Ist Harry Potter schwul?

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Seeker
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Di 15. Jul 2003, 08:54 - Beitrag #1

Ist Harry Potter schwul?

Quelle: N-tv
Montag, 14. Juli 2003
Autorin widerspricht Kritiker
"Harry Potter ist nicht schwul"

Jetzt ist auch dieses Geheimnis gelüftet: Der jüngst in die Pubertät gekommene Zauberlehrling Harry Potter ist nicht schwul. Joanne K. Rowling, Harrys geistige Mutter, ließ dies klarstellen.

Damit reagierte die 37-Jährige auf eine neue Interpretation ihrer Bestseller-Reihe, wie die britische Zeitung "Daily Mirror" berichtete. Der amerikanische Literaturkritiker Michael Bronski hatte geschrieben, Harrys Abenteuer stellten die Geschichte eines homosexuellen Außenseiters dar. In den Büchern wimmele es nur so von Anspielungen auf Harrys sexuelle Orientierung. Warum sonst werde Harry im ersten Buch von seinen spießigen Verwandten weggesperrt?

"Schon auf den ersten Seiten wurde mir klar, dass es hier um eine Rebellion gegen das akzeptierte, konventionelle Leben ging", erläuterte Bronski. "Viele Schwule, die ich kenne, lesen die Bücher in dieser Art, und sie spiegeln wirklich ihre eigenen Erlebnisse."

Eine Sprecherin von Rowling lehnte es ab, dazu offiziell Stellung zu nehmen. Doch eine Quelle aus dem direkten Umkreis der Autorin wurde mit den Worten zitiert: "Es ist erstaunlich, was manche Leute da so reinlesen. An diesen Behauptungen ist nichts dran."



Ich fasse es nicht ... echt hart ... auf diese Idee bin ich nicht gekommen - und ich hab alle bisherigen Teile als Audiobooks gehört. War da jemanden langweilig?

Gruss,
Seeker

Shockk
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Di 15. Jul 2003, 20:26 - Beitrag #2

:). Find ih süß, was manche Leute versuchen, um in die Medien zu kommen...oder vielleicht hatte der Herr ja auch einfach einen nicht erklräbaren Groll gegen Herrn Potter oder Mrs Rowling ;)

Traitor
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Di 15. Jul 2003, 22:04 - Beitrag #3

Das ist wohl vergleichbar mit den Kritikern, die in den Herrn der Ringe Rassismus als Hauptmotiv hineininterpretieren. Die Grundzüge mögen da sein, aber die Interpretation geht mangels Kenntnis in die völlig falsche Richtung - wieso muss ein Sonderling direkt ein Schwuler sein? Bzw Rebellion aus Homosexualität bestehen? Das sieht mir eher so aus, als ob der Kritiker ein Problem mit diesen hat...

Noriko
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Di 15. Jul 2003, 22:11 - Beitrag #4

also er ist total verhscossen in ein mädchen (cho chang), daraus kann meine Homoseyualität nach reiner vernunft nach ausschliese, und das der kritiker die bücher nicht gelesen hat, bzw net aufmerksam...

noch fragen? nein? danke. ^^

Fargo
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Di 15. Jul 2003, 23:53 - Beitrag #5

wieso muss ein Sonderling direkt ein Schwuler sein? Bzw Rebellion aus Homosexualität bestehen? Das sieht mir eher so aus, als ob der Kritiker ein Problem mit diesen hat...


Nein, Traitor, mir sieht das eher so aus, als ob die Kritiker des Kritikers, einschließlich Frau Rowling, ein Problem mit dem Schwulsein hätten.

Michael Bronski, vermute ich mal, ist selbst homosexuell. Und er macht vom Recht jeden Lesers Gebrauch: er liest die für sich interessanteste Geschichte in das Buch hinein, bzw. zieht selektiv Informationen aus dem Text, die mit der eigenen Erfahrungswelt korrespondieren. Das ergibt dann mal mehr, mal weniger nachvollziehbare Lesarten für andere Menschen mit anderem Hintergrund.

Die Schwulendeutung finde ich nicht besonders weit hergeholt, eher interessant. Schwulsein und Hingezogensein zu einer Frau schließen sich übrigens kein bisschen aus, Noriko.

Frau Rowling war sehr schlecht beraten, diese Deutung von Bronski anders als durch das Weitererzählen von Harrys Geschichte zu verwerfen. Will sie die generelle Deutungshoheit, so wie AOL Time Warner die Markenhoheit über HP will? Doch wohl kaum. Warum also schreitet sie gerade bei dieser Deutung ein? Weil da plötzlich das Vorurteil durchkommt, Schwulsein sei ein Makel? Bzw., sich die Furcht meldet, die Akzeptanz von Harry könnte nachlassen, weil in weiten Kreisen solche Vorurteile angeblich immer noch gepflegt werden?

