Bibliotheks-Ausstellungen

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Traitor
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Do 22. Mai 2014, 22:28 - Beitrag #1

Bibliotheks-Ausstellungen

Zitate aus dem Wmig:

Zitat von Lykurg:Mich über zwei Einträge im Gästebuch des Ausstellungsraums unserer Bibliothek amüsieren (derzeit Ausstellung zum 175jährigen Bestehen des Vereins für Hamburgische Geschichte).
Da hat jemand geschrieben:
"Wo bleiben die modernen Medien? Man kann mehr und besser informieren."
und direkt darunter jemand anderes:
"Auch ich habe das Lesen zuweilen satt."
Satire? ernstgemeint?

Zitat von blobbfish:Ich vermute: Satire. Immerhin haben sie vollständige Sätze geschrieben, die jungen Französinnen (ca. 10-12 Jahre) hatten damit schon Schwierigkeiten, "J'y vais" war da noch das vollständigste, von dem, was sie sagten.

Zitat von Traitor:Als Gegensatire empfiehlt sich, das Gästebuch blau anzumalen und mit einem Gesicht zu dekorieren. Vielleicht fallen dann die Kommentare positiver aus.

Zitat von blobbfish:"Geil, Schlümpfe!!" - oder was stellst du dir genau vor?

Zitat von janw:Vielleicht ernst gemeint, manche Ausstellungen verlangen wirklich Stehvermögen vor langen Erklärungstexten.

Zitat von Lykurg:Schon richtig, janw, wobei es meines Erachtens keine besonders textlastige Ausstellung ist* - 'meine' vor ein paar Jahren hat den Leuten mehr zugemutet, hatte allerdings auch mehr 'Abwechslung' drin - nur ist lesenmüssen/wollen/können etwas, das ich vom durchschnittlichen Bibliotheksbesucher heutzutage (noch) erwarten würde. Zeigt allerdings, daß ich nicht mehr auf der Höhe der Zeit bin (auch wenn ich sehe, wieviele Leute die Internet-PCs hier Tag für Tag für ihre Onlinespiele nutzen. Vielleicht sollte ich mich für die Bereitstellung von Kopfhörern einsetzen?^^).

*es gibt auch ein paar hübsche historische Stadtansichten und Karten, die in der Mitte des Raumes von der Decke hängen, anzugucken

Zitat von blobbfish:Entscheidend ist die Frage, ob die Besucher tatsächlich in die Bilbliothek wollen oder sich nur die Ausstellung anschauen wollen, oder falls erstes zutrifft, sie zweiteres als Gelegenheit mitnehmen, in dem Fall die Informationen serviert haben wollen. Das ist dann ein bisschen so, wie die Rolltreppe vor dem Fitnessstudio.

Zitat von janw:Vielleicht hätten sie die Ausstellungsinformationen gerne kommunikatorkompatibel aufbereitet und abrufbar.

Zur besseren Abgrenzung von Ausstellung und Bibliothek könnte man ersteren Raum als Bilbothek bezeichnen :crazy:

Ich war noch nie im Fitnessstudio. Immer war der Typ mit der Sänfte nicht gekommen :rolleyes:

Zitat von blobbfish:Ich war auch noch nie im Fitnesstudio, einer meiner Kommilitonen lästerte abermal über Amerikaner vermittels einer Karikatur die er gesehen hat, nämlich wo die Leute für fünf Stufen die Rolltreppe ins Studio nahmen.

Zitat von janw:Bei denen macht eine Treppe zum hochrollen wahrscheinlich auch Sinn...


Gibt es noch berichtenswerte Details zu den beiden Ausstellungen, Lykurg? Sind es bis auf die "ein paar hübsche historische Stadtansichten und Karten" im Wesentlichen Bücher hinter Glas mit Erklärtexten daneben? Ähnliche Formate habe ich ja in Rom und Florenz besucht, Florenz war dabei sehr konventionell (wie im vorangegangenen Satz beschrieben, mit leider auch recht knappen Texten), Rom (Lux in Arcana) hatte, wenn meine Erinnerung noch hält, was sie behauptet, Bildschirme mit (zu langsam) durchblätternden, recht ausführlichen Texten.

