Essstörungen

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Wombat
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Mi 28. Jul 2004, 20:43 - Beitrag #21

Essen & Dick sein

Hier wurden ja schon genug Gründe von Essstörungen genannt, die will ich jetzt eigentlich nicht noch mal erwähnen.
Ich frage mich manchmal nur, wie Leute, die weniger essen oder alles wieder entleeren, warum die manchmal gesund aussehen. schöne rosige Haut, volle Haare ...
Eigentlich müßten sie durch den ganzen Nährstoffmangel doch alle irgendwie krank aussehen.

Die andere Frage, die ich manchmal stelle, warum kürzt man zuerst das Essen, wenn man abnehmen will? Es reicht, wenn man ein bißchen umstellt, oder sich ein bißchen mehr bewegt. Aber gleich etwas lebensnotwendiges zu streichen?

@janw
woher weißt Du denn, dass ich kochen kann?
Hab ich da was nicht mitbekommen?
Hab ich Dich schonmla bekocht und es nicht gemerkt? ;)

janw
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Mi 28. Jul 2004, 21:22 - Beitrag #22

ttt: Irgendwo hattest Du mal das Wort Sojasauce erwähnt...irgendwie habe ich da den Eindruck bekommen...oder würdest Du energisch widersprechen? :)

"Aber gleich etwas lebensnotwendiges streichen?"
Schlimmer noch, etwas zum genießen! Was tun sich einige da an?!

Maurice
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Mi 28. Jul 2004, 23:44 - Beitrag #23

@TTT: Nicht alle die Esstörungen haben, sehen weiterhin normal aus. Es kommt wohl in den mesiten Fällen auch darauf an, wie lange und intensiv die Krankheit bisher besteht. Ein Magersüchtiger sieht nach ein paar Jahren ohne erfolgreiche Behandlung bestimmt nicht mehr schön aus... Ich denke bei Personen die die Krankheit noch nicht so lange haben, kann man erste Erscheinungsformen wohl auch verdecken, aber über längere Zeit wird das dann doch sichtbar. Bullemiekranke z.B. schädigen auf Dauer mit dem städnigen Erbrechen ihre Zähne und ihren Rachen, durch die Magensäure. Da die Nährstoffe auch nciht richtig verwertet werden kann es auch von der Seite aus zu Mangelerscheinungen kommen-
Was Modells angeht, so finde ich die meisten gar nicht hübsch, weil ich sie übertrieben dünn finde und sie imo krank aussehen. Da wird das Schlimmste wohl auch überschminkt.

Wombat
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Do 29. Jul 2004, 01:11 - Beitrag #24

hübsche Magersüchtige?

Also das Mädchen, das ich kannte, sah, bis auf ihre vorstehenden Knochen, ganz normal aus, was Hautbild und Haare anging. Und sie war auch nicht nur ein paar Wochen magersüchtig, sondern ein paar Jahre. Später kam sie auch in eine Klinik. Hat aber nicht wirklich etwas gebracht. Wo ich jetzt von schreibe ... bringen solche Therapien überhaupt etwas?

@Jan
Nur weil ich das Wort Sojasoße schreiben kann? *lach*
Nee, ich denke schon, dass ich kochen kann, wenigstens Nudeln & Fertigpizza :D

Anadyr
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Do 29. Jul 2004, 08:32 - Beitrag #25

Werde ich, habe denn Thread gerade gestern entdeckt. In naher Zukunft schreibe ich mal einige Ideen und Rezepte hinzu...

Feuerkopf
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Do 29. Jul 2004, 09:30 - Beitrag #26

Vor zwei Jahren habe ich im Krankenhaus eine junge Frau kennengelernt, die auf unter 40 kg abgemagert war und deshalb keine Therapie beginnen konnte. Sie gab auch nur mir gegenüber zu, magersüchtig zu sein. Ihre Haut war grau, sie sah aus wie eine alte Frau, fror ständig und war vor Entkräftung gestürzt. Dabei hatte sie sich einen Beinbruch zugezogen. Eine ganz arme Person.
In der Klinik haben sie es nicht geschafft, sie zum ausreichenden Essen zu bewegen, sie ist auf eigene Verantwortung aus dem Krankenhaus gegangen und ich vermute, dass sie inzwischen nicht mehr lebt, denn sie war definitiv am Ende.