Nebenbei, Traitor, natürlich ist HDR tief vom rassistischen Denken geprägt. Das ist überhaupt keine abwegige Theorie, sondern schlichte Kulturgeschichte. Ihr Tolkien-Fans immer mit Eurer Heiligsprechungsmentalität.. :D :D :D

Fargo

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Mi 16. Jul 2003, 12:22 - Beitrag #6

Heydiho!

Mir ist es eigentlich reichlich egal, was andere Leute von Büchern halten. Wie mein Physiklehrer so schön gesagt hat: "Geschmack ist Geschmackssache". Da ist es dann völlig egal, was andere Leser in eine Geschichte hineindichten, weil ich meine eigene Vorstellung und meine eigene Meinung die Geschichte betreffend habe. Im übrigen wäre es mir reichlich egal, wenn Harry Potter schwul ist. Würde die Story fast noch interessanter machen.
Was Rowlings Reaktion angeht: Ähm...die Frau schreibt seit mehreren Jahren die Story von Harry Potter. Da steckt Herzblut drin... Wenn jetzt irgendjemand was erzählt, was so garnicht dem entspricht, was sie geschrieben hat, ist das schon eine ziemlich üble Sache. Steckt verflixt viel Arbeit drin. Mir ist die Reaktion da schon ganz klar.

@Fargo: Sicherlich ist in Tolkiens Werk ne Menge Rassismus drin. Der hat ne eigene Welt erfunden! Eine Welt ohne Rassismus gibts nicht.

Noriko
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Mi 16. Jul 2003, 14:17 - Beitrag #7

Verzeihe mir mein eindimesionales Denken, Fargo, aber irgendwie kann ich es mir nicht vorstellen das ein Homo(nicht bi)sexueller in eine Frau VERLIEBT seien kann, das ist wieder meiner Logik. ^^

ausserdem scheint herr bronski auch sehr seltsam zu denken:
Er sagt er ist schwul,
a) weil er in einen schrank gesperrt wurde
b) weil er gegen die konventionen der welt in der er lebt (durslexs) ankämpft, und solche geschcihten viele schwule lesen.

Imho eine ziemlich fadenscheinige Begründung.

Ratte
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Mi 16. Jul 2003, 14:19 - Beitrag #8

Original geschrieben von Noriko


Imho eine ziemlich fadenscheinige Begründung.



... wie bei so ziemlich jeder Interpretation, die man z.B. auch in der Schule durchnimmt!



Falls es jemanden interessiert: Ich habe nichts gegen Schwule, trotzdem (oder gerade deswegen) denke ich nicht, dass Harry schwul ist!

Noriko
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Mi 16. Jul 2003, 14:47 - Beitrag #9

zur ersten:
Is klar, aber von einem Literatur kritiker erwarte ich eine bessere begründung

Zur zweiten:
wie soll ich das verstehen?

Ratte
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Mi 16. Jul 2003, 14:55 - Beitrag #10

Wie Du's verstehen sollst? So, wie ich's geschrieben habe!

Was übrigens Frau Rowlings Aussage anbelangt:
Meiner Meinung nach werden in der Schule so viele hirnrissige Interpretationen bearbeitet. Meistens über Werke inzwischen verstorbener Autoren. Warum soll dann eine Frau, die einige Bücher geschrieben hat und von dieser Behauptung über ihren Protagonisten gehört hat, nicht richtigstellen, wenn die Interpretation an ihrem Wunschbild vorbeiläuft? Wer weiß, was sie noch alles mit Harry vorhat. Die hat sich schon ihre Gedanken gemacht, wie der sich entwickelt - und dass er jetzt verliebt ist (in ein Mädel) gehört da bestimmt auch dazu. Gehen wir doch einfach mal davon aus, dass J.K.Rowling in Harry Potter einen Heterosexuellen sieht. Wen stört's?

Noriko
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Mi 16. Jul 2003, 15:03 - Beitrag #11

Ich könnte draus herauslesen das du was gegen Harry hast, deswegen Frage ich. ^^

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Mi 16. Jul 2003, 15:03 - Beitrag #12

Original geschrieben von Noriko
Ich könnte draus herauslesen das du was gegen Harry hast, deswegen Frage ich. ^^


Nö, absolut nicht! Ehrlich!

Noriko
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Mi 16. Jul 2003, 15:29 - Beitrag #13

Dann sag mir was ich daraus schliessen soll ich weis es nicht ^^

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Mi 16. Jul 2003, 15:30 - Beitrag #14

Original geschrieben von Noriko
Dann sag mir was ich daraus schliessen soll ich weis es nicht ^^


... dass ich nicht glaube, dass Harry schwul ist - und ich kann das auch nicht aus den Aussagen dieses netten Kritikers lesen! Jetzt klar?

