Die Medienberichte sind gefärbt, ohne Zweifel, doch sind sie die einzige Quelle, überhaupt von dem Fall zu erfahren.
Man kann sie "strippen", übrig bleibt eine langjährige Wachkomapatientin mit offenbar recht ausgeprägten Aktivitätsparametern, ein katholischer Ehemann, der wieder heiraten möchte und die Entfernung der Nahrungssonde durchgesetzt hat, Eltern, die die Wiedereinführung der Nahrungssonde erreichen wollen und eine nur mündlich vom Ehemann überlieferte Aussage der Frau, nicht künstlich am Leben gehalten werden zu wollen. Und eine Öffentlichkeit aus diversen interessierten Gruppierungen, die den Fall für ihre Zwecke instrumentalisieren.
Der Dreh-und Angelpunkt der Angelegenheit ist die Aussage der Frau. Ohne diese hätten die Ärzte dem Begehren des Mannes nicht Folge geleistet, auch die Gerichte berufen sich auf diese Aussage. Und alle Berichte sind sich darin einig, daß diese Aussage nicht auf Papier, datiert und von der Patientin eigenhändig unterschrieben, vorliegt, sondern vom Mann, also mittelbar und damit unnachprüfbar in jeder Richtung, überliefert wurde.
Ich bin durchaus verwundert, daß eine derart wackelig fundierte Aussage von den Ärzten als entscheidungsrelevant angenommen wurde.
Entweder sind sie dumm, gelten in Amerika gänzlich andere Regeln der Gültigkeit von Willensbekundungen, oder es liegen andere Tatbestände vor, die in den Medien nicht erscheinen.
Hinsichtlich der 2. Ebene von Traitor wäre es mal interessant zu wissen, wie Maurice die Sache sehen würde, wenn es um ihn selbst ginge
Den Begriff der nichtfundamentalistischen Ethik finde ich interessant, kann es die geben? Ist eine Ethik ohne Fundament denkbar?