Bulimiker zahlen für ihre Kotzerei nicht nur mit einer verätzten Speiseröhre und kaputten Zähnen sowie permanentem Mundgeruch, sie ruinieren auch ihre Psyche. Eine bulimische Bekannte erzählte mir von ihrer fixen Idee, immer und überall eine Toilette in der Nähe wissen zu müssen. Essen und Kotzen werden zu einer Manie. Allerdings leben Bulimiker relativ gesünder als Magersüchtige, denn ein gewisser Teil der Nahrung verbleibt eben doch im Körper und verhindert den Mangel.
Die Grenze zur Magersucht ist allerdings fließend.

the hui
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Do 29. Jul 2004, 15:09 - Beitrag #27

Diese Frage, warum man sich immer wieder in fressattacken stürzt und dann aufs klo rennt ,stell ich mir auch sehr oft-warum tut man das? ich finde leider keine antwort, es ist auch nicht immer damit verbunden das man hübsch oder dünn sein will-oder von anderen akzeptiert werden will. Es ist wahrscheinlich das man sich selber wohlfühlen will, türlich gibt es viele die wegen ständiger hänseleien damit anfangen aber es gibt auch mädchen/jungen die machen es weil sie sich besser fühlen wollen.Ein teufelskreis.
und man muss es magersüchtigen/Bulemiekranken nicht ansehen das sie eine Essstörung haben-wirkt sich bei jedem anders auf den körper aus

asw22
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Do 29. Jul 2004, 15:50 - Beitrag #28

Re: hübsche Magersüchtige?

Original geschrieben von ttt-taboo
Wo ich jetzt von schreibe ... bringen solche Therapien überhaupt etwas?


Nun ja, eine Therapie gegen Essstörungen bringt wohl genauso viel oder wenig wie eine gegen Alkoholprobleme oder Spielsucht.. Sie kann helfen, damit zu leben, relativ normal damit zu leben, aber sie wird in den seltensten Fällen wirklich heilen.
Die Grundgedanken wird man wohl nie los.. aber man kann lernen, damit umzugehen.

5l1ME
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Do 29. Jul 2004, 16:19 - Beitrag #29

Meiner Schwester wurde es anfangs auch immer kalt (da hatte sie noch keine Bullimie und unteres Normalgewicht).
Aber egal was wir versucht haben, es ging immer weiter Berg ab.
All die Worte, Ratschläge von irgendwelchen Webseiten, all die Bücher (über die Krankheit, Selbstvertrauen, Familie usw), Gespräche mit Ärzten, Psychologen und anderen betroffenen Müttern und Kranken haben nichts gebracht.

An mangelndem Selbsbewußstein hat sie nie gelitten - das kam erst mit der Krankheit. Sie war auch immer sehr Selbstständig und ist es auch heute noch. Den Grund haben wir auch nie wirklich Erfahren.
Sie wurde aber wie schon gesagt eben immer sensibler, depressiver und schlitzte sich eine Zeit lang die Arme auf und schreibt Selbsmordbriefe.
Mit der Zeit hat auch niemand mehr was zu ihrem Gewicht oder ihren Fressorgien gesagt wenn sie am Wochenende immer daheim ist (aus Angst sie würde sich Umbringen oder wieder die Arme aufschlitzen).
Seit ein paar Monaten spricht niemand mehr, von uns anderen 5 Kindern, überhaupt noch mit ihr. Wenn sie mit uns reden will kommt meistens nur ein: "Weiss nicht", "Ja stimmt" oder "Nein, denke nicht".
Das gefällt ihr natürlich auch nicht - aber ich denke mal wir sind es einfach leid, da man es ihr nicht mehr recht machen kann. (Es gibt schon lange keine Gespräche mehr, bei denen ihr nicht irgendein Wort negativ auffält, oder irgendeine Aktion über die sie sich freuen könnte).