Noriko
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Mi 16. Jul 2003, 15:34 - Beitrag #15

ja, aber das mit dem "gerade deswegen" war mir irgendwie unklar. ^^

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Mi 16. Jul 2003, 15:37 - Beitrag #16

Original geschrieben von Noriko
ja, aber das mit dem "gerade deswegen" war mir irgendwie unklar. ^^


Ok, ok, ich geb's ja zu. War unklar formuliert.... (Hättest Du mich gehört, wäre es Dir gleich klar gewesen. Es ist eben manchmal ganz schön schwer, sich ohne Betonung klar verständlich zu machen!) Scusi!

Fritz
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Mi 16. Jul 2003, 17:00 - Beitrag #17

Ich hab gestern den ersten Band von "Harry Potter" durchgelesen für ein Schulprojekt durchgelesen (An alle CJD-ler: Es lebe die Vertiefungsphase!!).
Die mangelnde Akzeptanz von Harry bei den Dursleys kommt ja vor allen Dingen von der vererbten Anlage zur Magie.
Kann man daraus jetzt schließen das Homosexualität auch durch Vererbung kommt? So eine These ist genauso hanebüchen wie die Kurzform der Erklärung des Literaturtheoretikers. In der Langfassung kommen sicherlich noch fundierte Argumente.

eviegrashalm
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Mi 16. Jul 2003, 19:40 - Beitrag #18

ich find das so scheiße wenn alles gleich überinterpretiert wird (ratte, ich teile da deine meinung...... hab das in der schule nie gemocht)! man muss schließlich auch bedenken dass frau rowling wie schon erwähnt wurde ihr herzblut da reingesteckt hat und da würde ich an ihrer stelle so eine falsch aussage auch nicht gelten lassen (das schöne an lebenden autoren ist ja dass sie sich gegen diese verhaßten überinterpretationen wehren können)!!!
ausserdem denke ich nicht dass sie grundsätzlich was gegen schwule hat und wenn irgendein schwuler dadurch den mut findet sich zu outen (ok, sehr klischeehaft, aber was solls!) dann ist das mit sicherheit auch für sie ne tolle sache! aber man muss auch bedenken dass das im ursprünglichen sinne kinderliteratur ist!!!!!! natürlich ist harry ein aussenseiter und eigentlich auch der absolute antiheld!!! welche rolle spielt schwulsein denn in der kinderwelt???? die bücher zeigen einfach dass man auch als aussenseiter freunde finden und grosses erreichen kann! und sie zeigen dass jeder mensch seine eigenheiten hat!!!!!!(mein senf)
ich weiß nicht....... aber das ist vielleicht das problem bei kritikern die sonst nur mit erwachsenenliteratur zu tun haben! sie deuten auf erwachsenen art!!!! und als kind kann man eben aus den verschiedensten gründen aussenseiter sein, dazu muss man nicht gleich schwul sein............. tztztztz........:o

Traitor
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Do 17. Jul 2003, 14:56 - Beitrag #19

@Fargo:
Michael Bronski, vermute ich mal, ist selbst homosexuell. Und er macht vom Recht jeden Lesers Gebrauch: er liest die für sich interessanteste Geschichte in das Buch hinein, bzw. zieht selektiv Informationen aus dem Text, die mit der eigenen Erfahrungswelt korrespondieren. Das ergibt dann mal mehr, mal weniger nachvollziehbare Lesarten für andere Menschen mit anderem Hintergrund.
Selbst wenn er selber zu dieser Gruppe gehört, deutet es meiner Meinung nach auf ein Problem mit dem Schwulsein hin, wenn man es als so wichtig erachtet, dass es für einen als das Einzige erscheint, was einen Menschen absondern oder für die Gesellschaft zum Außenseiter machen kann. Damit stellt er dann eigentlich nur sein eigenes Verhalten gerade als abwegig dar.
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Mit Heiligsprechung hat das nichts zu tun - es gibt Dinge, die sich auf Rassismus zurückführen ließen, aber meist sind es nur entlarvbare Fehlinterpretationen oder es handelt sich um etwas, auf das vielleicht das Wort Rassismus zutrifft, aber nicht in dem Sinne, in dem es in unserer Welt verwendet wird. Aber das führt für einen Vergleich hier zu weit...

Kotz Kelly
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Fr 1. Aug 2003, 13:26 - Beitrag #20

ich bin zwar ein harry potter feind, aber schwul, na doch, schwul sieht er schon aus.

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