auf die Knie und sah erschrocken auf seine verbrannten Hände. „Der Feuerteufel!“, schrie die Menge in plötzlicher Panik. Alle versuchten zum Ausgang zu rennen. Es gab eine Massenhysterie. Der Wirt hingegen sackte nur noch weiter zu Boden. Er konnte wegen seinen Verletzungen nicht mehr anders handeln. „Und jetzt sterbt...“, flüsterte der Feuerteufel. Mit einer Handbewegung brannte die ganze Gaststätte. Kaum einer schaffte es zum Ausgang. Sie starben alle den grausamen Tod des Feuers. Der hölzerne Fußboden, die hölzernen Tische und Stühle, es stand alles in Flammen. Es dauerte nicht lange, bis der rote Tod auch auf die Decke überschlug. „Lebt wohl“, sagte er mit einem Grinsen auf dem Gesicht und verließ die brennende Hölle.
Als er aus der Tür schritt, standen sofort hunderte Wachen vor ihm. „Oh, ihr seid aber wirklich schnell.“, rief er ihnen zu. Er hob den Arm und öffnete die Hand. Über seinem brennenden Körper erschien eine rote Kugel, welche sehr schnell zu einem gigantischen Feuerball heranwuchs. Er drehte sich mit großer Geschwindigkeit um und warf diese mit einem lauten Schrei in das lodernde Haus. Es gab viel Lärm und das Gebäude stürzte in sich zusammen. „Pfeile!!!“, hörte er hinter sich schreien.
„Es kitzelt jedes Mal aufs neue...“, dachte er sich, als mindestens hundert Pfeile auf seinen Rücken trafen und sofort verbrannten. Der Feuerteufel drehte sich wieder um: „Ihr Narren! Glaubt ihr, ihr könnt einen Feuerteufel töten, in dem ihr ihm Brennholz gebt!?“ Doch die einzige Antwort, die er bekam, war der Befehl für die Schwertkämpfer.