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Gemeinsam lesen?

BeitragVerfasst: Do 27. Okt 2011, 10:11
von e-noon
Das Projekt "Gemeinsam ein Buch lesen" gab es in der Matrix schon einmal... ist aber schon eine Weile her. Hätte jemand Lust, das wiederzubeleben? Bestrebungen in der Richtung wurden ja schon im Kleinen und im Privaten geschürt, vielleicht könnte man ein Buch finden, das einige hier schon lange einmal lesen wollten, es aber nie getan haben.

Ich schlage vor, dass, wer Lust hat, einfach Bücher oder Autoren vorschlägt, die er gerne diskutieren würde, ob schon gelesen oder nicht, spielt erstmal keine Rolle, beides hat ja Vorteile.

Mutig schreite ich voran und schlage vor:

- Daniel Kehlmann
- Shakespeare
- Dürrenmatt
- Leo Perutz
- Maarten 't Hart
- E.M. Forster.

- Wenn in einer Winternacht ein Reisender (Italo Calvino).
- Jules und Jim (Henri-Pierre Roché).

Beschreibungen finden sich zum Teil im "Welches Buch lest ihr gerade?"-Thread. :)

BeitragVerfasst: Do 27. Okt 2011, 10:39
von Lykurg
Grundsätzliche Bereitschaft liegt auf der Hand, für einige der genannten Bücher sind ja auch schon Ansätze dafür vorhanden, entsprechend auch die erheblichen Übereinstimmungen in der Titelliste. Auel oder Meyer ließen sich ergänzen, wenn man es darauf anlegte.^^ Man könnte natürlich auch mal Max Goldt lesen. Ich hätte aber auch nichts gegen Jakob Arjouni und Martin Page einzuwenden, und wie hieß noch dieser Autor mit K? Ach, naja, hat Zeit. Besondere Lust hätte ich aber zur gemeinsamen Lektüre von Thomas Bernhard, z.B. Auslöschung, als vergnüglicher Gutenachtgeschichte.

BeitragVerfasst: Do 27. Okt 2011, 11:16
von e-noon
An Max Goldt hatte ich auch gedacht, doch gibt es bei ihm mehr zu genießen als zu diskutieren. Außerdem ist es dann so schnell vorbei, in (gefühlt) einer guten Stunde hat man so ein Buch durchgelesen.

Von Thomas Bernhard habe ich mir gestern (= beliebiger Zeitpunkt in der Vergangenheit) ein Buch gekauft, leider kann ich imich an den Titel nicht erinnern, die erste Seite handelte jedoch von Geschwüren.

BeitragVerfasst: Do 27. Okt 2011, 12:16
von Lykurg
Darin sehe ich kein solches Problem, der Genuß läßt sich durch nachfolgende gemeinsame Behandlung des Buches schließlich ausdehnen. Die vielen Stunden, die man mit der Lektüre etwa eines Tolstoi verbrächte, wären dagegen etwas maßlos und, wenn auch sicher überaus reizvoll, derzeit angesichts anderweitigen Verpflichtetseins eher inopportun.

Frost? Hab ich noch nicht gelesen, eine Rezension beschreibt es als 'in erster Linie für hartgesottene Bernhard-Fans verdaulich' - Kälte könnte es auch sein, aber das Thema Geschwüre ist ein häufiger wiederkehrendes. In Auslöschung kommen, wenn ich mich richtig erinnere, aber keine vor. In einem großartigen Interview vergleicht er übrigens auch seine Bücher mit bösartigen Geschwüren.

BeitragVerfasst: Do 27. Okt 2011, 17:02
von Traitor
Der letzte Versuch war ja Maglors klassikerlastiger Reclam-Vorschlag.

Um sich von dem etwas abzusetzen, würde ich vorschlagen, dass das neue Buch eines sein sollte, das man gelesen haben sollte, aber keines, das man gelesen haben muss - also ein literarisch wertvolles, das aber kein so bekannter Klassiker ist, dass von jedem dritten Kandidaten ein "hatte ich schon in der Schule" kommt.

Außerdem sollte es leicht genug zu lesen sein, um niemanden abzuschrecken oder unterwegs zu verlieren. Aber nicht trivial, sondern wie gesagt "wertvoll". Und es darf nicht zu lang sein.

Eine Einschränkung auf deutsche Autoren muss nicht sein, es können auch übersetzte fremde sein. Aber lieber keine englischen, da dann die Gefahr zu groß ist, dass manche von uns das Original bevorzugen und die Diskussionen zu wirr werden. (Falls jemand andere Sprachen (Französisch, Russisch, Italienisch...?) genügend beherrscht, um ähnliche Einwände zu haben, gerne nennen.) Andererseits könnte Multilingualität die Diskussion natürlich auch beleben.

Wichtig wäre mir auch, dass das Werk repräsentativ für seinen Autor steht, aber möglichst vollständig genießbar ist, ohne schon anderes von ihm zu kennen. Kein n-ter Band einer Serie, klar, aber auch kein "obskures Frühwerk, das man als Kenner seines Bestsellers auch immer schon mal lesen wollte".

