Abgeteilt aus "Welches Buch lest ihr gerade?" - Traitor
Die Bibel - weniger aus christlicher Überzeugung als vielmehr um mein Lücken bezüglich der jüdisch/christlichen Geschichte zu schließen.....
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Mi 10. Nov 2004, 19:10 - Beitrag #1 |
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"And I was thinking to myself, this could be heaven or this coul be hell......"
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Mi 10. Nov 2004, 19:30 - Beitrag #2 |
Dreamer finde ich gut :-) darf ich frage welche Übersetzung du liest ?
Luther ? Einheitsübersetzung ? Hoffung für alle ? Gute nachricht ? Elberfelder ? Schlachter ? wenn du sie normaler weise nicht liest dann würde ich dir eher zur Hoffung für alle oder Gute nachricht Übersetzung raten das sie leichter verständlich sind aber nicht mehr so dich am Urtext in griehisch und hebräisch. |
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Mi 10. Nov 2004, 20:08 - Beitrag #3 |
Nein, auf keinen Fall! Die "Gute Nachricht" ist ein Paradebeispiel, wie man Texte durch "Modernisierung" und "Vereinfachung" abgrundtief scheußlich zugrunderichten kann. Sie enthält nicht mehr das geringste vom hehren Sprachstil der klassischen Bibel, die sprachliche und damit auch die epische Wirkung eines solchen Werkes kommt nicht mehr ansatzweise rüber.
Gelegentlich erkennt man im Vergleich zu vernünftigen Übersetzungen sogar, dass in der Guten Nachricht durch eine Vokabelmodernisierung jedweder Sinn eines Satzes verlorengeht. |
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Mi 10. Nov 2004, 20:12 - Beitrag #4 |
Also ich les' die Einheitsübersetzung, wurde mir von meinem Ethik-Lehrer empfohlen.
Aber eigentlich müsste doch Luther noch am authentischsten sein, oder ? |
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Mi 10. Nov 2004, 20:26 - Beitrag #5 |
Nunja, ich bin kein Experte. Allerdings habe ich wiederholt gehört, dass Luther stellenweise stark interpretierend übersetzt haben soll und sich einige neuere Übersetzungen zumindest damit schmücken, näher am Original zu sein.
Wie mir gerade auffällt, fehlt es mir in dem Bereich tatsächlich an einiger Allgemeinbildung... "das Original" meint ja im allgemeinen die lateinische Version. Existieren überhaupt von allen kanonischen Büchern noch hebräische und griechische, also noch originalere, Versionen, und wenn ja, gibt es deutsche Texte, die direkt auf diesen basieren? |
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Mi 10. Nov 2004, 20:29 - Beitrag #6 |
Luther ist die bekannteste aber am genausten an den Urtexten sind die elberfelder und die schlachter dann kommt erst die Luther übersetzung in Ihrer 1984 revidierten Form.
Die einheitsübersetzung ist die Übersetzung die die katholische Kirche nutz und an der auch evangeliche mit gearbeitet haben es ist die Übersetzung die zb in ökumenischen Gottesdiensten verwand wird. Ich selber würde dir ja zu einer modernen übersetzung raten :-) du kannst die Übersetzungen auch onlien vergleichen unter : http://www.bibleserver.com/ da sind die wichtigsten deutsch übersetzungen auch mit drauf :-) |
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Mi 10. Nov 2004, 20:33 - Beitrag #7 |
Da gebe ich dir recht man merkt es auch wenn man wirklich mal die übersetzungen nebeneinander liest.... Die Orginale der Bibel sind grossteils noch vorhanden bzw beim neuen testament alle soweit cih das weiss und sie sind NICHT in latein sondern in hebraisch und Griechisch geschrieben. Ich werde mich da aber auch nochmal genauer schlau machen wo welche orginale sind. Was die Übersetzungen angeht die in deutsch am meisten am Orginal sind das ist die Elberfelder und die Schlachter Übersetzung . |
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Mi 10. Nov 2004, 20:49 - Beitrag #8 |
So, habe mal einen eigenen Thread daraus gemacht, den dürfte es wert sein.
Nach kurzer Recherche habe ich zumindest herausgefunden, dass die von dir gepriesene Elberfelder im NT auf der griechischen Version basiert, zum AT habe ich nichts gefunden, aber da sollte die Quellenlage dank Judentum ja eher einfacher sein. Dass die Originaltexte nicht Latein sind, ist mir klar, falls der Satz so wirkte, sollte er das nicht ausdrücken, sondern eben im Gegenteil, dass ich etwas dagegensetze, dass im Volksmund Latein als das Original angesehen wird. |
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Mi 10. Nov 2004, 21:00 - Beitrag #9 |
wie gesagt ich mach mich da morgen mal schlau bei leute die Theologie studieren bzw es haben dann kann ich dir auch einiges genauer dazu sagen....