Generell eine deutliche Verbesserung für Altbuchausstellungen fände ich, wenn (egal ob auf Wand, Papier oder Bildschirm) zusätzliche Seiten zu sehen wären. Im Original können ja verständlicherweise immer nur zwei aufgeschlagen sein, und wenn man das ganze Buch sehen will, kann man sich natürlich eine Kopie oder einen Scan zu besorgen versuchen, aber um vor Ort einen besseren Eindruck vom Gesamtwerk zu bekommen, wäre zumindest eine repräsentative Auswahl weiterer Seiten doch sehr nett.

Lykurg
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Do 22. Mai 2014, 23:10 - Beitrag #2

Bei besagter Geschichtsvereinsgeschichtsausstellung sind in den Vitrinen überwiegend bis ausschließlich Bücher zu sehen - ich könnte morgen nochmal prüfen, ob mir da gerade ein paar thematisch passende historische Fotos und Handschriften/Briefe entfallen sind oder diese nur auf den Stellwänden reproduziert waren. Zumeist ist in diesen Büchern auch eher wenig zu lesen, entweder geht es um ein bestimmtes Ereignis, das auf einer Seite erwähnt ist, oder aber um das Buch in seiner Gesamtheit und seinem Zusammenhang (nämlich die Vitrinen mit vom Verein geförderten/herausgegebenen Publikationen); bei ersterem kommt es nicht darauf an, mehr von dem Buch zu lesen, bei letzterem wäre der Aufwand einer Komplettdigitalisierung eher zu vermeiden... Eine gute und leicht zu bewerkstelligende Ergänzung wäre sicher ein internetfähiger Rechner mit Zugriff auf die seit Gründung inzwischen komplett online lesbare Vereinszeitschrift gewesen, aber auch das wäre letztlich vor allem mehr Lesestoff, wenn man aus den Scans keine musikunterlegte automatische Slideshow machen will (was vielleicht im Sinne des zitierten Besuchers wäre). Die Erklärtexte direkt bei diesen Büchern halten sich eher kurz.

Bei meiner Ausstellung gab es mehr erklärenden Text (in und über den Vitrinen); vereinzelt hatte ich auch Kopien von Seiten danebenliegen, falls etwa ein Zitat übers Seitenende hinausging. Außerdem hatte ich aber auch ein paar historische Gebrauchsgegenstände dazu organisiert - Münzen, eine Landkarte, Bilder, eine Taschenuhr, Siegelstempel, einen Säbel etc., sowie benutzte Schreibfedern zum Anzeigen der relevanten Textstellen in den aufgeschlagen daliegenden Büchern. Ich hatte eine Hörstation mit Musikbeispielen, und in den Vitrinen jeweils ein Piktogramm als Hinweis, wenn die dort aufgeschlagene liegende Partiturseite auch angehört werden konnte. Außerdem habe ich damals dafür gesorgt, daß alle als Reprint greifbaren Werke im Lesesaal in einem Handapparat standen; am Ausstellungsausgang war ein Hinweis darauf. Die Möglichkeit, mehr zu lesen, war also eindeutig gegeben, wenn auch mit einem gewissen Mehraufwand verbunden, den wohl kaum ein Ausstellungsbesucher gegangen sein mag.^^

Traitor
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So 25. Mai 2014, 11:02 - Beitrag #3

Die aktuelle klingt ja eh schon unabhängig von der Präsentationsform nur begrenzt interessant.

Deine klingt dagegen sehr löblich konzipiert, besonders natürlich der vorauseilende Gehorsam zu den von mir geforderten Bonusseiten. Musikwerke bieten sich aber natürlich auch stärker für Multimedia an als normale Bücher.


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