Zu Autoren-Kandidaten bitte auch direkt ein oder zwei Buchkandidaten. Idealerweise auch eine Kurzbeschreibung, wenn sich das natürlich auch wikipedieren lässt. Und zu einem Herr Meyer muss es dann doch auch ein Vorname sein. ;)

Eigene Nominierungen erstmal keine, fest geplant sind bei mir derzeit eher nur lange Klassiker und/oder Englisches.

BeitragVerfasst: Di 1. Nov 2011, 20:58
von e-noon
Welche langen Klassiker? Spricht ja nichts dagegen.

Von Kehlmann würde ich entweder "Die Vermessung der Welt" vorschlagen oder aber "Beerholms Vorstellung".

Von Leo Perutz St. Petri-Schnee oder Die dritte Kugel.

Shakespeare: Romeo und Juliet, dann aber auch auf Englisch und mit Darbietung beim nächsten Matrixtreffen. Ansonsten 'All's well that ends well' (Ende gut, alles gut).

Irgendwann möchte ich auf Französisch Julien Green "Chaque homme dans sa nuit/Jeder Mensch in seiner Nacht" lesen.

@Lykurg: Wittgensteins Neffe.

BeitragVerfasst: Di 1. Nov 2011, 21:14
von Maglor
Ich habe hier noch den neuen Umberto Eco liegen. Ich muss ihn nur noch auspacken. :D

Ansonsten kannst du ja, einfach zu einem Autor oder Werk ein Thema eröffnen und hoffen das da etwas passiert. Gegebenenfalls kommt dann Jahre später der Nachschlag. ;)

Gemeinsam lesen, bedeutet das alle gleichzeitig lesen, also z. B. jede Woche ein Kapitel.
Dann wären alle ungefähr auf dem gleichen Stand und Spoiler wären so gut wie ausgeschlossen.

BeitragVerfasst: Di 1. Nov 2011, 21:18
von e-noon
Gute Frage, was das bedeutet. Jede Woche ein Kapitel ist Unfug, jedenfalls, wenn das Buch gut ist. Dann liest man es nämlich auch durch, wenn man einmal anfängt. Welchen Umberto Eco hast du rumfliegen? Wäre vielleicht eine Option.

Aber stimmt eigentlich, zu Daniel Kehlmann sollte sich auch ein Thema eröffnen lassen, seine "Vermessung der Welt" hat ja für einige Bekanntheit gesorgt.

BeitragVerfasst: Mi 2. Nov 2011, 08:43
von Lykurg
Der neue Eco ist der "Friedhof in Prag", den würde ich zwar auch gern irgendwann mal lesen, kann mich aber problemlos bis zur Taschenbuchausgabe gedulden. Eben dachte ich über "Siebenkäs" nach, aber der ist mit um die 600 Seiten wohl eher jenseits des allgemeinen Bedarfs. Wie ist dein derzeitiger Blickwinkel auf "Abdias", e-noon? - Ahja, der Neffe. Wittgenstein ist ja auch ein absolutes Lieblingsthema Bernhards.

Über die Vermessung zu reden, ohne sie mir nochmal zu beschaffen, wäre vermessen. Sie wird übrigens gerade verfilmt, unter anderem in Görlitz, und die Kamerafrau lebt in Köln. Nur so nebenbei festgestellt, eines der Themen von gestern.

BeitragVerfasst: Mi 2. Nov 2011, 09:53
von e-noon
Woha.

Mein derzeitiger Blickwinkel auf Abdias: Schöne Sätze, öde Story. Kurz zusammengefasst:
"Sie gingen in die Wüste, sie lebten in der Wüste, sie starben in der Wüste. Andere gingen in die Wüste, lebten in der Wüste, starben in der Wüste. Wieder andere..."

Vermutlich wird es gegen Ende nochmal spannend, aber da muss man ja erst einmal hinkommen.

BeitragVerfasst: Mi 2. Nov 2011, 11:05
von Traitor
Doch, gegen lange Klassiker spricht etwas, nämlich die Argumente, die ich angebracht hatte. (also, dass sie lang und Klassiker sind)

Shakespeare ist zu klassisch und zu englisch, daher Veto. Kehlmanns Vermessung kenne ich schon, neueres nicht. Die anderen Autoren müsste ich erstmal auf Interesse recherchieren.

Und "gemeinsam lesen" sollte schon ein gemeinsames Tempo bedeuten, wobei das "Kapitel pro Woche" doch sehr von der Kapitelstruktur abhängt. Aber es sollte genug Zeit für Zwischendiskussionen geben, ohne dass schon die Hälfte der Leser am Ende ist.

BeitragVerfasst: Mi 2. Nov 2011, 15:34
von janw
Eines der von mir angelesenen Bücher ist "Das Geheimnis des Kalligraphen" von Rafik Schami. Liest sich sehr schön und vermittelt einiges über des Innenleben arabischer Gesellschaften. Vorschlag von mir.