Seit kurzem ist es jetzt so dass sie morgens immer ganz geschwollen aufwacht - was glaube ich am versagen der Nieren liegt, und auch nicht mehr schlafen kann. Schätze mal ihr Magen kann schon seit gut einem Jahr kein Essen mehr verdauen.
Für den 5.Aug hat meine Mutter jetzt mal wieder einen Termin zur Aufnahme in irgendeine Klinik gemacht - mal sehen ob sie hingeht.
Ausser meiner Mutter (Alleinerziehend) interessiert das aber niemanden mehr so wirklich, da sie schon Termine bei x-Kliniken und x-Reha's hatte. (Und wir sie schon zu oft mühsam so weit hatten, das es so schien als ob sie auch wirklich hingehen möchte).
PS: Laut einer neuen Studie wird anscheinend nur jeder 2te Patient vollständig geheilt und um die 15% sterben daran...

Wombat
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Fr 30. Jul 2004, 12:29 - Beitrag #30

Therapieerfolge

Ja, es ist wohl schwer jemanden aus einem Teufelskreis herauzuziehen, wenn diese Person ihren "Fehler" nicht erkennt. Es würde also rein gar nichts bringen, wenn man jemanden in eine Klinik einweist, wo dieser jemand es gar nicht will. Vielleicht würde es im Anfangsstadium, wo die Krankheit noch nicht so ausgeprägt ist, mehr Erfolge zielen. Die Sucht ist bis dahin noch nicht so stark. Aber bis man Aussenstehende diese Störung wahrnehmen ist es meist schon zu spät.

Besonders Bulimiker kann man sehr schlecht erkennen, da sie doch meist normal gebaut sind. Also ob diese gesünder leben als Magersüchtige, läßt sich wohl nicht sagen. Magersüchtige haben wenigstens keine verätzte Speiseröhre.

@the hui
Eigentlich hast Du Dir selber die Antwort auf Deine Frage schon gegeben. Bullimiker tun es um sich selber zu gefallen. Und was beeinflußt diesen Geschmack? Die Umwelt. Also tun sie es um akzeptiert zu werden. Unmittelbar nach dem Kotzen fühlen sie sich besser. Aber dieses Gefühl hält nicht lange an. Sie bekommen ein schlechtes Gewissen oder werfen sich vor, zu schwach zu sein und sich nicht unter Kontrolle haben zu können. Sie fallen in Depressionen. Und Essen ist das beste Mittel bei Frust. Sie futtern alle in sich Hinein mit dem Gedanken, dass sie es ja später alles wieder auskotzen könnten (und somit nicht zunehmen) wenn sie die Kontrolle wieder verliehren. Und das tun sie meist auch. Ich habe gelesen, dass bei so einer Fressattacke bis zu 10000 KJoule verschlungen werden. Das ist etwa ein Tagesbedarf an Kalorien einer Durchschnittsfrau.
Ein Teufelskreis eben.

@5l1ME
Das mit Deiner Schwester ist echt traurig. Ich kann Dir jetzt auch nichts raten, da ich zum einen denke, dass ihr schon alles Mögliche versucht habt und zum anderen wi schon oben genannt, muss der erste Schritt von der "kranken" Person selber kommen, erst dann wäre ein Erfolg in Sicht. Manchmal brauchen die Personen einfach nur einen Grund zum Leben, einen Grund sich zusammenzureissen, einen Grund wofür es sich zu kämpfen lohnt. Ich weiß, dass es einfacher gesagt ist als getan. Und da ich Deine Schwester auch nicht kenne, weiß ich natürlich auch nicht was sie mal früher für Hobbies hatte. Was sie vor der Krankheit gerne gemacht hat, was ihr davor Lebensmut gab ...

asw22
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Fr 30. Jul 2004, 12:35 - Beitrag #31

Re: Therapieerfolge

Original geschrieben von ttt-taboo
Besonders Bulimiker kann man sehr schlecht erkennen, da sie doch meist normal gebaut sind.


Ach doch, man bekommt ziemlich schnell "Hamsterbacken" vom Erbrechen... Ich kenn viele, wenn die mal wieder jeden Tag oder sogar öfter am Tag erbrechen, man das krass sieht.. da schwellen wohl die Speicheldrüsen an, oder so.. auserdem haben viele Narben auf dem Handrücken, von den Zähnen...

