Man muss da aber unterscheiden: die Leute, die Rowlings Bücher für Satanswerk halten, sind tatsächlich der Meinung, diese Bücher seien vor allem oder ausschließlich eben das - und entsprechend gebe es nur eine Art mit ihnen umzugehen, sie nämlich zu verbieten (bzw., zu verbrennen).
Leute, die darauf hinweisen, Harry Potter könne man auch für schwul halten, tun etwas ganz anderes. Sie suchen nach einer zusätzlichen Interpretationsebene. Die behaupten ja nicht: das ist ein Schwulenbuch und jede andere Deutung ist falsch, überflüssig, dumm oder gefährlich. Sie sagen lediglich: aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet, spiegeln Harry Potters Abenteuer die schwule Selbstfindung in der Pubertät. Sie bereichern das Buch also um eine zusätzliche Ebene
Ob man mit der was anfangen kann, oder ob man nun glaubt, dass diese Leser irren, ist dabei gar nicht so wichtig. Dem eigenen Lesevergnügen wird dann ja nichts weggenommen.
Fargo
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