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Do 11. Nov 2004, 02:49 - Beitrag #10 |
Die lateinische Bibel ist die Vulgata. Sie wurde vom heiligen Hieronymus aus dem Griechischen (Neues Testament) und dem Hebräiscehn (Altes Testament) übertragen. Erasmus von Rotterdam schuf zu Beginn der Neuzeit eine neue lateinische Vulgata, die letztlich auch Luther als Rohstoff diente.
MfG Maglor |
"Merkel und Steinmeyer werden noch als dunkles Kapitel in den Geschichtsbüchern erscheinen, fürchte ich. Und Schily als ihr Wegbereiter." janw
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Do 11. Nov 2004, 12:07 - Beitrag #11 |
das stimmt nicht ganz ich zitiere mal die Wikipedia:
<>< Torsten |
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Do 11. Nov 2004, 12:10 - Beitrag #12 |
Die gotische Bibel des Wulfila würde ich nicht unbedingt als deutsch durchgehen lassen. Die Goten sind mit den Deutschen nur bedingt verwandt und zur Zeit Wulfilas existiert noch keine deutsche Sprache, also man geht noch vom westgermanischen bei uns aus und vom ostgermanischen bei den Goten.
MfG Maglor |
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Do 11. Nov 2004, 12:24 - Beitrag #13 |
ich habe ja auch nur die wiki zitiert mir ging es mehr dadrum klar zu stellen das luther auch den grieschen text genutzt hat und nicht den lateinischen.
Ich selber zb ziehe die elberfelder Übersetzung einfach vor :-) |
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Do 11. Nov 2004, 12:37 - Beitrag #14 |
Erasmus hat scheibar das griechische neue Testament neu ediert. MfG Maglor |
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Do 11. Nov 2004, 15:47 - Beitrag #15 |
@Traitor
Was meinst du überhaupt mit Originalversionen? Beim Neuen Testament dürfte es klar sein (dort ist die Textsituation auch recht eindeutig), beim Alten ist es schon komplizierter. Es sind Schriften mit langer Tradition, deren erste Versionen natürlich nicht mehr existieren. Was einem Original aber wohl am nähesten kommt, ist der sogenannte Masoretische Text, die offizielle hebräische Version des Tanach, also des Alten Testaments. Sie wurde im ersten Jahrhundert nach Christus zusammengestellt, aber die ältesten erhaltenen Handschriften stammen erst aus dem 9. Jahrhundert (Codex Leningradensis, Grundlage der meisten hebräischen Bibelausgaben). Bedeutend ist auch die Septuaginta, eine Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische, die im vierten Jahrhundert vor Christus begann. Hier existieren auch Handschriften, die im vierten bis zweiten Jahrhundert vor Christus entstanden sind. Auf deren Basis arbeitet beispielsweise auch die orthodoxe Kirche, während die römisch-katholische eben (zumindest früher) mit der Vulgata arbeitet, die von Hieronymus direkt aus dem Hebräischen ins Lateinische übersetzt wurde (auch wenn manche Stellen von der Septuaginta beeinflusst sind). Sie löste die ältere Übersetzung Vetus Latina ab und wurde 1979 in Form der Nova Vulgata revidiert. Anzumerken sind noch die Qumram-Schriftrollen. Sie enthalten Handschriften aus dem 3. Jahrhundert vor Christus bis zum 1. Jahrhundert nach Christus, unter anderem auch Schriften des Alten Testaments, wobei sich diese Versionen kaum von denen des Codex Leningradensis unterscheiden. Interessant ist aber, dass sich hier auch aramäische Texte wiederfinden, nicht nur hebräische. Und Teile des Alten Testaments sind wohl ursprünglich in Aramäisch verfasst worden. Alles kein echtes Fachwissen, sondern nur ein wenig wikipediet ![]() Übrigens, um auf das ursprüngliche Thema zurückzukommen, benutze ich normalerweise die Luther-Bibel, die ich auch sprachlich gelungen finde. Padreic |
Eine profunde Wahrheit ist eine solche, deren Gegenteil ebenfalls wahr ist.