Wombat
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Fr 30. Jul 2004, 12:39 - Beitrag #32

So gesehen ... stimmt ... das habe ich noch gar nicht bedacht ... aber manche haben auch von Natur aus Hamsterbacken. Und die Narben sieht man auch nur auf dem zweiten Blick.
Wohingegen man Magersüchtige auf dem ersten erkennt.

Feuerkopf
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Fr 30. Jul 2004, 13:23 - Beitrag #33

ttt-taboo,
ich denke, wenn jemand so krank ist wie von Slime beschrieben, dann kann eine Zwangseinweisung ins Krankenhaus nötig werden.
Die Hungerödeme sprechen ja schon eine eindeutige Sprache. Das Mädchen ist nicht mehr weit weg von einem Weg ohne Wiederkehr.

Möglicherweise wird ihr im Krankenhaus erstmal klar, wie nah sie am Tod ist und ob sie das überhaupt will.
Nein, bei Magersüchtigen ist offenbar etwas mehr Hilfe von außen dringend nötig, zumindest in einem solchen aktuten Krankheitsstadium.

Ich finde es schade, dass die dritte Form der Essstörung, die Adipositas oder Fettsucht, längst nicht so ernst genommen wird. Da wird schnell über Undiszipliniertheit geredet und der oder die Betroffene zum Ziel von bösartigem Spott.
Dabei ist das suchtartige Essen (nur ohne Erbrechen) mindestens genau so tragisch und gefährlich.

Wombat
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Fr 30. Jul 2004, 13:38 - Beitrag #34

Das ist richtig, dass den Kranken dort geholfen wird, aber dies beschränkt sich doch hauptsächlich auf das Körperliche. Bekommen sie Infusionen? Ich kenne mich da nicht so aus. Wenn es um das Psychische geht, dann muss der Betroffene nunmal mit arbeiten.
5l1ME hat von einer Studie geredet, dass nur jeder zweite Patient geheilt wird. Was passiert mit der anderen Hälfte. Wird sie wieder rückfällig? Hat die Einweisung in die Klinik dann gar nichts gebracht?

Was die Fettsucht anspricht, die Du da erwähnst, denke ich, dass es schon eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielt. Schließlich gibt es genug Medikamente gegen die Krankheit selber und gegen deren Folgen, sprich zu hoher Cholesterinspiegel, Arterienverkalkung, Diabetes, und und und ....
Allerdings tritt diese Krankheit eher im Erwachsenenalter auf (ist eigentlich logisch, es braucht seine Zeit, bis sich das ganze Fett ansammelt), während der "Trend" zur Magersucht oder Bulimie schon bei Jugendlichen zu finden ist.

Feuerkopf
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Fr 30. Jul 2004, 13:46 - Beitrag #35

ttt-taboo,

nein, die Fettsucht hat ihre Anfänge im Kindesalter. Schaut euch um, wie viele Kinder heute schon zu dick sind.
Fehlernährung, mangelnde Bewegung und natürlich psychischer Druck unterschiedlicher Art legen den Grundstein zu einer "dicken" Karriere.
Sicher, man kann Medikamente einnehmen, aber das Herz, die Gelenke, die inneren Organe und die Seele nehmen massiven Schaden.

Und es gibt Menschen, die aus Kummer und/oder Selbstschutz dick werden...

Wombat
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Sa 31. Jul 2004, 03:03 - Beitrag #36

Ich schrieb, dass die Krankheit eher im Erwachsenenalter auftritt, sprich ans Licht kommt. Klar liegen die Anfänge in der Kindheit, durch die Gründe, die Du schon genannt hast. Es braucht schließlich seine Zeit, bis man es sich alles angefressen hat. Aber sind dicke Kinder gleich adipsitös? Als Fettsüchtig gilt man meines Erachtens erst ab einem BMI > 30.

Ich sehe schon viele dicke Kinder um mich rum. Aber im Vergleich dazu bemerke ich bei Jugendlichen mehr Dürre als Übergewichtige. Ich weiß jetzt auch nicht, was Statistiken so sagen, aber Zahlen kann man sehr wohl verfälschen.
Vielleicht lebe ich auch nur in einer anderen Umgebung als Du, wo es nun nicht soviele Dicke gibt. Meine Äußerungen beruhen sich auf meinen Beobachtungen.

