Er wäre zu jung, um Lehrer zu sein.
Ich halte es auch für wahrscheinlicher, dass er überlebt. Aber Rowlings zeichnet sich durch erstaunliche Kaltblütigkeit aus. Das einzige, dass diese Buchreihe für Kinder tauglich macht, ist der Humor, mit dem sie die schrecklichen Szenen abmildert. Na ja, und die Tatsache, dass der Held ein Kind ist.
Ich meine: Die Story beginnt mit der Schilderung eines Doppelmordes. Danach geht es mit der detaillierten Beschreibung von Kindesmisshandlung weiter. Ein wenig andere Wortwahl, und schon an dieser Stelle hätte niemand mehr an ein Kinderbuch gedacht! Dann hätten wir noch einen dreiköpfigen Hund, der einem Lehrer das Bein zerfetzt, einem Troll, der wirklich alles gibt, um ein elfjähriges Mädchen zu erschlagen und letztendlich einen Mann, der Einhörner abschlachtet um ihr Blut zu trinken und dabei ein halbtotes Schemen in seinem Hinterkopf stecken hat. *örgs*
Und danach? Ein magisches Wesen hetzt einen Basilisken auf ein Kind, Harry wird mehrfach gefoltert, misshandelt, mit Tod bedroht, Dementoren wollen an seine Seele...
Wirklich, was ist daran kuschelig und freundlich? Es sind die lustigen Momente, die diese Geschichte für Kinder erträglich macht. Die Autorin zögert nicht, ihre Helden in die peinlichsten Lagen zu bringen, nur um jeden Pathos zu vermeiden.
Bezeichnend wieder im 6. Buch: Harry erzählt seinen Freunden von der Prophezeiung, alle sind angemessen geschockt - und dann bekommt Hermione ein blaues Auge von diesem komischen Dings der Zwillinge verpasst, und alles ist wieder lustig und entspannt.