"Dass es ein Vergessen gibt, ist noch nicht bewiesen; was wir wissen, ist allein, dass die Wiedererinnerung nicht in unserer Macht steht." (Friedrich Nietzsche) |
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Do 11. Nov 2004, 16:48 - Beitrag #16 |
Die Originalversion der Bibel ist natürlich der heilige Geist!
![]() MfG Maglor |
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Sa 13. Nov 2004, 00:59 - Beitrag #17 |
Ich finde es toll, das mein 3000.er Post zu einem christlichen Thema sein soll *freu*
Zum Thema: ich selbst lese gerne Luther, denn es ist viellicht nicht die verständlichste Fassung, aber die am wenigsten interpretierende der aktuell verwendeten Fassungen. Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Gegenüberstellugn einer Passage. Mose fragt hier Gott nach seinem Namen und Gott, also Jahwe antwortet: Luther: "Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde" Gute Nachricht: "Gott antwortete: ich bin da (manchmal auch: ich bin der ich-bin-da)" Hoffnung für alle: "Ich bin euer Gott, der für euch da ist. Drum sag den Israeliten: <ich bin für euch da>" Schlachter: "Gott sprach zu Mose: ich bin, der ich bin" Die Stelle lautet übrigens 2.Mose 3, 14 Also ich für meinen Teil finde die Hoffnung für alle verheerend, weil interpretierend. Das ist ein völlig falsches Bild, denn wenn man das Wort Jahwe übersetzt, heißts tatsächlich ich bin da. Aber nicht ich bin für euch da..... |
[align=center]Der Pfad und die Richtung verlieren ihren Zweck oder ihre Bedeutung, wenn das Ziel in Sicht ist.[/align]
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Sa 13. Nov 2004, 15:03 - Beitrag #18 |
Bei allem Verständnis:
Die Bibel besteht aus AT und NT. Das christliche AT basiert auf der jüdischen Thora, ist also gleichzeitig die Mythensammlung und Historie des jüdischen Volkes. Das NT ist wesentlich später entstanden, die Evangelien wurden teilweise Jahrhunderte nach dem Tode Jesu' verfasst, etliche Male neu übersetzt und schon in dieser Zeit durchaus "frisiert". Es gibt kein "originäres Wort Gottes". Jede Bibelversion ist immer Interpretation und Intention. |
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Vorurteile sind Türen zu Zimmern, in die kein frisches Lüftchen dringt. Sir Peter Ustinov[/align] |
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Sa 13. Nov 2004, 18:40 - Beitrag #19 |
Das ist so nicht richtig. Wenn wir mal rein bei den Schriften bleiben. Denn es gibt ja Urtexte die dann übersetzt werden. Diese Urbibel ist in latein bzw. altgriechisch (deswegen müssen ja auch die ganzen Bibelschüler das lernen), ergänzt durch hebräische Schriften wie etwa Qumran.
Von daher gibt es wörtliche Übersetzungen, diese sind dann in der Regel recht holprig und mühsam lesbar gemacht, denn man kann das nicht 1:1 übersetzen. Dazu gehören dann Bibel-Übersetzungen wie Schlachter, Luther oder Elberfelder. Und dann gibts noch die interpretierenden Übersetzungen, wie etwa Hoffnung für Alle, Gute Nachricht und Wort des Lebens. Wobei die Interpretationen stellenweise schlicht falsch sind wie in meinem obigen Beispiel. Jahwe ist nicht der "Ich bin für euch da", sondern wenn schon dann der "Ich bin da". Mein Tipp und das wird Dir eigentlich jeder bestätigen, der sich wirklich und ernsthaft mit der Bibel beschäftigt: die interpretierenden Übersetzungen sind gut zum Einstieg und zum Querlesen, aber für ein tieferes Studium führt eigentlich kaum ein Weg an wörtlichen Übersetzungen vorbei. |
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Sa 13. Nov 2004, 23:33 - Beitrag #20 |
@Feuerkopf
Soweit ich weiß, wird zumeist davon ausgegangen, dass sämtliche Evangelien innerhalb von einem Jahrhundert nach Christi Tod entstanden sind. @Marc Effendi
Wie schon zuvor erwähnt: die lateinischen Bibelversionen sind sämtlich nur Übersetzungen, im Alten Testament aus dem Hebräischen (und das nicht aus Qumram).
Als wirklich wörtlich kann man Version wie die von Luther nicht bezeichnen. Er versucht nah am Text zu bleiben und nicht unnötig zu interpretieren, doch einer wörtlichen Übersetzung kommt das noch nicht gleich, die noch wesentlich holpriger wäre als die Luther-Bibel (die ich übrigens eigentlich nicht als holprig empfinde). Padreic |
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