Anadyr
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Sa 31. Jul 2004, 07:30 - Beitrag #37

Ich denke eines der grössten Probleme der Magersucht ist, dass man keine vorgeschriebene Lösung hat. Ich meine wenn jemand raucht, der weiss was er tun mus. Keine Zigarette mehr anfassen. Aber beim Essen gibt es diesen klaren Weg viel weniger, habe ich den Eindruck. Ich meine alles in sich hineinfressen soll man ja dann trotzdem nicht, von dem her denke ich der Weg aus der Magersucht ist doppelt kompliziert.

janw
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Sa 31. Jul 2004, 09:29 - Beitrag #38

Ja ist er wohl, und doch gibt es Wege. Ich denke, wie viele Wege geht er sich besser zusammen, denn das grundlegende Problem der Selbstmißachtung bekommt man am besten durch positives Feedback von anderen in den Griff, und auch kochen und essen machen zusammen einfach mehr Spaß.

Wombat
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Di 17. Aug 2004, 18:54 - Beitrag #39

Gerade habe ich einen Artikel über eine Art Essstörung gelesen, die so gesehen von der Gesellschaft wohl nie als Störung empfunden wird:

Zwanghafte Gesundesser

Ernährungsberater, Psychologen und Ärzte sprechen von einer neuen Krankheit: Orthorexia nervosa - die zwanghaft gesunde Ernährung. Bei den betroffenen Menschen dreht sich alles um die Nahrungsaufnahme. Auf den Tisch kommt jedoch nicht, was schmeckt, sondern nur Lebensmittel, die gesund sind. Einzig und allein der Gehalt an Vitaminen und Spurenelementen zählt; "Ungesundes" wie Fett, Fleisch, Zucker oder Kaffee wird verdammt. Aber die Experten warnen, weil diese Art der zwanghaft gesunden Ernährung selbst zur psychischen Krankheit wird. Die "Gesundesser" können keine Mahlzeit mehr genießen, immer wird gleichzeitig gerechnet, ob der Gehalt an Zink, Kalzium und Co. passt. Auch das Speisen im Restaurant wird zur Qual, aus Angst, zuviel Fett oder chemische Zusatzstoffe zu verzehren. Mit der Zeit wird die Psyche dieser Menschen immer mehr in Mitleidenschaft gezogen, es entsteht eine Art "Nahrungsmittelphobie".

In der Fachliteratur wie "zwanghaftes Gesundessen" auf die gleiche Stufe wie Ess-Brech-Störungen oder Magersucht gestellt. Häufig ernähren sich die betroffenen Patienten immer einseitiger, was zu Mangelerscheinungen und daraus resultierend, zu ernsthaften Erkrankungen führen kann. Vor allem Frauen und Menschen mit einem hohen Bildungsniveau sind von dieser Essstörung betroffen. Diese Personen achten sehr stark auf eine qualitativ hochwertige und gesunde Ernährung. Im Grund ist dies ja wünschenswert, aber alles sollte ein gewisses Maß nicht überschreiten, so die Meinung der Experten.

Maurice
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Di 17. Aug 2004, 19:17 - Beitrag #40

Es kann ungesund sein sich zu gesund zu ernähren? Paradox und auf diese Art amüsant. ^^
Natürlich ist so eine Krankheit nicht witzig, ich meinte damit nur die Verwendung der Begriffe. Wenn man sagt, dass eine zu gesunde Ernährung ungesund sein kann, dann handelt es sich doch dann nicht mehr um eine gesunde Ernährung. Aus der gesunden Ernährung wird eine ungesunde Ernährung und ist somit natürlich nicht mehr gesund. Aber wenn diese gesunde Ernährung ungesund wird, war sie es dann nicht vielleicht schon von anfang an? Kann eine wirklich gesunde Ernährung ungesund sein? Das ist imo unlogisch, von daher handelte es sich imo von anfang an um keine gesunde Ernährung. Mal ein bisschen mehr Fett oder mal was Süßes gehören also zu einer gesunden Ernährung dazu, wie es scheint.

Aber was ist schon eine gesunde Ernährung? Da sagt doch e jeder was anderes :shy: ...

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