Fortsetzungsgeschichte, 1. Teil
The making of "Fäden des Schicksals"
Ich muss ein wenig weiter ausholen, wie ich an diesen Punkt gekommen bin.
Seit ich 14 bin, schreibe ich aktiv. Nach einigen Versuchen schaffte ich es mit 15, mein erstes Buch zu schreiben. Ein fiktiver Schicksalsroman, grottenschlechte Papierverschwendung. Das wußte ich auch, ich wollte mir nur beweisen, dass ich es schaffen kann, einen roten Faden von Anfang bis Ende zu spinnen, und das habe ich geschafft. Danach wurde das Skript feierlich in der Schublade und etwas später in den Papiermüll versenkt. Wertvoll durch Wiederverwertung.
Danach hab ich erst mal einen Fernkurs über Kreatives Schreiben und Journalismus gemacht, Schule beendet, Ausbildung begonnen.
Mit 18 dann ein neuer Anlauf, mein erster Fantasieroman. Uuuh, was war ich stolz! Mit 19 war er fertig, und ich fand ihn mega - gelungen. Meine treuen Testleser, Freunde und Verwandten, lobten mich ganz enthusiastisch, sahen es schon im Buchladen stehen. So ermutigt, hab ich also eine Leseprobe an die großen Verlage geschickt, die ich so kannte - Heyne, Goldmann... Sechs Mal insgesamt. Jedes Mal hoffnungsvoll Porto investiert, wochenlanges nägelkauendes Warten - und dann die Absage. Mehr als sechs Verlage kannte ich nicht, ich wußte nicht, dass die großen Branchenführer keine Neulinge annehmen. Ich wußte nichts von Kleinverlagen oder wie man an diese Adressen kommt. Nach der Enttäuschung hatte ich auch keine Lust mehr, hab das Skript in die Schublade gepfeffert und mich wieder auf mein reales Leben konzentriert. Examen, turbulente Beziehung, Heirat, ungewollte Schwangerschaft.
Zwischendurch hatte ich immer mal Ideen für neue Bücher, aber wann immer ich anfing, sie aufzuschreiben, kam ich nicht weit. Die Ideen hab ich gesammelt, immer mal wieder einen Neustart versucht. Nichts gelang.
Ich nahm mein altes Skript irgendwann mal wieder in die Hand und hab es gelesen. Und war so enttäuscht von mir selbst. Schöne Ideen, gruselig umgesetzt. Kein eigener Stil, eine müde Kopie verschiedener Lieblingsschriftsteller. Ich bescheinigte mir mangelndes Talent und beschränkte mich wieder aufs Lesen.
Nach sechs Jahren und vielen vergeblichen Ideen passierte etwas. Erst mal wenig spektakulär: eine neue Idee. Weil ich gerade Zeit hatte, fing ich an zu schreiben. Und plötzlich fügte sich einer meiner alten Ideen ein. Und dann noch eine. Innerhalb von Minuten stand eine komplette Welt, eine Mythologie und ein roter Faden vor meinen Augen.
11 Monate lang hab ich gepinnt, gepinnt, gepinnt, überarbeitet und gefeilt. Dann war es fertig: "Fäden des Schicksals".
Und nun?